Landwirtschaft und Islandpferde

Walsheim · Was stellen die Bauern in unserer Region her und wie vermarkten sie diese Produkte? Dem gehen wir in einer Serie nach. In loser Folge berichten wir über die landwirtschaftlichen Betriebe. Heute: Hof der Familie Bachmann in Walsheim.

 Familie Bachmann vor ihrem Wohnhaus aus dem Jahr 1860 in Walsheim: Bernd, Niklas, Lena und Tanja (von links). Foto: Wolfgang Degott

Familie Bachmann vor ihrem Wohnhaus aus dem Jahr 1860 in Walsheim: Bernd, Niklas, Lena und Tanja (von links). Foto: Wolfgang Degott

Foto: Wolfgang Degott

Über einen mit Kalksteinen gepflasterten Hof erreicht man die Wohnung des Bauernhofes in Walsheim . Er wird seit acht Jahren von Tanja und Bernd Bachmann selbstständig geführt. Das Paar bewirtschaftet rund 170 Hektar, davon 155 Grün- und 15 Hektar Getreideanbaufläche. Ihre Passion ist die Landwirtschaft , seit einigen Jahren aber auch die Isländer-Pferdezucht.

"Warum Isländer? Islandpferde sind unsere Leidenschaft. Sie sind ausdauernd, leistungsbereit, temperamentvoll, haben einen freundlichen Charakter und sind optimal als Familienpferd geeignet. Außerdem besitzen sie neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp noch die Spezialgangarten Tölt und Pass", so Tanja Bachmann. Mehrmals im Jahr sind ihre Isländer auf Zuchtschauen und Turnieren zu sehen. Sie konnten schon mehrere Platzierungen erzielen. Doch von Anfang an. Das 1860 erbaute und später von Christian Welker gekaufte Wohnhaus lag damals noch am Ortsrand. Es folgten vier Generationen: Ruth und Willi Hüther, Ulrike und Ludwig Bachmann, nun Tanja und Bernd Bachmann, die sich vor zehn Jahren das Ja-Wort gaben. Mittlerweile wächst schon die nächste Generation heran. Die beiden Kinder, Niklas (9) und Lena (5), sind in das Leben auf und um den Bachmann-Hof integriert. Seit wenigen Tagen absolviert der Utweiler Heiko Paltz, nachdem er schon eine Schlosserlehre abgeschlossen hat, die Ausbildung zum Landwirt. Die hat Bernd Bachmann schon lange hinter sich. "Nach der mittleren Reife begann ich gleich meine Lehre. Zwei der Ausbildungsjahre verbrachte ich auf dem Bio-Hof Welsch in Erfweiler-Ehlingen, das dritte Lehrjahr absolvierte ich im elterlichen Betrieb. Danach folgten zwei Winter auf der Fachschule und einer auf der Meisterschule in Lebach", weiß er zu berichten. Er hat sozusagen den vom Elternhaus in die Wiege gelegten Beruf von der Pieke auf gelernt. "Für mich ist es Berufung", so der 36-Jährige. Vor zwölf Jahren pachtete er die ersten Flächen. 2008 übernahm er den Hof. Momentan halten sie 45 Limousin-Mutterkühe, gehören 80 Mutterschafe zum Tierbestand.
80 Mutterschafe

Daneben werden noch "Lohnarbeiten" wie Rundballenpressen, Mist streuen oder auch Holztransport übernommen. Das Getreide, vor allem Dinkel und Weizen, wird an die Biomühle Betz in Urweiler bei St. Wendel verkauft. Die männliche Nachzucht der Kühe nimmt der örtlichen Bullenmäster im Alter von etwa sieben Monaten ab. Dann werden sie bis zum Schlachtgewicht gemästet. Pro Jahr wechseln etwa 20 Tiere den Besitzer. Die weiblichen Tiere werden teilweise zur Zucht gehalten, aber auch vom Hof weg lebend verkauft. Sowohl die Bebelsheimer Schäferei Theobald als auch die Viehzentrale in Bitburg nehmen die jungen Lämmer. Seit sieben Jahren können Pferde beim Bachmann-Hof in Vollpension gegeben werden und sind neben den 30 eigenen Islandpferden ein weiteres wirtschaftliches Standbein. Die Pferde - viele Rassen sind vertreten - werden gefüttert, gemistet, aber auch auf die Weide gebracht. Vor fünf Jahren entstand eine große Halle mit Stallungen, Futterlager und Reithalle.

Den Einstellern werden neben der professionellen Versorgung ihrer Vierbeiner auch Kurse, Grillabende und eine nette Stallgemeinschaft geboten. Beim jährlich einmal stattfindenden Hestadagar der Islandpferde von Walsheim packen alle mit an. So wird der Pferdetag ein schönes Fest für Pferd und Mensch. Abgerundet wird das Angebot auf dem Hof mit einer Gaststätte, dem Hofstübchen, das willkommene Einkehr für Besucher, aber auch Einheimische bietet.

Zum Thema:

Auf einen BlickTanja und Bernd Bachmann betreiben seit acht Jahren ihren Hof in Walsheim . Das Paar bewirtschaftet rund 170 Hektar, davon 155 Grün- und 15 Hektar Getreideanbaufläche. Daneben betreiben sie seit einigen Jahren auch eine Isländer-Pferdezucht. Sie besitzen 30 eigene Pferde . Zum Tierbestand gehören 45 Limousin-Mutterkühe und 80 Mutterschafe. Seit sieben Jahren können Pferde beim Bachmann-Hof in Vollpension gegeben werden. Abgerundet wird das Angebot der Gaststätte Hofstübchen. ott

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort