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Empfang der Gemeinde Gersheim zur Wiederöffnung der Grenze

Die Rückkehr zur Normalität : Barrierefreier Neustart unter Freunden

Großer Empfang der Gemeinde Gersheim zur Wiederöffnung der Grenze zwischen dem Saarland und Lothringen.

Am Wieder-Öffnungstag der Grenze (wir berichteten überregional) hatte Gersheims Bürgermeister Michael Clivot am frühen Montagabend zum Empfang an einen symbolträchtigen Ort geladen: vor das Haus auf der Grenze im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Nach dem Ende der für ihn unverständlichen Barrikadierung der Grenze zwischen dem Saarland und Lothringen rief er in seiner Ansprache dazu auf, mehr denn je in die deutsch-französische Freundschaft zu investieren. Dazu gehöre insbesondere die Bereitschaft auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, die Kontakte über die Grenze hinweg wieder aufzunehmen und zu pflegen. Das entspreche auch dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung, da das Saarland „aufgrund seiner Geschichte, seiner Kultur und seiner Sprache per se eine frankophil geprägte Region“ sei.

Der Verwaltungschef der Gemeinde Gersheim dankte den Politikern innerhalb der saarländischen Landesregierung, die zuerst versuchten die Grenzschließung zu verhindern und später dafür kämpften, sie wieder abzuschaffen. Einer von ihnen sei Roland Theis gewesen. Dieser sprach von einem freudigen Tag, dass es nach drei wirklich traurigen Monaten wieder möglich sei, den französischen Freunden, die „verdammt vermisst“ worden seien, von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. Der saarländische Europa-Staatssekretär und Bevollmächtigte für Europaangelegenheiten sprach aber auch davon, dass es jetzt auf alle ankomme, „ob wir aus dem Schock etwas positives machen, Dynamik und Elan entwickeln, um uns in die Lage zu versetzen, vieles von dem abzuräumen, über das wir schon seit Jahren sprechen“. Das sei nach diesem „Crashtest der deutsch-französischen Freundschaft“ mehr als notwendig, da die Menschen innerhalb einer Grenzregion wie der deutsch-französischen gegenseitig aufeinander angewiesen seien. Dass das gelinge, sehe er optimistisch. Roland Theis verwies auf die vielen Signale, die Solidarität, die Freundschaft und den Zusammenhalt.

Dank der vielen Initiativen und den massiven Reaktionen aus der Bevölkerung sei es möglich gewesen, bei den Bundespolitikern in Berlin und Paris die Grenzschließung wieder zurückzunehmen, unterstrich der Forbacher Abgeordnete der Nationalversammlung Christophe Arend. Er empfand es als wohltuend, dass er gemeinsam mit Freunden wie Roland Theis Hürden aus dem Weg räumen konnte, die seinen Werten nicht entsprochen hätten.

An der Veranstaltung nahmen neben dem langjährigen Bürgermeister von Sarreguemines, Celeste Lett, Gersheims früherem Gemeindeoberhaupt Lothar Kruft auch neue Bürgermeister der Grenzregion, wie Francis Behr (Erching-Guiderkirch) oder auch Jean-Marc Hoellinger (Obergailbach), aber auch die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang teil. Rimlings Maire und Vizepräsident der Communauté de communes des Bitcherlandes, Eric Hemmert, forderte dazu auf, den eingetretenen Stillstand zu beenden, die irreale Atmosphäre zu beseitigen und die gemeinsame Arbeit wieder aufzunehmen.