Binationales Fest: Grenzenlose Feier unter Freunden

Binationales Fest : Grenzenlose Feier unter Freunden

Ein Fest der Freundschaft über alle Grenzen hinweg ist das Brückenbogenfest in Gersheim. Deutsche und Franzosen feierten jetzt wieder gemeinsam.

„Europa ist keine Schönwetterveranstaltung, sondern ein hartes Ringen und das Bohren dicker Bretter“, sagte Hermann Lembert, Vorsitzender der deutsch-französischen Arbeitsgemeinschaft christlicher Demokraten bei der Eröffnung des 39. Reinheimer Brückenbogenfestes. Der engagierte „Europa-Pionier“ hat es sich, wie in den vielen Jahren zuvor, nicht nehmen lassen, alle französischen Maires, Adjoints und Abgeordneten des benachbarten Bitscher Landes der Region um Sarreguemines und des „krummen“ Elsass persönlich einzuladen. Damit dokumentierte er die guten Verbindungen und das freundschaftliche Miteinander in der Grenzregion.

Celeste Lett, seit 19 Jahren Bürgermeister von Sarreguemines und langjähriger Abgeordneter der Französischen Nationalversammlung, der Lembert als den deutschen Botschafter in Frankreich bezeichnete, rief dazu auf, nicht nachzulassen sich für die europäische Bewegung einzusetzen. Schon seit vielen Jahren treffen sich unter der Bliesbrücke deutsche und französische Politiker, findet doch dort zum Auftakt des Brückenbogenfests ein besonderes binationales Stelldichein statt.

„In der Region sind die Menschen schon immer Freunde gewesen. Es waren diejenigen in Berlin und Paris, die es versaut haben“, fand Staatssekretär im saarländischen Justizministerium, Roland Theis, klare Worte. Auf der Basis der deutsch-französischen Freundschaft habe sich ein Projekt Europa entwickelt und Menschen wie Hermann Lembert stünden für die Pflege der menschlichen Beziehungen zwischen den Saarländern und ihren Nachbarn. Theis: „Die deutsch-französische Freundschaft ist viel zu wichtig, als dass man sie nur der Politik überlassen dürfte. In Reinheim wird das nicht nur so gesehen, sondern auch so praktiziert.“ Auch fügte er in deutscher und französischer Sprache hinzu, dass das europäische Projekt heute so notwendig wie noch nie sei und vom Brückenbogenfest dazu das Signal ausgehe.

Als Schirmherr (neben Bliesbrucks Maire Jean-Luc Lutz und Gersheims Erstem Beigeordneten Klaus Hussong) schlug er das erste Bierfass an. Mit dabei war auch der CDU-Fraktionsvorsitzende im Saar-Landtag, Alexander Funk, der gemeinsam mit dem Hamburger Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse, unter den Gästen zu finden war. Gemeinsam sangen alle die von den Rohrental-Musikanten intonierten Nationalhymnen, Marseillaise und Deutschlandlied mit.

Peter Nagel, der Vorsitzende der Sportfreunde Reinheim, die das Fest zum zweiten Mal ausgerichtet haben, nachdem der Carneval-Club dazu nicht mehr in der Lage gewesen war, sprach von der Brücke als Zeichen der Verbundenheit zwischen den beiden Ländern. Er kündigte an, dass die Tradition weiter fortgeführt werde, hatte diesmal mit rund 150 Helfern auch eine Mammutaufgabe zu bewältigen, die mit Bravour gelöst worden war. Während der drei Festtage fand ein großes Schlachtfest statt, bei dem es auch Flammkuchen, Hoorische und Grumbeerpannekuche gab.

Guten Anklang fand die neue Weinlounge, die Sektbar, aber auch die erstmals eingerichtete „Kölsche Kneipe“ die von Karl Jank und Peter Becker betreut wurde. Den sonntäglichen Frühschoppen umrahmte die Musikkapelle des Musikvereins Gersheim. Der Mittagstisch bot unter anderem Spießbraten und Geschnetzeltes. Am frühen Nachmittag öffnete das Kuchenbüffet. An allen Festtagen stand für die kleinen Gäste eine Hüpfburg zum Austoben bereit.

Mehr von Saarbrücker Zeitung