„Einfach gemeinsam“ in der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule

Neues ausprobieren : Große Sport-Aktion begeisterte die Kinder

Bei „Einfach gemeinsam“ in der Hermann-Neuberger-Sportschule erprobten sich Teilnehmer auch aus Homburg in 30 Sportarten.

Mit zwei Händen hält sich der siebenjährige Mulham von der Lindenschule in Riegelsberg mitten in einer Kletterwand fest und sucht mit einem Fuß den nächsten Tritt. Wenige Augenblicke später hat er ihn gefunden und klettert bis zum Ende der Wand in die Höhe. Dann wird Mulham an einem Sicherheitsseil wieder auf den Boden gelassen. „Das war cool. Ich bin zwar schon öfters irgendwo hinaufgeklettert, aber noch nie so professionell“, sagt der Siebenjährige. Wenige Meter weiter steht die achtjährige Alina aus der Grundschule in Göttelborn noch etwas wackelig das erste Mal auf Inlineskatern. Die 68-jährige Renate Becker aus Homburg hält die kleine Alina am Arm und zeigt ihr, wie man richtig fährt.
„Ich fahre seit 18 Jahren und habe selber erst spät angefangen. Aber skaten hält fit, und ich möchte es nicht mehr missen“, erzählt Renate. Und als Alina dann sogar ein kleines Hindernis herunter fährt, fängt sie an zu strahlen. „Ich fahre heute das erste Mal auf Inlineskatern. Das ist toll und viel besser als klettern“, freut sich Alina.

Etwa 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen am vergangenen Montag in die Hermann-Neuberger-Sportschule nach Saarbrücken zu der Aktion der Saarländischen Sportjugend „Einfach gemeinsam“. Alter, Religion, Hautfarbe, Behinderung oder Nichtbehinderung – das alles spielte keine Rolle. Die Aktion dauerte sieben Stunden. Jeder konnte aus etwa 30 Sportarten auswählen und durfte das, was ihn interessierte, genau so ausprobieren, wie es ihm gefiel.

Der 48-jährige, geistig behinderte Thomas Heck aus dem Haus Sonne in Walsheim ging mit seinen Freunden von Station zu Station und hatte beim Tischtennis besonders viel Spaß. „Keine Ahnung warum, aber es gefällt uns. Wir müssen viel lachen“, sagte Thomas Heck.

Die neunjährige Linda von der St. Barbaraschule in Altenkessel übte gerade einmal 20 Minuten Teller drehen und konnte danach schon die ersten Kunststücke. Dabei muss man einen Teller auf einem Stock so schnell rotieren lassen, dass der Teller nicht herunterfällt. Linda konnte sogar den rotierenden Teller unter einem Bein hindurch balancieren. „Ich hatte das früher schon mal gemacht, wusste aber gar nicht, dass ich das noch kann“, sagte die Neunjährige.

Lukas aus der Grundschule Köllerbach lernte bei Vertretern des BC Folsterhöhe boxen und verprügelte mit viel Leidenschaft eine Puppe. „Das macht Spaß, wenn man es richtig kann“, sagte der Siebenjährige.

Bei Julian von der Füllengartengrundschule in Saarbrücken und Anneli von der Grundschule in Bous war Konzentration und Präzision angesagt. Die beiden Siebenjährigen probieren beim Bogensportclub Mandelbachtal richtiges Bogenschießen mit echten Pfeilen aus. Harald Brengel vom Verein zeigte den Kindern, was sie zu beachten hatten.

Julian hob nach seinem Schuss den Daumen hoch, und nach dem Schuss von Anneli gab es plötzlich Applaus. Die Siebenjährige hatte genau in die Mitte der Scheibe getroffen, so dass es auch den erfahrenen Trainern die Sprache verschlug. „Ich habe so etwas noch nie gemacht. Es hat aber riesigen Spaß gemacht“, sagte Anneli.

Diese Kinder übten sich in Selbstverteidigung. Foto: Heiko Lehmann
Mulham bezwang die Kletterwand. Foto: Heiko Lehmann
Alina erprobte sich auf Inlineskates und fand Halt bei Renate. Foto: Heiko Lehmann
Linda balancierte einen rotierenden Teller auf einem Stab. Foto: Heiko Lehmann
Lukas überzeugte als Boxer. Foto: Heiko Lehmann

Genauso treffsicher zeigte sich die siebenjährige Alisa von der Erich- Kästner-Grundschule in Holz. Beim Sackloch, einer vor allem im Saarland sehr aufstrebenden Sportart, warf Alisa zwei von drei Säcken genau ins Loch. „Wir haben das mal in der Nachmittagsbetreuung gespielt. Ich wusste aber nicht, dass ich das so gut kann“, sagte die Siebenjährige und strahlte.

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