„Ich hätte mir einen anderen Abgang gewünscht“

„Ich hätte mir einen anderen Abgang gewünscht“

Vor 15 Jahren übernahm Jochen Strobel bei der SG Parr Medelsheim die Verantwortung. Er war als Vorsitzender, später mehrfach als Trainer tätig. Doch nun soll Schluss sein nach der enttäuschenden Bezirksliga-Runde, die mit dem Abstieg endete.

Jochen Strobel und die SG Parr Medelsheim gehören eigentlich untrennbar zusammen. Sie stehen für viele Höhen Tiefen des Fußball-Clubs, der im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag feiert. Künftig gehen beide getrennte Wege. Das 36 Jahre alte Urgestein zieht nach der Saison als Spielertrainer einen Schlussstrich unter ein Engagement, das vor 15 Jahren begann. Damals übernahm der Marketingleiter eines Energieversorgers als 21-Jähriger den Vereinsposten.

Er habe nicht nur an den Erfolg geglaubt, sondern auch intensiv dafür gearbeitet, sagt Strobel, der auf die längste Amtszeit aller 14 Vorsitzenden seit der Gründung der SG zurückblicken kann. Er profitierte in seiner Arbeit vom offenen und freundlichen Vereinsklima, vom guten und verantwortungsvollen Verhältnis der Vorstandsmitglieder untereinander. Zweimaliger Ausbau des Sportheims (2002/2003), seit 2003 Verfolgung des Projekts Kunstrasenplatz, Besiegelung der Spielgemeinschaft (SG) mit dem SV Brenschelbach (2007), Aufstieg der Damenmannschaft in die Regionalliga und Erreichen des Saarlandpokal-Finales (2007), aber auch viele gesellschaftliche Veranstaltungen wie die Disconächte sind Meilensteine unter der Führung Strobels.

Nach 4004 Tagen Amtszeit gab Strobel vor fünf Jahren den Führungsstab weiter. Nur kurz hielt er es ohne seine Parr aus. Er wurde wieder Trainer. Nach dem Abstieg schaffte er mit Trainerkollege Steffen Schwarz den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga Homburg. Nach diesem Kraftakt hielt der Club anfangs gut mit, überwinterte auf Platz zwei. In der Rückrunde begann eine Zeit der Tristesse, die im Rücktritt Strobels mündet. Als Grund nennt er die sportliche Entwicklung der vergangenen Monate. Er übernehme die Verantwortung für das schlechte Abschneiden. Nach dem siebten Platz in der Vorrunde rutschte der Aufsteiger auf Platz 15 ab. Nachfolger Christian Schmelzer hatte wenig Fortune, musste den Platz räumen. Strobel übernahm zum dritten Mal. Abgänge wichtiger Spieler konnte er jedoch nicht kompensieren. Die Mannschaft stieg nun aus der Bezirksliga ab.

Und was bleibt persönlich? "Ich hätte mir einen anderen Abgang gewünscht. Die letzten Wochen und Monate waren hart und wurden kombiniert mit einer Reihe von Enttäuschungen und nicht eingehaltenen Zusagen von Spielern und Vereinsverantwortlichen", resümiert Strobel. "Das Klima wurde kälter und ich fühlte mich teilweise, als wäre ich fremd in dem Verein. Es ist nun an der Zeit, den Platz komplett frei zu räumen und weiterzuziehen." Endgültig. "Damit neue Kräfte sich entfalten können."

Mehr von Saarbrücker Zeitung