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Markus Sand feierte in Herbitzheim Silberjubiläum als Kerweredner

Ein Redner als Rekordhalter : Der „Straußbub“ reist aus Nürnberg an

Als Vortragender der Kerweredd feierte Markus „Boller“ Sand in Herbitzheim diesmal sein Silberjubiläum.

Am Sportheim glossierte der 42-jährige Markus Sand in der Kerweredd das Dorfgeschehen. Für ihn war das gleichzeitig ein außergewöhnliches Jubiläum: ein Silbernes. Zum 25. in Folge und zum 26. Mal insgesamt hatte er den Kerwespruch, den die restlichen acht Straußjugendlichen in den Wochen zuvor geschrieben hatten, vorgetragen. Er ist damit wohl der dienstälteste „Kerweredd-Redner“ der Biosphäre.

Vor zahlreichen Zuhörern erwähnte er dabei Themen wie „Maggersch“ Golfmobil, die Dauerbaustelle Feuerwehrgerätehaus, dem „Flughafenbau Herbitzheims“, den Sieg der Grünen bei der letzten Kommunalwahl oder auch die „Schubkarrenentführung“ auf der Dreispitz. All das stand in dem Manuskript, auf dem er auch die Nacht zuvor geschlafen hatte. Markus, der seit seiner Jugend auch den Spitz-namen „Boller“ trägt, wohnt seit 15 Jahren nicht mehr in seinem Geburtsort, sondern in Nürnberg.

Berufliche Verpflichtungen als Software-Entwickler bei Siemens hatte ihn in die fränkische Metropole „verschlagen“, wo er sich mittlerweile sehr wohl und mittlerweile zu Hause fühlt. Dort hat er auch seine Partnerin Ulrike kennengelernt hat. Beide sind Eltern eines vier- und eines siebenjährigen Sohnes, dem Brüderpaar Benjamin und Timo. Sand ist dankbar dafür, dass er von seiner Familie darin unterstützt wird, alleine in Bliesgau zu reisen und sich eine Auszeit nehmen zu können.

Alljährlich kehrt er im Herbst für einige Tage zum „Kirchweih-Fest“ zurück, um mit Gleichgesinnten ausgiebig zu feiern. Er bezeichnet es als eine „seelische Therapie“ und findet die ausgelassenen, unbeschwerten Tage einfach schön.

1993 feierte er als 16-Jähriger seine Kerwepremiere. Ein Jahr später folgte das Debüt als Vortragender der Kerweredd, zunächst am Bürgerhaus. Er beerbte damals Klaus Becker. Seither hat er Generationen von Jugendlichen in der Gruppe kommen und gehen gesehen und freut sich immer wieder auf die „tollen Tage“, die für ihn immer freitags beginnen und dienstags enden. „Ob ich jetzt ein weißes Hemd anhabe oder nicht, ist mir egal, gefeiert wird immer mit vollem Einsatz“, so Sand.

Obwohl altersmäßig niemand mehr in der Gruppe zu finden ist, zu dem er einen persönlichen Bezug besitzt, fühlt er sich in der Gruppe immer pudelwohl, sinniert darüber, ob es zwischenzeitlich schon Kinder von ehemaligen Straußjugendlichen gebe oder gegeben hat, die in seiner Zeit schon dabei gewesen waren. Sicher ist jedenfalls, dass der „Exil-Kölner“ Frederic Preukschat – nach Jahren der Pause wieder eingestiegen – in dem Jahr geboren wurde, als „Boller“ erstmals „Straußbub“ gewesen war.

Der findet es schön, dass es die Kerb gibt und hofft, dass diese Tradition noch lange gepflegt wird. Begeistert zeigte sich der Familienvater von der Initiative Roland Müllers, der in Herbitzheim erstmals eine Kinderkirmes aus der Taufe gehoben hatte. Wie lange er noch mitmachen wird, lässt er offen, doch es wird noch dauern. Auch als Anfang-Vierziger hat Markus noch das „volle Programm“ mitgemacht. So war er beim Baumschmücken am Gleis 1 ebenso dabei wie beim Lumpezug, dem Brückenzoll oder dem Kerbausgraben im Preukschats Garten. Dort hatte das die Live-Band, das Duo „2Rock“ am Samstagabend mächtig für Stimmung gesorgt.

Wieder zurück in seinem Alltag in Nürnberg, widmet sich Sand seinen Hobbys, den beiden Kindern und dem Joggen, ebenso wie der täglichen, 16 Kilometer langen Fahrrad-Fahrt von und zur Arbeitsstelle. Nicht nehmen kann man ihm die schönen Stunden in Herbitzheim, wozu auch das Wiedersehen mit den Eltern, seinen Geschwistern mit ihren Familien, als Höhepunkte zählten. „Im nächsten Jahr bin ich wieder da“, verspricht Markus Sand.