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Lucas Röttig aus Gersheim Saarlands bester Dachdecker-Auszubildender

Dieser Mann ist saarlandweit Spitze : Ein junger Mann mit sehr viel Talent

Lucas Röttig aus Gersheim ist Saarlands bester Dachdecker-Auszubildender. Prüfung in der Königsdisziplin.

Seit neun Jahren führt Dachdeckermeister Joachim Röttig den Betrieb: die Gersheimer Dachdeckerei- und Klempnerei Andreas Langholz. Sein 20-jähriger Sohn Lucas Röttig absolvierte als Auszubildender bei ihm seine Lehre und schnitt landesweit als bester Geselle ab. Dafür wurde er während einer Feierstunde durch die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) geehrt. Beim Bundeswettbewerb im sächsischen Landesbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks in Bad Schlema schlitterte er nur fünf Punkte am zweiten Platz und damit an der Teilnahme der Weltmeisterschaft in Peking vorbei. Sieger der „Deutschen Meisterschaft der Dachdecker“ wurde Paul Heil (900 Punkte), aus Sachsen, Zweiter der rheinland-pfälzische Primus Matthias Kremer (877).

Ursprünglich wollte er mal Pilot werden, erzählte Lucas im Gespräch im elterlichen Betrieb. Doch da er handwerklich schon immer begabt gewesen und dies wohl in seine Wiege gelegt worden sei, habe er sich nach dem Mittleren Bildungsabschluss in der Geschwister-Scholl-Realschule in Blieskastel für den Beruf des Dachdeckers entschieden. „Ich habe Interesse daran, etwas Neues zu machen“, begründete er seine Motivation.

In der Berufsschule im Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum Mügelsberg Saarbrücken wurde er mit dem theoretischen Fachwissen, insbesondere im Fach „Technologie“ versorgt. Praktisch erlernte er während der drei Lehrjahre innerhalb der Projekte, die in den 17 Lernfeldern enthalten waren, die Fertigkeiten. Gemeinsam mit seinen acht Kollegen im Gersheimer Betrieb gehört zu seinem Tätigkeitsfeld auch der Einbau von Dachfenstern und das Installieren von Solaranlagen. Unterwegs sind sie in einem Geschäftsgebiet bis zu 70 Kilometer im Radius, also auch in Lothringen und Rheinland-Pfalz.

Bis heute hat der junge Mann seine Wahl nicht bereut. Er freut sich darüber, sowohl auf dem Dach zu stehen und dabei zumeist Tonziegel zu decken, als auch in der Werkstatt beispielsweise Bleche vorzukanten, filigrane Ecken oder auch Schindeln zu bearbeiten. Bei seinem Gesellenstück hieß es: Schiefer in der altdeutschen Deckung verlegen. Diese Art des Verlegens gilt als Königsdisziplin und ist sehr kompliziert. „Da muss jeder Schiefer einzeln bearbeitet werden, damit es am Ende ein ordentliches Bild gibt und das ist eine Herausforderung“, so Röttig, der zudem eine Fassade zu verkleiden und ein Flachdach mit Folie herzustellen hatte. In wenigen Monaten will er sich auf die Meisterprüfung vorbereiten. In seiner Freizeit restauriert er mit viel Liebe einen Oldtimer des Fabrikats Triumph Spitfire, Baujahr 1974. Lucas Röttig freut sich, dass er es geschafft hat, ihn 2018 über den TÜV zu bringen und auf die Ausfahrten sobald das Wetter fürs Cabrio geeignet ist.