1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Gersheim

Gersheim hilft und spendet für "Ingos kleine Kältehilfe"

Eine tolle Gemeinschaftsaktion in Gersheim : Für „Ingos kleine Kältehilfe“ legen sie sich ins Zeug

80 Essen machten sich kürzlich auf den Weg von Rubenheim nach Saarbrücken. Der Inhaber des Bistro History, Kevin Berndt, überraschte damit die Gäste von „Ingos kleine Kältehilfe“ im ehemaligen Gasthaus „Lehrer Lämpel“ in der Stengelstraße.

Er servierte ihnen ein schmackhaftes Abendessen. So wurde eine ehrenamtliche Organisation unterstützt, die Bedürftigen vornehmlich in der kalten Jahreszeit täglich eine warme Mahlzeit am Abend anbietet.

Im Bliestal waren einen Tag zuvor unter anderem 30 Kilogramm Hackfleisch mit Zwiebeln, Knoblauch, Gewürzen und Brot, 20 Kilogramm Gemüse, die gleiche Menge Kartoffeln mit Soße und Käse fürs Kartoffelgratin von freiwilligen Helfern zusammengestellt und von Berndt in der Bistro-Küche zubereitet worden. Der freute sich, dass sich nach seinem Aufruf auf dem Messenger-Dienst Whatsapp schnell Helfer gemeldet hatten. Auch Spender des Essens, wozu neben dem Rubenheimer Wolfgang Theis, die Bliesmenger Georg Gusenburger GmbH, die Metro Saarbrücken, die Bäckerei Lenert und die Gersheimer LVM-Versicherungsagentur Drautzburg gehörten, waren rasch gefunden. Zudem konnte Berndt auf eine Geldspende zurückgreifen. Ursprünglich hatte er nur daran gedacht, Frikadellen zu spenden, doch im Gespräch mit Verantwortlichen der Kältehilfe und vor dem Hintergrund, dass viele Menschen dort versorgt werden, weitete er sein Engagement aus. Darüber hinaus sammelten seine Fahrer vom Lieferdienst ihre Trinkgelder und brachten 300 Euro mit zur Kältehilfe.

Seit elf Jahren ist Kevin Berndt selbstständiger Gastronom, war einst, als er das Sportheim der Eintracht Altenwald übernommen hatte, mit 21 Jahren der vielleicht jüngste Wirt im Saarland. Seit 2013 führt er in „Kleintirol“ das Bistro. „Ich habe noch nie Hilfe gebraucht, war immer erfolgreich, doch die Corona-Pandemie mit der jetzt zweiten Zwangsschließung, hat das geändert,“ so Berndt. Unverschuldet in die Krise zu geraten und Menschen, die in die Gaststätte kommen wollen, nicht empfangen zu können, tue weh. Abgefedert wird die Situation durch seinen Bringdienst, der auch in der schweren Zeit dafür sorgt, dass zumindest die Kosten gedeckt werden. Insgesamt sei übers Jahr ein Rückgang des Umsatzes, um die Hälfte zu beklagen. Doch er stehe hinter den Beschlüssen der Regierung, erwarte aber, dass die Einschränkungen noch lange andauern. „Die Gastronomie öffnet erst wieder, wenn die Biergärten öffnen“, prophezeit er.