„Das Wichtigste ist das Kind“

Esther Fuchs-Becker ist eine waschechte Rubenheimerin. Dort hat sie nun auch die Leitung der katholischen Kita St. Mauritius übernommen. Insgesamt 60 Kinder werden von ihr und ihren Kolleginnen betreut, unterrichtet und gefördert.

Esther Fuchs-Becker besuchte schon als Kind den heimischen Rubenheimer St. Mauritius-Kindergarten. Jetzt leitet sie die Einrichtung, die mittlerweile Kindertagesstätte geworden ist. Die 35-Jährige löste Erika Wolter ab, die nach einem viertel Jahrhundert Leitungstätigkeit auf eigenen Wunsch wieder als Erzieherin im Gruppendienst in der katholischen Einrichtung arbeiten wollte.

Derzeit werden 50 Regel- und Tages- sowie zehn Krippenkinder von fünf Erzieherinnen, darunter auch Vor-Vorgängerin Thea Schulz, zwei Kinderpflegerinnen, einer Französisch-Fachkraft und einer Vorpraktikantin in ihrer Entwicklung begleitet und unterstützt. "Ziel der Arbeit sei es, die kleinen Schützlinge anzunehmen, in diesen prägenden Jahren zu begleiten und zu selbstständigen, verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen, meint Fuchs-Becker, die aber auch die Bildung und Förderung für eine anregende, pädagogisch durchdachte Atmosphäre, in der sich die Kinder wohlfühlen, auf die gleiche Stufe stellt. Dies sei Grundvoraussetzung für freies Spielen und Lernen. Genaues Beobachten, Einfühlen und ständige Reflexion seien dafür unerlässlich", meint die neue Leiterin. Die waschechte Rubenheimerin hat nach dem mittleren Bildungsabschluss am Von-der-Leyen-Gymnasium die Edith-Stein-Schule in Neunkirchen besucht, ihr Vorpraktikum in Rubenheim absolviert und das Anerkennungsjahr in Heckendalheim abgeleistet.

"Für mich hat immer schon festgestanden einen beruflichen Weg einzuschlagen, um mit jungen Menschen zu arbeiten", so Esther Fuchs-Becker, die auch jahrelang im Sportverein eine Kinderturngruppe leitete. Jahrelang war sie aktive Saxofonistin im ortsansässigen Musikverein, war Messdienerin und tanzte in verschiedenen Gardegruppen des Rubenheimer Carneval-Clubs (RCC). 2000 trat sie bei der katholischen Kita Christ-König in Limbach ihre erste Stelle an. Es folgte der Sonderkindergarten der Lebenshilfe in Saarbrücken, wo ihr behinderte, von Behinderung bedrohte und verhaltensauffällige Drei- bis Achtjährige anvertraut waren. 2002/03 erwarb sie sich die Zusatzqualifikation in Sonderpädagogik . Danach absolvierte sie die Ausbildung als Fachkraft für Krippenpädagogik, besitzt auch die Qualifikation Praxisanleiterin, ähnlich der Ausbildereignung. Bevor sie 2013 in Rubenheim die Leitung der "blauen Krippe-Gruppe" übernahm, arbeitete sie neun Jahre in der viergruppigen St. Ingberter Luise-Scheppler-Kita und war dort 2005 am Aufbau der Krippengruppe beteiligt und jahrelang in diesem Bereich tätig. In der Zeit kam auch ihre Tochter Nele zur Welt. Zur Familie gehört neben Ehemann Frank auch noch die 20-jährige Stieftochter Jenny. In den vergangenen 15 Jahren habe sich viel geändert, hätten neben der "Arbeit am Kind" insbesondere die verschiedenen Anforderungen zugenommen, stellt die versierte Fachkraft fest. Beispiel dafür sei der Aufbau der Qualitätsmanagement-Systeme, der momentan in allen Bereichen wichtiges Thema sei.

Auch dass der Umfang der Dokumentationen, der schriftlichen Arbeiten insgesamt zugenommen habe, bewertete sie als Veränderung gegenüber früher. Sie sieht es als wichtigen Bestandteil der Arbeit an, doch solle man das Wichtigste nicht aus dem Blickpunkt verlieren: Das Kind! Ereignisse wie die Segensgottesdienste, das Oktoberfest, Projekte wie das Kooperationsjahr mit der Grundschule Reinheim, die Partnerschaft zu den französischen Freunden, die gute Zusammenarbeit mit den Eltern sollen weiter fester Bestandteil im Rubenheimer Kita-Leben sein.

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