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In Walsheim wird die Kirmes gefeiert - unter ganz neuen Vorzeichen

Eingeschränkte Feierfreude in Walsheim : Im Bierdorf freut man sich auf die Kerb

In Walsheim wird diesmal unter ganz anderen Vorzeichen gefeiert. Dennoch soll es eine fröhliche Fete werden.

Es wird eine andere Kerb als in den letzten Jahren in Walsheim. Alles steht im Zeichen einer „neuen Normalität“. Das „Treiben“ beschränkt sich auf den Vorplatz des Sportheims und dann auch nur, wenn das Wetter mitspielt. Pirmin Langenbahn, Vorsitzender der Sportfreunde, teilt mit, dass das Sportheim während der Kerwetage von Freitag bis Dienstag, 9. bis 13. Oktober geschlossen bleibt. „Wir haben lange diskutiert und sind dann zu dieser Entscheidung gekommen, da wir ansonsten die Hygienevorschriften nicht erfüllen können“, erklärte der 70-Jährige. So ist das Gelände am Freitag ab 18 Uhr geöffnet. Jeder muss sich registrieren und erhält danach als Kennzeichen ein Armbändchen.

An dem Abend findet auch das Training der aktiven Mannschaften statt. Samstags geht es mit einem Spiel der D-Junioren gegen die SG Hassel um 15.15 Uhr weiter. Es folgt um 18 Uhr das AH-Spiel gegen die SG Schwarzbachtal aus Höhmühlbach in der Pfalz. Höhepunkt des Sonntags wird nach den Spielen der beiden aktiven Mannschaften um 12.30 und 16 Uhr gegen Genclerbirligi Homburg die Kerweredd am Sportheim sein. Vorgetragen wird sie vom 24-jährigen „Kerwebabbe“ Eric Höh, der schon im letzten Jahr und davor schon vor sechs Jahren im „Kerwespruch“ das Dorfleben glossiert hatte.

Die Straußgesellschaft der „Straußbuben-AG 1982“ besteht aus zwölf Mitgliedern, die zwischen 18 und 26 Jahre alt sind. Sie beginnen ihre Aktivitäten am Freitagabend um 18 Uhr, wenn sie dazu aufbrechen, die Kerb zu suchen, um sie auszugraben. Nach dem traditionellen Kerbausrufen an verschiedenen Plätzen des Dorfes reihen sie sich ins Feiervolk am Sportplatz ein. Samstags treffen sie sich um 10 Uhr am Duppstein.

Nach dem Frühschoppen besuchen sie traditionell gewandet mit Strohhut, weißem Sweat-Shirt und Schürzchen, die Familie Lange um dort, wie schon in den Jahren zuvor, Cocktails und Lasagne zu kosten. Nach dem montäglichen Frühschoppen am Sportplatz, wo sonntags und montags das Team des Gersheimer Dilan Kebap sein Essen rund um die türkische Küche anbietet, treffen sie sich mit „eingeschworenen Alten“, um im Dorf zünftig zu feiern.

Mit eigens angefertigtem Mund-Nasen-Schutz ziehen sie dienstags beim Lumpezuch durch das Bierdorf, in dem einmal eine sehr berühmte Brauerei stand. Leider öffnet die Dorfgaststätte Lugenbiel ihre Theke nicht. Inhaber Jörg Lugenbiel, der mitteilte, dass lediglich 30 Gäste das Lokal gleichzeitig besuchen könnten, will niemand „vor den Kopf“ stoßen, indem man ihm den Zutritt verwehrt. Auch hält er es für sehr schwierig die Abstands- und Hygieneregeln bei einer solchen Dorffeier zu garantieren.