Ein Kind zur rechten Zeit

Gersheim. Zum vierten Mal gastierte das Saageminner Platt-Theater bei der Gersheimer Theaterwoche. Diesmal mit dem Dreiakter des früheren Autors und Theaterleiters Joseph Halb, dessen "Schnellsohlerey" zwischen 1989 und 1992 ebenfalls schon mit vier Aufführungen das Bliestalpublikum begeistern konnte

Gersheim. Zum vierten Mal gastierte das Saageminner Platt-Theater bei der Gersheimer Theaterwoche. Diesmal mit dem Dreiakter des früheren Autors und Theaterleiters Joseph Halb, dessen "Schnellsohlerey" zwischen 1989 und 1992 ebenfalls schon mit vier Aufführungen das Bliestalpublikum begeistern konnte. Schon im ersten Akt wurden die Zuschauer in der Inszenierung "Jetz hommer de Salad", das schon 1980 aufgeführt worden war, mit dem Geheimnis um das "Verlegenheitskind" bekannt gemacht.Schuhmacher in Nöten Der Schuhmachermeister André Müller (Bernard Niederlender) wird von seinem Eheweib Onna (Martine Remarck) finanziell so kurz gehalten, dass er flugs eine uneheliche Tochter erfindet, für die er jeden Monat 200 Euro bezahlen muss. Die vermeintlichen Alimente setzt er dann mit seinem besten Freund Seppel (Arsène Niederlender) im Wirtshaus um. Zum 60. Geburtstag überrascht seine Frau ihn damit, dass mit der blitzsauberen Kellnerin aus dem Lampewirt, Nicole (Estelle Goettmann), seine Tochter auf den Hof ziehen soll. Sohn René (René Binger) gefällt das gar nicht, dass seine heimliche Liebe nun seine Stiefschwester ist. Ziemlichen Wind bringt Nicoles Mutter Petrobella (Jacqueline Langenberger) ins Spiel, die den Seppel als Vater und André als Lügner entlarvt. Das heillose Durcheinander ist komplett, als sich dann noch herausstellt, dass der Knecht Schagob (Jacques Renfer) der uneheliche Sohn der tugendhaften Sophie (Yolande Hoffmann), der Frau von Seppel ist, deren Hausregiment damit ein Ende hat. Was an komödiantischem Talent in der Truppe aus Lothringen schlummert, aber auch die Pointen im lothringischen Platt, riss die Zuschauer im ausverkauften Kulturhaus mehrmals zu Szenenapplaus und am Ende zu stehenden Ovationen hin. Schlagfertige PointenHinreißend haben sie ausnahmslos alle gespielt: Zu den Genannten kamen noch Fabienne Dalhem, Gerard Greff und Brigitte Orditz hinzu. Die elf Laienschauspieler, die nach Auftritten im französischen Grenzraum das Stück zum zehnten Mal aufführten, tischten den Gersheimern ein richtiges Feuerwerk an Situationskomik und schlagfertigen Pointen auf.

Auf einen BlickDie restlichen Vorstellungen der 24. Gersheimer Theaterwoche im Kulturhaus Gersheim: Heute, Mittwoch, 20. Januar, 20 Uhr, Melodisteln, "Von Glücksvögeln, Pechhasen und Bettschweinen!", eine amüsante Musikshow über wahnsinnige Zufälle, schicksalhafte Begegnungen und magische Momente; Freitag, 22. Januar, 20 Uhr, Theaterverein "Groß + Klein" Pinningen, "Nur Zoff mit dem Stoff", Schwank in drei Akten von Bernd Gombold; Samstag, 23. Januar, 19.30 Uhr, "Die Herbst-Zeitlosen", "15 Jahre Herbst-Zeitlosen", eine Erfolgsstory. Die Karten kosten zwischen sechs und zwölf Euro. Vorverkaufsstellen sind in der Postfiliale Gersheim (Bruckart), Tel. (06843) 15 39, im Gersheimer Landhaus, Tel. (06843) 12 22, beim Kulturamt Gersheim im Rathaus, Tel. (06843) 801 42, Bäckereifiliale Lenert in Altheim, Tel. (06844) 174 766. red