Mit dem Bliesgau-Ranger machten sich Naturfreunde auf zu den Bliesgau-Bibern

Mit dem Bliesgau-Ranger machten sich Naturfreunde auf zu den Bliesgau-Bibern

Biberrutschen, Biberzähne, Biberwiesen und verräterische Fußspuren – zusammen mit dem Bliesgau-Ranger hat sich eine Exkursion auf in die Natur des Bliesgaus gemacht und viel Interessantes entdeckt.

"Wir befinden uns hier am Beginn des neuen Flora-Fauna-Habitat-Gebiets Blies (FFH), das bis Reinheim reichen wird", informierte der Bliesgau-Ranger die Teilnehmer zu Beginn der Exkursion "Auf den Spuren der Biber an der Blies". Nachdem er in den letzten Jahren die Breitfurter Bliesmühle als Startort gewählt hatte, trafen sich diesmal alle an der Wolfersheimer Straße in Bliesdalheim . Neu war auch, dass der Treffpunkt nur denjenigen bekannt war, die sich zuvor telefonisch bei ihm gemeldet haben. "Damit beuge ich vor, dass zu viele Menschen zur sehr beliebten Biberwanderung kommen und die Brut- und Setzgebiete geschont werden." Gerade in den sensiblen Gebieten der Bliesaue seien viele Tier- und Pflanzenarten zu finden, die es zu schützen und zu hegen gelte.

In seiner kurzen Einführung ging Kessler auf die Ansiedlungsprogramm von Biber und Nerz ein. Danach führte der Weg zum ersten "Biber-Schauplatz". Mit dabei ein Saarbrücker Ehepaar mit seinen drei Söhnen. "Ich habe schon an der Elbe Biber beobachten können, und unsere Kinder haben dadurch, dass sie bei den Pfadfindern sind, auch schon einen Bezug zur Natur'', so die Saarbrückerin. Aus Hornbach waren Laurence und Klaus Portscheller gekommen. "Wir haben über Bekannte von der Biberwanderung erfahren und freuen uns, dass es geklappt hat, mitzugehen", so die beiden. Kessler wusste zu berichten, dass zwar schon einige der Teilnehmer mehrmals dabei gewesen seien, aber sich auch welche darunter befänden, die erst nach mehrmaligem Anlauf dabei sein konnten. Alle erfuhren vom erfahrenen Naturschützer und -kenner aus Bliesransbach, dass Biber, seit 1999 im Bliesgau heimisch, zwar aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten weitgehend bekannt seien, jedoch deren heimliche Lebensweise den meisten Menschen verborgen sei. Während dem Durchstreifen des Uferstreifens wurden Ökologie, Lebensraumansprüche sowie das Sozialverhalten des größten europäischen Nagetieres anschaulich erläutert. Der Ranger gab praktische Hinweise, wie man die Anwesenheit von "Meister Bockert" an Gewässern erkennen kann.

Nachdem drei Biberfamilien mit acht Tieren aus Sachsen-Anhalt zwischen Blieskastel und Breitfurt ausgesetzt worden waren, habe sich die Population gut entwickelt. Im Saarland zähle man derzeit etwa 650 Biber. Mittlerweile seien sie auch in den Nebenbächen der Blies zu finden. Während der Exkursion konnten Zeugnisse des Bibers, darunter auch Fußspuren, Biberwiesen mit ihren charakteristischen Stolperwurzeln, aber auch Biberrutschen und fein säuberlich mit Biberzähnen bearbeitete Baumstümpfe erkannt werden. Michael Kessler spulte sein Wissen ab, fesselte Alt und Jung, informierte und sorgte für Erstaunen.

Biberwäsche, Biberziegel, viele Dinge seien mit dem Vegetarier mit den Schwimmhäuten an den Hinterfüßen und dem Schwanz, der Kelle genannt wird, verbunden. Er kündigte auch an, dass nach der erfolgreichen Biberansiedlung momentan versucht werde, mit dem europäischen Nerz einen weiteren Vierbeiner zu etablieren. Derzeit laufe dazu ein Wiederansiedlungsprojekt im Saarland.