Reinheim: Mit Käs’ und Quiche durch den Bliesgau

Reinheim : Mit Käs’ und Quiche durch den Bliesgau

Bei der ersten Reinheimer kulinarischen Weinwanderung am Wochenende ließen es sich die Wanderer gut gehen.

Bacchus, der Gott des Weines, hätte seine wahre Freude an der rund zwölf Kilometer langen Rundstrecke bei der ersten kulinarischen Weinwanderung gehabt. „Der Weg ist klug ausgesucht, es waren schöne Rastplätze, eine perfekte Planung“, war das Lob der Siegenerin Simone Mattedi, die mit ihrem Mann Hans-Jürgen Domberg, dem Ortsvorsteher von Herbitzheim, gleich zum Auftakt um 9 Uhr am „Hasenheim“ am alten Sportplatz mit dabei war. Sie erhielten wie alle anderen rund 400 Teilnehmer zur Begrüßung von den Mitgliedern des Kleintierzuchtvereins ein Glas Crémant, und ihnen wurden eigens für die Wanderung hergestellte Weingläser geschenkt.

Beide, die gerne wandern, und die schönen Ausblicke genossen, konnten die Reblagen hautnah erleben, den Wein trinken, deren Trauben dort im letzten Jahr gelesen worden waren. Auch die Reinheimer Weinkönigin Johanna I. war mit ihrer Prinzessin Anna I. unterwegs, informierte die Teilnehmer, die aus allen Teilen des Saarlandes, aber auch aus Frankreich und der Westpfalz in den Bliesgau gekommen waren, über die Weinberge an den Südhängen Reinheims, einem mittlerweile offiziellen Weinanbaugebiet.

Nachdem der Europäische Kulturpark durchquert worden war, ging’s hinauf auf den sagenumwobenen „Herrschaftssitz“, dem mystischen Homerisch auf den Galgenberg. Dort wurden sie von den Helfern des Obst- und Gartenbauvereins verwöhnt, bekamen handgemachte Kässchmier. Hinunter in Richtung Golddorf Niedergailbach, über die kleine Steige, den Kastellrech, zum Bliestal-Freizeitweg, kredenzten ihnen am Laffe-Club die Jugendlichen kleine Quiche-Teile. Nichts mehr bekamen sie von den schweißtreibenden Arbeiten der Saarbrücker THW-Helfer mit, die gemeinsam mit ihrem Leiter, dem Ortsbeauftragten Sebastian Ziaja, in rund 200 Arbeitsstunden eine Brücke über einen idyllisch liegenden Abschnitt der Blies gebaut hatten. Die „Notbehelfsbrücke“ war insbesondere auf die Unterstützung von Günter Tabillion zustande gekommen.

Der Moselwinzer Ralf Steffen aus Trittenheim, der mit Helfern den nächsten Stopp betreute, informierte über seinen „Bliesgau-Wingert“, der 2017 zum zweiten Mal eine Vollernte bringen wird. Die Gaumen verwöhnte dort eine andalusische Suppe. Am Wald entlang bot sich das zweite Panorama über die Bliesaue. „In den Kiefern“ zeigte sich der nächste Weinberg  von Kurt Jungmann. Hier pflegen die Weinbaufreunde mit ihrem Vorsitzenden Alexander Nagel. Rebenstraße, Judenfriedhof und dann das Bannholz folgten.

Am Trullo, dem Reinheimer Weinberghäuschen, einem wohl um 1800 entstandenen Rundbau mit Kuppelgewölbe, hatten sich die Weinbaufreunde gerüstet, war auch eine Info-Tafel aufgebaut. Sie war Teil der Ausstellung, die vor kurzem anlässlich der 750-Jahrfeier Reinheims vorgestellt worden war. Alle übrigen Tafeln schmückten den Saal der Grenzlandhalle, wo freiwillige Helfer aus der Arbeitsgemeinschaft ein Mittagessen anboten.

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Alles, ob Wein, kleine Snacks oder Essen, war im Teilnehmerbeitrag von 29 Euro enthalten. „Wenn die Wanderung nochmal stattfindet, sind wir auch wieder dabei“, war die Meinung vieler Teilnehmer, die sich, überrascht von der Schönheit des Bliesgaus, vom Flair der Landschaft einfangen ließen. „Es war eine absolut gelungene Veranstaltung, die auch mit Hilfe der rund 75 freiwilligen Helfer perfekt abgelaufen ist“, sagte Ortsvorsteher Jürgen Wack.

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