Frühlingswanderung zu mysteriösen Ortenim Saarland

Orte mit Geschichte : Blühende Naturparadiese im Frühling

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, das Biosphärenreservat Bliesgau und die 20 schönsten Naturschutzgebiete des Saarlandes sind in einem Buch beschrieben.

Der Frühling hat an Ostern ein eher kurzes Gastspiel gegeben, so richtig niederlassen wollte er sich bisher noch nicht. Trotzdem, warme, sonnige Tage lassen sich nicht aufhalten – ebenso wenig wie sich die Freude der Menschen an Ausflügen in die Natur unterdrücken lässt. Einen ganzen Ausflugstag im Paradies zu verbringen – eine verlockende Vorstellung. Und das Beste daran: Man muss gar nicht weit fahren, denn dieses Paradies liegt buchstäblich nebenan, in den zahlreichen ausgewiesenen Natura 2000-Gebieten im Saarland, einem ambitionierten Netzwerk von Schutzgebieten zum Erhalt unseres Europäischen Naturerbes.

Was haben bodensaure Buchenwälder, orchideenreiche Trockenrasen oder die Moselauen bei Nennig mit der Gelbbauchunke, Orsinis Ehrenpreis, dem Veilchenblauen Wurzelhalsschnellkäfer oder dem Goldenen Scheckenfalter gemeinsam? Nun, all diese Arten und Lebensräume sind Teil des europäischen Netzwerkes Natura 2000 und bei uns im Saarland heimisch. Jener Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer beispielsweise ist nicht nur europaweit selten anzutreffen, er ist das, was man eine echte Urwaldrelikt-Art nennt. Heißt: Dort, wo er vorkommt, existiert noch ein echter Urwald mit naturnaher Altersentwicklung.

Wie im abgeschiedenen Tal des Saarhölzbaches zwischen Mettlach und Losheim am See – nebenbei bemerkt, der an Urwaldrelikt-Arten reichste Standort im gesamten Saarland.

Oder die Moselaue bei Nennig, in der die Tier- und Pflanzenwelt ein wahres Kuriositätenkabinett für Wanderer bereit hält. Dort finden sich „Spanische Flaggen“, die sich bei näherem Hinsehen als „Russischer Bär“ entpuppen und seltsame Lebewesen, die sich auch ohne Sex problemlos fortpflanzen können. Am Weiselberg feiert der geheimnisvolle Schwarzstorch gerade ein heimliches Comeback, während im Niedermoor „Oberthaler Bruch“ Teufelskrallen, Blutaugen, Drudenfuß und Mittleres Hexenkraut zuhause sind.

Die Kuckucksfamilien wiederum lieben offenkundig die Bliesaue zwischen Blieskastel und Bliesdalheim. Dass sich Wendehälse besonders an der Nied heimisch fühlen und die schönsten Orchideen des Saarlandes auf dem Wolferskopf bei Beckingen und in den Gersheimer Wiesen wachsen – dies alles sind weitere spannende Episoden aus der Schatzkiste saarländischer Naturschutzgebiete. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, das Biosphärenreservat Bliesgau und die zwanzig schönsten Naturschutzgebiete des Saarlandes werden in dem Band „Naturparadiese Saarland“ auf 160 Seiten mit mehr als 340 Farbabbildungen gut aufbereitet und erklärt.

Naturparadiese Saarland, Edition Bonjour Deutschland, Preis: 16,80 Euro, erhältlich im Buchhandel der Region und unter

Besondere Orchideen wie der Hummel-Ragwurz gedeihen gut auf den kargen Kalkböden, insbesondere auch im Süden des Biosphärenreservates Bliesgau. Derzeit gibt es Führungen dazu. Foto: Harald Hartusch
Die Bliesaue bei Beeden erinnert ein bisschen an Afrika. Kein Wunder, da in der außergewöhnlichen Landschaft – neben Pferden, Störchen und Rehen – auch bemerkenswerte Tiere wie Wasserbüffel heimisch sind. Foto: Harald Hartusch
Rotviolett leuchtender Acker-Wachtelweizen. Foto: Harald Hartusch

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