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Gersheim will zurück zur Normalität

Gemeinderat Gersheim : Gersheim will zurück zur Normalität

Bürgermeister Michael Clivot (SPD) unterrichtete am Dienstagabend den Gemeinderat über das allmähliche Zurückfahren der Pandemie-Maßnahmen in der Gemeinde.

Zu Beginn der Oktober-Gemeinderatssitzung im Kulturhaus Gersheim gab es von Bürgermeister Michael Clivot (SPD) zunächst eine Übersicht über den neuesten Stand der Corona-Situation in Gersheim. Man habe „immer mal wieder einen Fall“, berichtete der Verwaltungschef, aber insgesamt sei man glimpflich durch die Pandemie gekommen. „Wenn wir einen Fall in Gersheim haben, bedeutet das gleich eine Inzidenz von 16“, verdeutlichte der Bürgermeister die Relation. Aber man komme auch bei der Landesregierung weg von der reinen Betrachtung der Inzidenz-Zahlen. Vorort habe sich die Situation insgesamt so stabilisiert, dass man den Betrieb des Testzentrums mangels Nachfrage nun einstellen werde. Auch die örtliche Apotheke will das Testen einstellen. Wie Clivot aber weiter mitteilte, stünden die Johanniter als bisheriger Betreiber des Testzentrums weiterhin bereit, sollte sich die Situation noch einmal verändern.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Tests ab Mitte Oktober bezahlt werden müssten. Weiterhin getestet wird in Schulen, vielleicht demnächst auch mit den sogenannten Lolli-Tests. In diesem Zusammenhang will Reinheims Ortsvorsteher Peter Wack (CDU) erreichen, dass die regelmäßigen Tests der Schulkinder in Reinheim eventuell auch im Nebenraum der Grenzlandhalle durchgeführt werden könnten, damit die große Halle wieder allgemein genutzt werden könne. Hier soll es diesbezügliche Absprachen mit Schulleiterin Susanne Albrecht geben. Wie Clivot weiter informierte, habe er mit Landrat Theophil Gallo vereinbart, dass mobile Impfteams auch nach Gersheim zu Sonderimpfaktionen kommen sollten. Es werde auch gleich ein Zweittermin für die Wiederholungsimpfung vereinbart werden können. Zudem sei es auch möglich, Booster-, also Auffrischungsimpfungen dort zu erhalten.

In Absprache mit dem saarländischen Städte- und Gemeindetag (SSGT) schlug der Bürgermeister vor, die Geschäftsordnung des Gemeinderates zu ändern, damit man künftig wieder mit allen Gemeinderatsmitgliedern und auch wieder im Sitzungssaal im Rathaus tagen könne, sofern es keine verschärfte Pandemie-Situation gebe. Die SPD- wie die CDU-Fraktion unterstützten den Änderungsvorschlag, „das ist dann wieder ein Stück zurück zur Normalität“, wie CDU-Fraktionssprecher Peter Krämer feststellte. Zur Verwunderung aller stimmten die beiden AfD-Ratsmitglieder gegen den Vorschlag. Schließlich hätte man schon vor einiger Zeit den Antrag eingebracht, alle Corona-Einschränkungen abzubauen, und da hätte der Rat auch nicht zugestimmt, gab Hans Jank für seine Fraktion zu Protokoll.

„Ich kann jetzt meine Verärgerung nicht verbergen“, gab der Bürgermeister daraufhin zurück. Die Rückfrage beim SSGT sei schließlich nicht zuletzt auch auf Wunsch der AfD erfolgt: „Eure Verhalten ist unverschämt und beleidigend. Ich merke mir das und werde das dann in Zukunft anders handhaben“, so Clivot ungehalten.

Zur Anfrage von Hans Jank bezüglich des Baus von Windkrafträdern bei Utweiler gab es vom Bürgermeister eine klare Auskunft. Seit Jahren schon gäbe es Pläne der Firma Juwi, einer Firma für Projektentwicklung für Windkraft und Photovoltaik, in dieser Ecke Gersheims Windräder zu installieren. Allerdings, so versicherte Clivot, gebe es bisher noch keine offizielle Bauanfrage des Unternehmens: „Und solange der Gemeinde nichts Offizielles vorliegt, kann sie auch nichts unternehmen“, so der Rathauschef. Am Sachstand habe es seit Jahren keine Veränderung gegeben. Der Bürgermeister gab keine optimistische Prognose für den Bau ab, schließlich habe sich die Population der Rot- und Schwarzmilane und auch der Störche in den letzten Jahren noch vergrößert, sodass die Chancen für eine Genehmigung des Projekts eher skeptisch zu bewerten seien. Man werde zu gegebener Zeit auch Bürgerinformationen durchführen und bestehe darauf, dass die Firma Juwi stets für Transparenz sorge.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Clivot Marco Lorang als neues Ratsmitglied für die SPD-Fraktion verpflichtet. Das bisherige Ratsmitglied Steffen Lauer musste aus beruflichen Gründen den Rat verlassen.