1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Gersheim

Infoveranstaltung zum Bürgerbus Gersheim

Infoveranstaltung in Gersheim : Der Bürgerbus stößt auf großes Interesse

Im Kulturhaus informierten die Gemeinde und die Agentur Landmobil über das Projekt zur Nahmobilität.

Nach der ersten Information vor wenigen Monaten in Herbitzheim ist das Projekt „Bürgerbus für die Gemeinde Gersheim“ weiter geplant worden. Rund 30 Interessierte fanden sich vor einiger Zeit bei der Veranstaltung im Kulturhaus ein, bei der Bürgermeister Michael Clivot auch den Partner, die Agentur Landmobil präsentierte. Mit ihr soll in den nächsten Monaten weiter zusammengearbeitet und das Vorhaben weiter vorangebracht werden. Nächster Schritt wird eine Planungsveranstaltung sein.

„Wir sind eine sehr ländliche Gemeinde. Der Bürgerbus soll vor allem die Nahmobilität zwischen den kleinen Ortsteilen verbessern“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Die Bliestalkommune Gersheim weist mit ihren etwa 6300 Einwohnern, verstreut in elf Dörfern auf einer Fläche von rund 57 Quadratkilometern die geringste Einwohnerdichte des Saarlandes auf. Teilweise sei der Hauptort aus Ortsteilen mit regulären öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Insbesondere die Dörfer der Parr im Bickenalbtal seien wegen der langen Fahrzeiten eher abgeschnitten. Ihre Bewohner seien auf eigene Autos angewiesen.

Der Transport durch den Bürgerbus, der im Laufe des nächsten Jahres angeboten werden soll, sei jedoch nur ein Teil der Aufgabe. „Da ist immer eine starke soziale Komponente mit dabei“, berichtete Ralph Hintz, der seit acht Jahren das Bürgerbusprojektes im rheinland-pfälzischen Langenlonsheim leitet. Als Berater für die Agentur Landmobil erläuterte er im Kulturhaus, dass der Fahrer beispielsweise beim Ein- und Aussteigen helfe, Rollatoren verlade und auch mal beim Anschnallen unterstütze. „Der Einkauf wird auch in die Wohnung getragen, wenn es nötig ist“, so Hintz weiter. 22 Prozent der Gersheimer Bevölkerung ist älter als 65 Jahre, Tendenz steigend.

Dazu Hintz: „Ältere Menschen können den regulären öffentlichen Verkehr – so es ihn gibt – oft nicht mehr nutzen und kommen nur sehr beschwerlich zum Arzt oder Einkauf. Hier setzt der Bürgerbus an, indem er wieder mobile Freiheit für Menschen gibt, die bisher auf andere Personen angewiesen waren.“ Bei der Planungsveranstaltung, die – soweit es das Corona-Infektionsgeschehen erlaubt – Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres stattfinden wird, werde Schritt für Schritt besprochen, wie der Bürgerbus gestaltet werden soll“, so Holger Jansen von der Agentur Landmobil, der eigens aus Berlin angereist war. Mit dabei sein werden dann alle Freiwilligen, die sich als Fahrerinnen und Fahrer, für die Telefonzentrale oder für das Organisationsteam bis dahin gemeldet haben. Bislang sei es noch immer gelungen, die erforderlichen 20 bis 25 Ehrenamtlichen zu rekrutieren, sagt Holger Jansen: Das Engagement sei oft sogar so groß, dass man darauf achten müsse, dass man niemanden überfordere. Jeder einen Einsatz im Monat, sonst funktioniere das nicht, so Jansen.

Das Projekt Bürgerbus Gersheim wird vom saarländischen Verkehrsministerium gefördert. Träger ist die Gemeinde Gersheim, die die Verantwortung übernimmt und die administrative Unterstützung gewährleistet. Den fachlichen Teil der Projektentwicklung übernimmt das Team der Agentur Landmobil, die bereits über 70 Projekte in Deutschland, darunter auch in Kirkel und Eppelborn, realisiert hat.

Anmeldungen werden angenommen und Auskünfte erteilt von Stefan Gebhart bei der Gemeindeverwaltung Gersheim. Er ist unter, Tel. (06843) 80 14 00 oder E-Mail: SGebhart@gersheim.de zu erreichen. Fachliche Fragen zur weiteren Projektentwicklung beantwortet das Team der Agentur Landmobil, Tel. (030) 42 80 12 58, E-Mail: jansen@agentur-landmobil.de