Insolvenzverwalter sieht Zukunft von Haus Sonne optimistisch

Insolvenzverwalter sieht Zukunft von Haus Sonne optimistisch

Nachdem Haus Sonne Insolvenz angemeldet hat, sieht Insolvenzverwalter Günter Staab die Behinderten-Einrichtung auf einem guten Weg. Um den künftigen Betrieb gewährleisten zu können, hofft er jedoch auch auf ein Entgegenkommen des Sozialministeriums.

. Der Insolvenzverwalter von Haus Sonne, Günter Staab, ist optimistisch, dass die Behinderten-Einrichtung im Bliesgau saniert werden kann. "Bei dem drängendsten Problem, dem fehlenden Fachpersonal , sind wir schon auf einem guten Weg, haben bereits erste Kräfte eingestellt", sagte er der SZ auf Anfrage. Weil die Behinderten-Einrichtung die Fachkräftequoten nicht erfüllt hatte, sollte Haus Sonne hohe sechsstellige Förderbeträge an das Sozialministerium zurückzahlen und hatte infolgedessen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz-Antrag gestellt (die SZ berichtete).

Geplant sei laut Staab, das Unternehmen auf eine neue Basis zu stellen. Dafür soll eine neue Gesellschaft unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands gegründet werden, die dann die Immobilien von Haus Sonne ebenso wie die Mitarbeiter übernimmt. "Aktuell sind wir dabei, die Immobilien von Gutachtern bewerten zu lassen", sagte Staab. Während Aufsichtsratschef Nils Nünke im vergangenen Sommer noch von einem Eigenkapital von zwei Millionen Euro ausging, geht Insolvenzverwalter Staab von geringeren Beträgen aus. "Die Immobilien in Walsheim sind zwar sehr schön, aber eben in einer absoluten Randlage", erklärte Staab. "Außerdem besteht hoher Renovierungsbedarf." Die abgelegene Lage mit Arbeitsstätten auf dem Neukalenberger Hof in Böckweiler und in Walsheim sei das größte Problem bei der Gewinnung von Fachpersonal , betonte Staab.

Die größten finanziellen Belastungen - die Rückforderungen des Ministeriums sowie die Pensionszusagen an ehemalige Mitarbeiter - sind durch die Insolvenz für die neue Gesellschaft erledigt. Die Pensionsverpflichtungen werden vom Pensionssicherungsverein übernommen, der dann ebenso wie das Ministerium als Gläubiger - soweit möglich - aus der Insolvenzmasse bedient wird.

Um den künftigen Betrieb mit einem ausreichenden Fachkräfteschlüssel gewährleisten zu können, hofft Staab auch auf ein Entgegenkommen des Sozialministeriums. Mit diesem müsse man über eine Anpassung der Betreuungssätze für die 152 behinderten Kinder und Erwachsenen reden. "Ich gehe aber davon aus, dass wir eine Basis finden können. Wir haben zu wenige öffentliche Betreuungsplätze - insofern ist das Land am Zug." Die anthroposophische Ausrichtung, ein Kernmerkmal von Haus Sonne, solle auf jeden Fall erhalten bleiben.