Lesung im Generationentreff Niedergailbach

Lesung in Niedergailbach : Historisches im Generationentreff

Draußen war es herbstlich grau, es hatte zu regnen begonnen und drohte recht ungemütlich zu werden in Niedergailbach. Doch drinnen im Gebäude des Generationentreffs in der Bischof-Weis-Straße herrschte emsiges Treiben.

Der Verein Generationentreff und die Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz boten eine Lesung an. Der Gersheimer Ortsteil war in diesem Jahr die vierte und letzte Station einer Lesereise durch den Bliesgau der beiden Autorinnen Carola Stahl und Jutta Schwan. Sie lasen vor „ausverkauftem Haus“ aus der Publikation „Vom Leben und Arbeiten im Bliesgau“, das die beiden zuvor schon nach Altheim, Gersheim und Herbitzheim geführt hatte. Die Lebens- und Arbeitsgeschichten des Buches hatten dort schon viele Menschen zusammengebracht und berührt – war es doch aus Geschichten vieler Menschen der Region erwachsen. Das Projekt „Museum der Erinnerung“ der Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz hatte es möglich gemacht.

Im Mittelpunkt der Textpassagen standen das Müllerhandwerk und die denkmalgeschützte Getreidemühle der Familie Folz. Sie klapperte seit 1660 rund dreihundert Jahre lang am Mühlbach. Filmsequenzen eines Interviews mit Ilse Folz, der letzten Müllerin, die selbst anwesend war, und Fotos ergänzten die Texte mit Hilfe des Gersheimer Filmemachers Wolfgang Freier.

Zunächst hatte das Blockflötenquartett des Männer-Gesangvereins Niedergailbach die Veranstaltung eröffnet. In deren Verlauf trug es weitere Kompositionen vor. Am Ende fanden in Anwesenheit des Sparkassen-Direktors Ralph Marx Worte und Musik wohlklingend und ungemein passend zueinander. Die Musik des Flöten-Ensembles unter der Leitung von Anne Detzler fügte sich thematisch ein zu den Geschichten des Müllerlebens.

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