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Niedergailbach: Ein Mahnmal gegen den Krieg

Niedergailbach : Ein Mahnmal gegen den Krieg

Seit 60 Jahren erinnert das Ehrenmal an der Marienkapelle in Niedergailbach an die Gefallenen der beiden Weltkriege.

Vor 60 Jahren wurde das neue Ehrenmal an der Marienkapelle in Niedergailbach eingeweiht, nachdem das vorherige für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges im Zweiten Weltkrieg beschädigt worden war. Das Ehrenmal war 1921 vor dem Friedhof unter der Leitung des Berg- und Hüttenarbeitervereins errichtet worden. Am 18. Januar 1955 befasste sich der Gemeinderat erstmals mit der „Restaurierung beziehungsweise Neurichtung des Ehrenmals“. Am 29. März 1955 wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Hermann Rauch ein Denkmalausschuss gebildet. Am 24. Juli 1955 wurde der Standort bestimmt und gleichzeitig dem dazu notwendigen Grunderwerb zugestimmt. Am 8. September 1957 wurde dem Vorschlag des Aßweiler Bildhauers Friedrich Buchheit zugestimmt, ein Ehrenmal aus hellem Kunststein herstellen zu lassen. Somit steht jetzt auf einem 2,50 Meter hohen Sockel eine knapp zwei Meter große Christusfigur. Auf den aus gleichem Material gefertigten Tafeln rechts und links der Säule sind die Namen der 16 im Ersten und der 40 im Zweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten Niedergailbacher Soldaten aufgeführt.

In die Gesamtanlage integriert ist auch das Grab eines unbekannten Soldaten, dessen Gebeine zuvor in französischer Erde ruhten. Die Gesamtkosten für die Gedenkstätte beliefen sich auf rund 400 000 Franken, der damaligen saarländischen Währung. Finanziert wurde es unter anderem aus Spenden der Dorfbevölkerung (170 000 Franken), Zuwendungen der Raiffeisenkasse (50 000) sowie einer Spende des Männergesangvereins aus dem Erlös einer Theaterveranstaltung. Den Rest steuerte die Gemeinde bei.

Unter großer Beteiligung der Niedergailbacher Bevölkerung fand dann am Sonntag, 20. Juli 1958, die Einweihung des Ehrenmals statt. In der Presse war Tage später im Artikel von Lehrer Heiner Lebong folgendes nachzulesen: „Der größte Teil der Einwohnerschaft hat sich eingefunden, um der Feier beizuwohnen. Nach einer Vesper in der Pfarrkirche Bruder Klaus ging es gemeinsam zur neuen Gedenkstätte an der Marienkapelle, wobei die Niedergailbacher Ehrendamen den Marsch anführten. Den kirchlichen Teil der Einweihungsfeier übernahm Pfarrer Klein aus dem lothringischen Obergailbach. Der damalige Homburger Landrat Ferdi Bungart, der auch die Grüße von Innenminister Julius von Lautz überbrachte, stellte die Beteiligung des Obergailbacher Geistlichen als Symbol der Verständigung und Versöhnung zwischen den beiden Nachbarstaaten heraus. Die gesangliche und musikalische Umrahmung erfolgte durch die Männerchöre aus Walsheim, Breitfurt und Niedergailbach. Mit dem neuen Ehrenmal steht in unmittelbarer Nähe der deutsch-französischen Grenze eine würdige Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege aber auch gleichzeitig ein Mahnmal für den Frieden in der Welt“, hieß es dazu abschließend.

 Der Obergailbacher Pfarrer Klein bei der Einweihung des Ehrenmals 1958.
Der Obergailbacher Pfarrer Klein bei der Einweihung des Ehrenmals 1958. Foto: Otmar Gros

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