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Junge Leute in Herbitzheim wünschen sich eine Dirtbahn

Der sportliche Wunsch junger Leute in Herbnitzheim : Gewaltige Sprünge auf dem Sportplatz

Junge Leute in Herbitzheim wünschen sich eine Dirtbahn für ein im Trend liegendes Radsport-Vergnügen.

Mit einem Projekt, das Jugendliche in eigener Regie verwirklichen wollen, hat sich der Herbitzheimer Ortsrat in der Bürgerhaushalle auf Antrag der SPD-Fraktion beschäftigt: der Bau einer Dirtbahn. Sie soll auf dem für den Fußballsport nicht mehr benötigten Sportplatz in Herbitzheim entstehen. Ermöglicht werden soll dabei die Funsportart „Dirt Jump“, was ins Deutsche übertragen etwa „Sprung über einen Erdhügel“ bedeutet.

Dabei handelt es sich um eine Variante des Radsports. Es bezeichnet das Springen über Hügel mit einem BMX oder eigens für die Sportart entwickelten Dirt Bike, das dem Mountain-Bike sehr ähnlich ist. Ziel der Sprünge ist es, in der Luft einige Tricks zu veranstalten. Bestes Baumaterial für künstliche Hügel ist Lehm, da fest und beständig und bestens formbar.

Eingebracht hatten die Idee die beiden Teenager Benedikt Frank und Jan Lippmann. Sie gehören einer Gemeinschaft von jungen Leuten an, die gemeinsam eine Bahn bauen wollen. Sprunganlagen und Landeplätze bestehen aus Naturmaterialien, weitestgehend aus Erde und Holz. Um möglichst viele mit unterschiedlichem Leistungsvermögen zu erreichen, soll die Anlage über drei „Lines“ mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden verfügen. Somit könnten sowohl Anfänger, Fortgeschrittene als auch „Pros“, also Profis, je nach ihrem Können darauf fahren. Auch soll eine Stelle angelegt werden, auf der Tricksprünge geübt werden können.

Grundsätzlich unterstützten die Ratsmitglieder das Vorhaben, votierten auch ohne Gegenstimme dafür. Bevor es jedoch in die Tat umgesetzt werden könne, müssten noch eine Reihe von Fragen beantwortet werden. Dazu wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, unter anderem auch die Eigentumsverhältnisse des Sportplatzes zu klären. Er gehört teilweise der Kommune und der Spielgemeinschaft Herbitzheim-Bliesdalheim. Wichtig sei auch, Haftungsfragen zu beantworten, wie auch die Kosten und Fördermöglichkeiten in Erfahrung gebracht werden sollen.

Die neben den Antragstellern erschienenen Anwohner des Sportgeländes zeigten sich ebenfalls nicht abgeneigt hinsichtlich der neuen Pläne. Bemängelt wurde jedoch, dass bisher noch keine „Bürgerbeteiligung“ stattgefunden habe. Nach dem Willen von Ratsmitglied Siegfried Schmidt müssten auch noch die Meinungen des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz, vom Sportverein selbst, aber auch die der Anwohner eingeholt werden. Er gab auch zu bedenken, dass sich der Sportplatz in unmittelbarer Nähe zu den Häusern eines „reinen Wohngebietes“ befindet. Das Thema wird sicherlich auch in einer der nächsten Sitzungen nochmals auf der Tagesordnung stehen.

Ortsvorsteher Hans-Jürgen Domberg teilte mit, dass aus der Aktion „Stadtradeln“, bei dem sich auch eine größere Gruppe aus Herbitzheim beteiligt hatte, eine Zuwendung für Herbitzheim von 1000 Euro erfolgte. Das Geld wurde dem Ortsratsbudget zugeschrieben. Jetzt werde nach geeigneten Investitionen gesucht. Und noch eine Entscheidung: Aufgrund der Corona-Lage und ihrer allseits bekannten Beschränkungen sprachen sich die Ratsmitglieder einstimmig dafür aus, die Bürgerreise „Unser Dorf fährt …“ von diesem auf das nächste Jahr zu verschieben.

Die nächste Ortsratssitzung wurde auf Donnerstag, 4. März, um 19 Uhr terminiert.