Erhalt von Bauernhäusern in Gersheim gewürdigt

Gersheim : Wahre Schmuckstücke in der Biosphäre

In einer kleinen Feier in Herbitzheim wurden die Preisträger im Bauernhaus-Landeswettbewerb in der Gemeinde Gersheim für ihre Verdienste um die regionale Baukultur vom Saarpfalz-Kreis gewürdigt.

Mit Aquarell-Zeichnungen ihrer restaurierten Bauernhäuser hat sich der Saarpfalz-Kreis bei den Hauseigentümern bedankt, die erfolgreich am 18. Landeswettbewerb „Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat“ teilgenommen haben. Marie-Luise Nagel aus Bliesdalheim und die Eheleute Dahl-Agne aus Herbitzheim machten 2018 zunächst auf Kreisebene das Rennen, bevor ihnen die Jury auf Landesebene den zweiten und dritten Preis zusprach. Ein schöner Erfolg. „Zwar nimmt die Quantität an Bewerbungen ab, aber die Qualität der zu bewertenden Anwesen im Saarpfalz-Kreis bleibt nach wie vor sehr hoch, wie man an diesem tollen Erfolg sehen kann“, versicherte Kultur- und Heimatpfleger Bernhard Becker im Rahmen der kleinen Anerkennungsfeier, zu der der Saarpfalz-Kreis ins Café saisonal in Herbitzheim eingeladen hatte. Der Beigeordnete Hans-Jürgen Domberg, der den saarpfälzischen Landrat Theophil Gallo vertrat, gratulierte den Hausbesitzern: „Viele Menschen sehnen sich doch regelrecht danach, auf einem alten Bauernhof das Landleben zu genießen. Aber dann wissen sie nur allzu gut, dass der Erhalt dieser Häuser nicht nur sehr zeitintensiv ist, sondern auch viel Geld kostet. Zudem ist handwerkliches Geschick gefordert. Daran scheitern schon mal gute Vorsätze und nicht alle Vorstellungen lassen sich in die Tat umsetzen. Sie haben aber bewiesen, dass es funktionieren kann und aus Ihren Bauernhäusern wahre Schmuckstücke gemacht, die das Ortsbild prägen. Ich freue mich, dass Sie auch auf Landesebene für Ihr Bemühen belohnt wurden.“

Wie der Saarpfalz-Kreis in einer Presseerklärung weiter mitteilt, seien Marie-Luise Nagel sowie Günter Agne und Alice Dahl-Agne nicht nur mit Sachverstand, sondern auch mit hohem Engagement und großer Sensibilität die mitunter aufwändig originalgetreue Restaurierung ihrer Häuser angegangen. Dass diesen ihre historischen Gebäude am Herzen liegen, sei für die Mitglieder der Kreiskommission deutlich spürbar gewesen. In langer Tradition habe der Kreis die Gewinner des Saarländischen Bauernhaus-Wettbewerbs auf Kreisebene mit Aquarell-Zeichnungen ihrer Anwesen gewürdigt. Bis zu seinem Tod hatte der Künstler Axel Gross die Bauernhäuser gezeichnet. In Helmut Weigerding aus Wiebelskirchen, der von sich selbst behauptet, er sei „scharf auf Bauernhäuser“, und der ein Schützling von Axel Gross war, habe Bernhard Becker den richtigen Nachfolger für diese besondere Aufgabe gefunden. Die Werke fanden bei Marie-Luise Nagel und den Eheleuten Dahl-Agne großen Anklang. „Insbesondere für die Biosphäre Bliesgau sind alte und ortsbildgerechte renovierte Bauernhäuser wichtige Elemente des kulturhistorischen Erbes. Ich danke neben Marie-Luise Nagel und den Eheleuten Dahl-Agne allen Eigentümern von alten Bauernhäusern im Saarpfalz-Kreis, die sich mit viel Herzblut dieser Sache in jeglicher Form annehmen, und ich ermutige sie dazu, sich für die Teilnahme am Bauernhaus-Wettbewerb 2020 zu melden“, sagt Landrat Theophil Gallo. Laut Umweltministerium richtet das Institut für Landeskunde im Saarland seit 1984 in Zusammenarbeit mit dem Landesministerium sowie den Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken im zweijährigen Turnus den Wettbewerb „Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat“ aus. Ziel des Wettbewerbs sei es, das Bewusstsein um die Bauernhäuser als kulturelles Erbe in unserer Heimat zu stärken. Damit solle die Eigeninitiative der Eigentümer alter Bauernhäuser zur Erhaltung und Pflege überkommener Bausubstanz angeregt und gefördert werden. Der Wettbewerb solle dazu beitragen, alte ortsbildprägende Häuser, insbesondere landwirtschaftliche Anwesen, soweit wie möglich in ihrem ursprünglichen Charakter durch stilgerechte Pflege und Restaurierung zu erhalten.

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