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Die Kita Walsheim schaut schon mal in die nahe Zukunft

Ausblick auf Veränderungen in der Gemeinde Gersheim : Freundschaftsbändchen von Kindern für Kinder

Ein Blick in die protestantische Kindertagesstätte Regenbogen Walsheim: Ausblick auf Veränderungen in der Zeit der Notgruppen.

  Derzeit werden fünf Kinder in der protestantischen Kindertagesstätte Regenbogen Walsheim aus den allseits bekannten Gründen „notbetreut“. Mit 18 Plätzen, von denen derzeit 14 belegt sind, ist sie eine der kleinsten der fünf Kindertagesstätten in der Gemeinde Gersheim. Alle erleben momentan eine sehr intensive und besondere Zeit, in der sich Kita-Leiterin Cornelia Weber darüber freut, dass Zeit und Raum für jedes einzeln Mädchen, für jeden einzelnen Jungen und deren Wünsche vorhanden ist.

So konnten und können gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht werden. Dazu gehört eine spezielle Basteleinheit, die im normalen Alltag nicht gewesen wäre. Breiten Raum nimmt ein Wunsch der Kinder ein: das Thema Freundschaft. In vielen Stunden arbeitete Weber mit den übrigen Mitarbeiterinnen der kirchlichen Einrichtung heraus, was es mit einem macht und welche Gefühle entstehen, wenn ein Freund nicht da ist. Gemeinsam arbeiteten alle mit den Kleinen an verschiedenen Aktionen. Kinder konnten ihren Freunden zeigen, wie lieb sie sie haben und dass sie an sie denken, auch wenn sie nicht zusammen kommen können. Beispielhaft waren die „Freundschaftsbändchen“. Sie wurden in der Kita gebastelt. Anschließend warf jedes Kind seinen Freunden welche in den Briefkasten. Auch wurden in den letzten Wochen Briefe versendet, Geburtstagsgeschenke, Grüße verschickt und Telefongespräche geführt, um einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen.

Auf der Mauer vor der Kita und zur Pirminiusstraße hin schlängelt sich seit Tagen eine Steinschlange. Sie entstand dadurch, dass große Kieselsteine gesammelt und an alle Kindergartenkinder verteilt und von ihnen bemalt und lackiert wurden. Anschließend wurden sie auf die Mauer gelegt. Seither kommen ständig Steine dazu. Die Schlange wächst weiter. „Sie soll symbolisieren, dass viele von uns momentan aneinander denken und weiterhin füreinander da sind“, so Weber. Sie rief dazu auf, dass sich auch viele Walsheimer an der Aktion beteiligen sollen, damit das Kunstwerk noch länger wird und damit Zusammengehörigkeitsgefühl demonstriert wird. Insgesamt gesehen würden die Kinder unter der jetzigen Krisensituation schon leiden. Für viele sei es nicht nachvollziehbar, dass sie so lange nicht ihre Freunde treffen könnten, sagt die Kita-Leiterin. Ein wenig hilft der Kontakt, den sie bei den Besuchen des Spielplatzes am Sportplatz bekommen, da auch schon andere Kinder dazu kämen. Weber weist auch darauf hin, dass kürzlich in der Garage eine Bücherei, auch mit Spielen, die ausgeliehen werden können, eingerichtet worden ist. Das Angebot richtet sich ausschließlich an die Kita-Kinder. Geöffnet ist sie montags von 13 bis 15 Uhr. „Wenn die Idee von den Eltern gut angenommen wird, wäre es überlegenswert, daraus ein festes Angebot zu entwickeln“, so Weber.

Neben dem aktuellen Kindergartenbetrieb wird im Hintergrund auch die Veränderung der Einrichtung gemeinsam mit einer Landschaftsarchitektin geplant. So sollen die Innenräume neu gestaltet werden. Der Gruppenraum soll durch eine zusätzliche Ebene neu gestaltet werden wie auch der Wickelbereich abgetrennt wird. Integriert werden zudem Bücher-, Kuschel- und Puppenecken. Im Obergeschoss werden die beiden Räume für Krippen- und Kita-Kinder umstrukturiert. Auch das Außengelände wird sich verändern. Die Fassade wird gestrichen und erhält neue Fenster. In der Wiese soll eine Rutsche aufgestellt, eine Böschung angelegt und mit Sand und Rindenmulch gestaltet werden. Integriert darin werden Flächen mit Verstecken sein, durch die man sich hindurch schlängeln kann. Weitere Komponenten werden eine Nestschaukel im hinteren Bereich, wo sich auch Krabbelkinder aufhalten können, sowie ein Häuschens als Unterstellplatz, aber auch ein Kletterbereich und eine Matschecke sein. Zudem soll der Kräutergarten neu angelegt werden. Das Eingangstor soll nach seiner Veränderung mit einer Verriegelung und einer Klingel ausgestattet sein. Mit all dem soll vieles umgesetzt werden, was in den letzten Jahren liegen geblieben sei. Im Herbst sollen erste Maßnahmen erfolgen. Zur Finanzierung erwartet man sich Zuschüsse des Ministeriums aber auch die Unterstützung durch Sponsoren und durch den Träger, den Verwaltungsverband in Zweibrücken. „Wir werden das Step-by-Step umsetzen, auch um der Einrichtung eine Zukunftsperspektive zu geben, “ betont Cornelia Weber.