Eine tolle Exkursion auf der Blies von Reinheim aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Eine tolle Tour auf der Blies : An den wilden Ufern dieses längsten Flusses

Eine Kanutour auf der Blies. Die Exkursionen sind sehr beliebt und daher zumeist ausgebucht.

Die Blies ist Saarlands längster Fluss mit knapp 100 Kilometern. In Saargemünd fließt die Blies in die Saar und führt dort in der Regel mehr Wasser als die Saar selbst. Der Fluss hat dem Bliesgau den Namen gegeben und mehrere Naturräume, die es zu entdecken lohnt. Dabei sind die wilden Ufer des Flusses oft gar nicht zugänglich, es sei denn, man nähert sich ihnen vom Wasser her. Dieses schöne Abenteuer bietet der Saar-Pfalz-Kreis an. Zum einen über die Kanutouren der Volkshochschule, und zum anderen mit fachkundiger Führung über die Saar-Pfalz-Touristik. An einem Wochenende haben wir eine dieser Touren in Reinheim besucht. Die roten und blauen Boote sind ein bunter Fleck in der dicht begrünten Landschaft. Dann fahren sie ab und verschwinden schon nach kurzer Zeit hinter einer der vielen Flussbiegungen, die hier den Auwald in Mäandern durchziehen.

Tamara Gotzmann trägt eine Schwimmweste, sie kommt aus Illingen nach Reinheim und hat bereits zum zweiten Mal an der Kanutour teilgenommen. „Dieses Mal waren wir knapp sechs Stunden unterwegs. Dazwischen gab es eine Pause mit einem Biosphären-Frühstück“, erklärt die 25-Jährige im Anschluss an ihren Bootsausflug bei bestem Wetter. „Für mich hat es sehr gut geklappt, es war keineswegs zu anstrengend. Jeder konnte in seinem Tempo paddeln.“ Bei der Tour konnte sie viel entdecken: „Der Förster hat uns die heimischen Pflanzen vor Ort erklärt, wo sie wachsen, wie sie heißen und für was sie gut sind. In Erinnerung ist mir das Indische Springkraut geblieben, das an der Blies reichlich wächst. Außerdem hat er uns einiges über Biber und ihre Höhlen erklärt und den Nistplatz von Eisvögeln gezeigt.“

Die Biber würden an der Blies keine Staudämme bauen, wie man das aus Filmen kennt, sondern Höhlen im Uferbereich. Die Tiere selbst hätten sie nicht zu Gesicht bekommen, die Biber sind nachtaktiv und versteckten sich vor den Bootstouristen. Leider habe sie bei ihrer Tour auch keinen Eisvogel sehen können, aber deren Nisthöhlen. „Ich glaube, dafür waren wir dann doch etwas zu laut“, sagte sie und lachte. Sie könne das Angebot auf jeden Fall weiterempfehlen und würde auch noch einmal daran teilnehmen. „Ich finde es auch klasse, dass man hier so gut auf die Jugendlichen eingeht.“

Sehr gut sei auch der Betreuerschlüssel. Es seien neben dem Förster als Natur- und Landschaftsführer zwei erfahrene Kanuten dabei. So fühlten sich auch die jüngsten Teilnehmer sehr wohl. Angemessen sei die Altersbeschränkung ab zwölf Jahren, denn für jüngere Kinder sei die Tour dann doch sehr anstrengend.

Förster Helmut Wolf ist es wichtig, die Blies als sensiblen Lebensraum zu vermitteln und immer wieder auf die Besonderheiten hinzuweisen. „Wir zielen nicht auf Massentourismus, sondern wollen Menschen den Auwald näherbringen“, erklärt der Fachmann. Maximal zwölf  Gäste kann die Tour aufnehmen,  und die Anzahl der Termine ist begrenzt. Allein daher seien die Touren meist ausgebucht. Zur Sicherheit gibt es für Anfänger samstags vor dem Ausflug eine Einweisung ins Kanufahren auf dem Niederwürzbacher Weiher. „Fließgewässer sind eben schon etwas riskanter“, wissen die Organisatoren. Wolf zeigt seinen Gästen die Fischreiher, die Libellenarten, die Wasservögel und die Biber. Von ihnen leben 60 bis 80 Tiere an der Blies, sagt er,  man bekomme sie aber bei Tag eher nicht zu sehen. An den Spuren erkenne man ihre Anwesenheit. Erläutert werden außerdem die Bäume, die Pappeln, Weiden, Erlen und Eschen. So bekommen die Teilnehmer intensive Einblicke in Flora und Fauna, die man in dieser Intensität nur vom Wasser aus erkunden kann.

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