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Frühlingskonzert des Musikvereins Gersheim

Viel „Harmonie“ : Beifall für ein ambitioniertes Programm

Das Frühlingskonzert des Musikvereins Gersheim zeigte die Vielfalt eines symphonischen Blasorchesters.

Aus ihrem Heimathafen, dem voll besetzten Kulturhaus, stach das 26-köpfige Orchester des Musikvereins Gersheim in See, eröffnete sein Frühlingskonzert mit der Titelmelodie der Erfolgs-Fernsehserie „Das Traumschiff“, einer Melodie, die James Last eigens dafür komponiert hatte. Vorsitzender Arno Reichert prophezeite in seiner Begrüßung, dass auf dieser musikalischen Kreuzfahrt verdeutlicht werde, dass der Verein nicht nur Harmonie im Namen trage, sondern auch danach handelte.

Gleich zu Beginn forderte die transparente Barock-Suite aus der „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel, den Musikern alles ab. Dirigent Björn Weinmann, der schon seit 20 Jahren die musikalische Leitung im Gersheimer Musikverein inne hat, erläuterte, dass man sich für die fünf schönsten Sätze des aus 22 Einzelstücken bestehenden „Evergreens“ entschieden habe. Alle zehn Titel des Abends hatten etwas mit Wasser zu tun. So auch die Donau-Impressionen, einer Polka im Arrangement von Thorsten Reinau, der darin verschiedene volksmusikalische Elemente aufgenommen und zu einer modernen Zusammenstellung verarbeitet hat.

Die in dem für Polkas seltenen Moll-Tongeschlecht geschrieben Elemente endeten richtig jazzig. Ob Colonel Bogey- oder auch River Kwai-Marsch, egal wie man ihn nennt, die Komposition, in dem Klarinetten eine wichtige Rolle spielten, forderte die Zuhörer zum Mitklatschen und Mitpfeifen auf.

Eines der hervorragendsten Blasorchesterwerke der letzten Jahre hatten die Gersheimer, die mit Breitfurter Musikern und Gastspielern von der Musikschule Zweibrücken verstärkt wurden, mit Harry Richards „Poseidon“ im Programm. Der Komponist, in dessen Stücke die Instrumente bis an ihre Grenzen gehen müssen und dabei Klänge entwickeln, wie man sie sonst nicht hört. Er ließ bei diesem Lied Gott Poseidon mit seinem Dreizack aus den Tiefen aufsteigen und die Leistungen der Musiker in imposante Höhen klettern. Eine Hommage an die schwedische Hauptstadt war das „Stockholm Waterfestival“ aus der Feder von Luigi di Ghisallo. Das „Wickie-Medley“ der guten Laune war ein weiterer Abstecher in die Fernsehmelodien, während die Rubrik Filmmusik mit dem Medley „Pirates of the Carribean“ (Fluch der Karibik) bedient wurde. Das Arrangement von Kazuhiro Morita ließ sowohl den Zauber des Meeres, als auch die Beutejagd des gemeinen Piratenvolks um den kauzigen Captain Jack Sparrow ins von Dorothee Kempf-Rodrian maritim dekorierte „Wohnzimmer des Musikvereins“ hineinschwappen.

„Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ von Santiano, das Weinmann in dem Arrangement von Hans-Joachim Rogoll ins Programm genommen hatte, spielten die Instrumentalisten souverän. Dabei handelte es sich um ein von Gottfried Wolters gedichtetes Seemannslied, das sich an das flämische Volkslied „Al die willen te kapren varen“ anlehnt. „Die Spielfreude hat gestimmt, so dass wir ein absolut gelungenes Konzert auf hohem Niveau erleben konnten“, resümierte Weinmann nach der dritten Zugabe.

Der Abend unterstrich, dass ein symphonisches Blasorchester sehr vielfältig sein kann. Es sei eine ambitionierte und anstrengende Liedfolge gewesen, die aber sowohl den Musikern als auch dem Publikum Spaß gemacht habe. So hätte sich die viermonatige intensive Vorbereitungszeit, inklusive des dreitägigen Probewochenendes in Ludwigswinkel gelohnt.

An diesem Abend wurden auch verdiente Musiker geehrt. Vom Musikverein und dem Bund Saarländischer Musikvereine (BSM), vertreten durch Detlev Rektikke, Vorsitzender des BSM-Kreisverbandes Saarpfalz, wurden Uwe Fontana und Karl-Heinz Fischer für 50-jährige, Arno Reichert, Alfred Reichert für 40- sowie Erwin Grunwald, Silvia Anna und Stefan Bickelhofer für 25-jährige Zugehörigkeit geehrt. Arno Reichert und Silvia Anna erhielten zudem die goldene- beziehungsweise silberne Ehrennadel des Verbandes. Die bronzene Ehrennadel wurde Stefanie Fuchs für 15-jähriges aktives Musizieren verliehen.