1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Gersheim

Paneuropa-Union: Ein klares Bekenntnis zu Europa

Paneuropa-Union : Ein klares Bekenntnis zu Europa

Der Landesverbandes Saar der Paneuropa-Union (PEU) war zu einer Tagung nach Homburg gekommen.

„Wir sind nur jemand, wenn wir einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, gemeinsame Handlungsfelder haben, und deswegen können wir nichts Besseres finden, als die Europäische Gemeinschaft.“ Mit diesem Bekenntnis zu Deutschland in Europa beendete die langjährige Europa-Abgeordnete Doris Pack (CDU) ihren über einstündigen Vortrag im Hotel Stadt Homburg. Sie prognostizierte, dass im nächsten Parlament viele Gegner sitzen werden. Deshalb werde ein schwieriges Arbeiten für alle Abgeordnete erwartet. Damit spannte sie bei der Veranstaltung, die unter dem Titel „Erklär uns Europa“ stand, den Bogen zwischen Gefahren und Chancen für die Europäische Gemeinschaft.

Pack war auf Einladung des Landesverbandes Saar der Paneuropa-Union (PEU) Deutschlands in die Saarpfalz gekommen. Ein Vierteljahrhundert, von 1989 bis 2014, war die Saarbrückerin als-Parlamentarierin der Europäischen Union (EU) unterwegs, hatte zuletzt hauptsächlich in den Balkanstaaten ihre Wirkungsfelder gefunden. Für Bosnien-Herzegowina war sie ständige Berichterstatterin des EU-Parlaments. Wie die übrigen Abgeordneten habe sie immer nach dem Auftrag gehandelt, die EU stabil zu halten, die bestmöglichen Gesetze zu gestalten und das über die Parteigrenzen hinweg. Als Meilensteine im Bildungsbereich nannte sie das Erasmus-Programm, dessen Ziel es sei, die Zusammenarbeit von Schulen aller Stufen und Formen innerhalb der EU sowie die Mobilität von Schülern und Lehrern zu fördern.

Darüber hinaus sei die Einführung des Europäischen Freiwilligen Dienstes hervorzuheben. Durch ihn erhalten junge Leute die Chance, Kompetenzen zu entwickeln, die eine aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben und am Aufbau eines neuen Europas ermöglichen.

Doris Pack rief dazu auf, in den Gemeinde-, Stadträten, den Kreistagen, aber auch in den Landes- und Bundesparlamenten Europa zu verinnerlichen. „Wir müssen den Menschen eine Chance geben, das Gestell für Europa zu entwickeln, Europa eine Seele geben“. Volker Oberhausen, saarländischer CDU-Landtagsabgeordneter und Mitglied des Europa-Ausschusses versprach auch vor dem Hintergrund, dass das Saarland bis Ende 2020 die Präsidentschaft der Großregion innehat, alles daran zu setzen, „dass wir das Thema Europa voranbringen“.

PEU-Landesvorsitzender Christoph Metzger hatte davon gesprochen, dass am 26. Mai dieses Jahres die wohl wichtigste Wahl für Europa stattfinden werde, die es jemals gegeben habe. Es sei zu beobachten, dass zu der latenten Europa-Müdigkeit mittlerweile „im beängstigenden Maß eine Europa-Feindlichkeit“ gekommen sei. Alarmierend sei die Entwicklung in europäischen Gründerstaaten wie Deutschland, Frankreich und Italien, wo sich mittlerweile Parteien gebildet hätten, die dezidiert Europa bekämpfen wollen. „Ich habe die Befürchtung, dass diese Parteien leider in einem sehr großen Anteil im neuen Europa-Parlament vertreten sein werden“, so Metzger.

Ein europäisches Projekt hatte der rheinland-pfälzische PEU-Vorsitzende, der Zweibrücker Werner Euskirchen, mitgebracht. Er kündigte an, dass am 12. Oktober in der französischen Stadt Lunéville in Hinblick auf eine paneuropäische Straße ein Manifest unterschrieben werde. Dies bestätigte Marie Viroux, Beigeordnete der Stadt Lunéville. Sie erläuterte, dass die „Stanislaus-Route“ von Lunéville über Zweibrücken bis nach Kiew in der Ukraine führen werde.

Damit soll das Leben und Wirken des Polen-König Stanislaus Leszczynski herausgehoben werden, der längere Zeit seines Lebens in Lunéville verbrachte und dort 1766 gestorben ist.