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Eine Seniorin kümmert sich in Herbitzheim ums öffentliche Grün

Hier ist eine fleißige Frau zugange : Sie steckt hinter all der Blütenpracht

Gisela Kempf verleiht Herbitzheim mit ihrem Fleiß und ihren gärtnerischen Fähigkeiten ein sehr freundliches Gesicht.

So oft schon vorbeigefahren – doch dieser Tage auch mal ausgestiegen: in Herbitzheim, mitten im Ort. Weil es da etwas Schönes zu sehen gibt. Und zwar just an dem beliebten Fahrradweg, der bis nach Saargemünd führt: ein blauer Drahtesel. Aber nicht irgend ein Drahtesel, sondern einer, der in voller Blüte steht: Petunien, Geranien, alles da. Jedes Jahr sieht er wieder anders aus und erfreut das Auge des Betrachters. Ortsansässige Leute wissen natürlich, wer sich um die ganze Pracht im beschaulichen Gemeindeteil bemüht. Und das nicht erst seit heute.

Und so trafen wir gestern, am freundlich sommerlichen Dienstag, die fleißige Dame mit dem großen gärtnerischen Geschick: Gisela Kempf. Mit ihr sitzen wir zunächst einmal vis à vis zum Radl auf einer hölzernen Bank, blinzeln in die Morgensonne und tauschen uns aus. Ja, sagt die Seniorin, die seit 50 Jahren in Herbitzheim wohnt, das Verschönern des Ortsbildes bereite ihr Freude. Auch dann, wenn mal in sehr trockenen Zeiten, wie wir sie gerade erleben, die Pflanzen über die Maßen durstig sind und zwei Mal am Tag gegossen werden wollen. Seit mehr als zehn Jahren ist die 75-Jährige in Sachen Blumenschmuck unterwegs, der sich allerdings nicht nur aufs bunt verzierte Zweirad beschränkt. Gegenüber nämlich wird von ihr auch noch eine größere Fläche mit Lavendel und Rosen getreut. Wobei sie da auch Hilfe erfährt. Von Walter Sand, dem stellvertretenden Ortsvorsteher. Er wohnt hier, gießt und pflegt auch mit. So, und nun schauen wir uns das kleine „Dreispitz“ genannte Areal mit Bänken und weiteren bunt blühenden Pflanzen an. Hier, auf einer Grünfläche sehr zentral, kann man gemütlich Platz nehmen und gern auch mal den geschmackvoll gestalteten Schubkarren betrachten. Oder die Blumen-Arrangements, die sich in seiner   Nachbarschaft befinden. Alles viel Arbeit? Ach was, Gisela Kempf winkt ab. Sie liebt das Gestalten. Sonst würde sie es ja nicht tun.

Besonders schön ist es für sie, wenn sie bei der Arbeit angesprochen wird von nicht ortsansässigen Leuten, die hier, an ihrem Betätigungsfeld vorbeikommen und das Gespräch suchen. „Ich kann gut mit Fremden“, sagt unsere Gesprächspartnerin, die so schön werbewirksam schwärmt von ihrer Heimatgemeinde. Wie man das eben tut, wenn man sein Umfeld ins Herz geschlossen hat. Ein Umfeld mit Gute-Laune-Blümchen und vor allem mit Menschen, die man mag. Zu guter Letzt zeigt uns die Seniorin, die auch noch im örtlichen Gesangverein mitmischt, ihr Haus. Oh, ein echter Hingucker, stellt man quasi unverblümt fest, auch hier bricht sich der Blütenzauber mächtig Bahn.

 Auch dieser Schubkarren erblüht dank Gisela Kempf.
Auch dieser Schubkarren erblüht dank Gisela Kempf. Foto: Michèle Hartmann

Da ist einem ja jetzt schon ziemlich blümerant zumute, wenn man an Herbst und Winter denkt. Alles weg, alles verschwunden. Bis zum nächsten Jahr. Denn dann legt Gisela Kempf wieder los. Und alle Leute danken es ihr.