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Hohes Preisgeld für die Gemeinschaftsschule Gersheim

Ein schöner Geldsegen für diese Schule in Gersheim : Preisgeld bringt die Gemeinschaftsschule digital weiter voran

Eher zufällig war die Mail der „Deutsche Eisenbahn Versicherung, Sach- und HUK-Versicherungsverein“ (DEVK) im Postfach der Gemeinschaftsschule Gersheim entdeckt worden. Es ging um den Aufruf zur Teilnahme am Wettbewerb „Smarte Schule, clevere Kids“.

Die Bewerbung wurde weggeschickt und wenige Tage später flatterte die Mitteilung ins Haus, dass für die 540 Schüler in den 23 Klassen mit ihrem Lehrerkollegium ein Preis von 10 000 Euro zugesprochen wird. Deutschlandweit hatten sich 4800 Schulen beworben, an 200, davon noch die Gemeinschaftsschule St. Ingbert-Rohrbach und die Grundschule Sonnenfeld Homburg aus dem Saarpfalz-Kreis wurde das gesamte Preisgeld in Höhe von zwei Millionen Euro ausgeschüttet.

Die Intention des Versicherungsunternehmens ist auf deren Webseite zu lesen: Die Schule soll digitaler gemacht werden. So heißt es weiter: „Nicht erst seit der Corona-Krise sind digitale Kompetenzen auch im Unterricht gefragt. Doch viele Klassenzimmer sind dafür unzureichend ausgestattet. Damit Kinder und Jugendliche den medialen Herausforderungen in Schule und Berufsleben gewachsen sind, benötigen sie die richtige Ausrüstung. Dabei möchten wir helfen.“

In Gersheim wird die Spende zuerst einmal dafür genommen, zu den beiden bereits von der Firma Hager in Blieskastel zur Verfügung gestellten Tabletkoffer noch einen dritten dazu zu kaufen. Schulleiter Günther Clemens erläutert dazu, dass sich in einem solchen etwa 5000 Euro teuren Koffer 15 Rechner befinden. Da im Wechselunterricht maximal 15 Schüler eine Gruppe bilden, stelle das Arbeiten damit Arbeiten einen Klassensatz dar. So seien die Koffer schon jetzt ständig „unterwegs“ und zu einem wichtigen Hilfsmittel geworden. Oliver Battel, stellvertretender Schulleiter fügte hinzu, dass für die Fächer Arbeitslehre und Naturwissenschaften als Ergänzung zum vorhandenen 3D-Drucker noch eine CNC-Maschine beschafft werden soll. Damit könne man digital merklich „aufrüsten“ und weitere Arbeitsgänge in den Unterricht einfließen lassen. Insgesamt, so Clemens rückblickend, sei die Schule gut aufgestellt in die Krise gerutscht. So hätte schon vor Corona jeder Schüler einen eigenen Mail-Account besessen, seien virtuelle Klassenzimmer auch schon vorhanden gewesen. Die Pandemie habe dem digitalen Miteinander jedoch noch einen kräftigen Schub gegeben. Ob im Klassenraum oder zu Hause beim „Homeschooling“ sei zu beobachten, dass wesentlich konzentrierter gearbeitet werde.

Zugeschaltet im Unterricht oder innerhalb einer Video-Konferenz, in der Corona-Zeit sei man ein „gutes Stück“ weitergekommen. Mittlerweile sei es selbstverständlich geworden mit dem Digitalen umzugehen. Es werde wesentlich mehr per Mail kommuniziert, kaum noch mit Papier gearbeitet. Gerade auch im Mailverkehr sei zu beobachten, dass jetzt alles gelesen werde, was vorher nicht selbstverständlich gewesen sei. „Jetzt schaut jeder drauf und informiert sich, erkennt auch die Notwendigkeit es zu tun“ so der Schulleiter im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch in der Lehrerfortbildung sei die Fortentwicklung der virtuellen Welt nicht mehr wegzudenken. Innerhalb einer internen Veranstaltung habe man sich zuletzt intensiv mit dem digitalen Arbeiten beschäftigt. Workshops mit den Überschriften „Interaktive PDFs erstellen“, „Interaktiver Unterricht mit H5P einem Modul der Onlineschule Saarland“, „Digitale Hilfsmittel für den Mathematikunterricht“ oder „Erstellen von Lehrvideos“ sind dazu vier Beispiele, deren Ergebnisse danach auch noch in den Fachkonferenzen ausgetauscht wurden. Neben den digitalen Anforderungen werden an der Gersheimer Schule, die in Trägerschaft des Saarpfalz-Kreises steht, jedoch auch die analogen Aspekte nicht vernachlässigt. Innerhalb der sogenannten „Draußen-Schule“ werden Lerninhalte vermittelt. Dazu zählen unter anderem auch die Beschäftigung der Fünfer-Klassen im Modellprojekt „Bienen“, zumal eigene Bienenvölker betreut werden.