Golf-Schupperstunde auf dem Katharinenhof in Rubenheim

Rubenheim : So also fühlt sich dieser Golfsport an

Eine Schnupperstunde auf dem wunderbar gelegenen Katharinenhof in Rubenheim.

Mit einem einladenden, breiten Lächeln heißt er seinen Gast willkommen. Der australische Sonnyboy steht fröhlich bereit. Geschwind nimmt er einem die Angst. Die Angst zu versagen. In einer Sportart, die absolutes Neuland ist. Willkommen auf dem Katharinenhof in Rubenheim, nur zehn Minuten vom Flughafen Ensheim und 20 Minuten von der Landeshauptstadt entfernt. Hier tauchen wir an einem sonnigen Samstag ein in eine ganz neue Welt – auf sattem Grün inmitten prächtiger Idylle. Bei klarem Wetter reicht die Sicht von der großen Terrasse bis in die Vogesen. Doch vor gastronomischen Genüssen und Panoramablick ist beim heutigen Schnuppertraining erst einmal ein wenig Anstrengung angesagt.

Darran Train nimmt sich alle Zeit der Welt. Immer wieder erklärt der 43-Jährige die Grundbewegungen, die so wichtig sind, um den Ball zu treffen und über weite Entfernungen oder sehr kurze Distanzen genau dahin zu bugsieren, wo er hin soll. Es geht um die exakte Haltung der Hände, ebenso wie die der Arme und Beine. Dann kommen auch noch die sehr unterschiedlichen Schläger und ihre Einsatzmöglichkeiten zur Sprache. Die „Eisen“ und „Hölzer“ eben – und anderes mehr.

SZ-Redakteurin Michèle Hartmann und Golf-Trainer Darran Train auf dem Katharinenhof in Rubenheim. Hier erklärt der gebürtige Australier einen der vielen verschiedenen Schläger und dessen Einsatzmöglichkeit. Foto: Foto: Klaus Musseleck

Um es vorwegzunehmen: Es dauert bei Leuten, die sich nicht unbedingt zu den sportlich herausragenden Talenten zählen dürfen, schon eine geraume Zeit, bis sie das Gefühl entwickeln für den wuchtigen Abschlag oder fürs Einlochen mit Feingefühl. Wenn der Ball am Ende beispielsweise nur noch einen halben Meter vorm angesteuerten Loch landet und filigran in dieses versenkt werden soll. Trainer Train erklärt bravourös, spricht gut deutsch und merzt hartnäckig die Anfängerfehler aus. Übung, Übung, nichts als Übung: Golf ist keine einfache Sportart. Man muss sich Zeit nehmen, um dem Erfolg auf die Spur zu kommen. Doch dann stellt sich oft die „Sucht“ ein.

Die vielen Golfbälle, die sich zu Übungszwecken über diesen Platz ergießen, werden am Ende auch wieder eingesammelt. Foto: Klaus Musseleck

Roman Bonnaire, bekannt aus Radio und TV, ist der Pressemann auf dem Katharinenhof. Ergo fährt er auch mal die Presse spazieren. Per Elektro-Cart geht es über die 18-Loch-Anlage mit ihrer abwechslungreichen, teils hügeligen Landschaft, mit ihren Bunkern und Weihern. Die Bunker sind äußerst unbeliebt. Um nicht zu sagen eine echte Herausforderung. Den Ball, der hier ungewollt landet, aus dem Sandhindernis wieder herauszuschlagen, ist was für echte Könner wie Darran Train. Bei eher ungeübten Golfern verbreiten die Gruben sportliche Verzweiflung und Pein.

Keine Sorge, der Arm, der hier aus einem Weiher des Golfplatzes ragt, ist nicht echt. Ein kleiner zum Schmunzeln geeigneter Gag am Rande. Foto: Foto: Klaus Musseleck

Doch zurück zu den Annehmlichkeiten für die Clubmitglieder. Die können etwa auf absperrbare Caddy-Boxen zurückgreifen und damit ihr ganzes Equipment auf dem Katharinenhof zurücklassen. Bis zur nächsten Runde auf dem Golfplatz, für die man – je nach Spielstärke – vier Stunden aufwärts veranschlagen kann. Also ist es mehr als nützlich, wenn die ganze Familie „golfsüchtig“ ist. Bei Club-Präsident Erik Werny ist das der Fall. Die Ehefrau und seine beiden Kinder sind mit von der Partie. Er selbst ist ein herausragender Spieler und freut sich, dass sein Verein über 650 Mitglieder zählt. Von ihm und Roman Bonnaire erfährt man, dass auf dem 35 Hektar großen Katharinenhof – er umfasst also 50 Fußballfelder – sechs Platzarbeiter beschäftigt sind, dazu ein „Head-Green-Keeper“, der sich um die Pflege des Areals kümmert. Und zwei Damen arbeiten im Sekretariat mit seinen großzügigen Öffnungszeiten. Wir erfahren überdies Näheres über die sogenannte Etikette: Benimmregeln, die über das Verhalten auf dem Golfplatz bestimmen oder auch die Kleidung betreffen. Im abgerissenen Schlabber-T-Shirt von Loch zu Loch hüpfen – so etwas würde nicht geduldet werden. Ansonsten geht es aber gar nicht steif zu, die Atmosphäre hier ist leger und freundlich.

Das ist der Golfclub-Präsident Erik Werny. Foto: Roman Bonnaire

Seit 1982 gibt es den Katharinenhof als Golf-Tummelplatz, erst als Neun-Loch-Anlage, später dann ausgebaut in den heutigen Ausmaßen. Und wer denkt, er könnte sich als Anfänger einfach mal einen Schläger schnappen und seine eher weniger ausgeprägten Künste auf dem Platz erproben, der muss erfahren, dass es erst einmal gilt, die sogenannte Platzreife zu erlangen. Es geht darum, ein bestimmtes Niveau erreichen, um nicht andere Spieler in ihrem sportlichen Tun zu behindern.

En passant erfahren wir auch, dass das Club-Leben ein sehr ausgeprägtes ist. „Kaum jemand geht nach einer Runde sofort nach Hause“, sagt Präsident Erik Werny. Vielmehr sitzen die Mitglieder noch auf der großen Terrasse und genießen das, was Küche und Keller zu bieten haben. Auch Radfahrer und Wanderer kommen gern hierher, um sich in schönster Umgebung kulinarisch verwöhnen zu lassen.

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