Das Ende der Schule in Altheim naht

Das Ende der Schule in Altheim naht

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Dependance Altheim der Grundschule in Medelsheim geschlossen wird. Dafür hat sich nun der Gemeinderat ausgesprochen, der sich auf den Standort in Medelsheim konzentrieren möchte. Nur so könne er gesichert werden.

Das Votum war eindeutig und bis auf zwei Enthaltungen auch einstimmig: Bei der Sitzung des Gemeinderates in Gersheim sprach sich am Dienstagabend eine breite Ratsmehrheit für die Schließung der Dependance Altheim der Grundschule Medelsheim aus. Und während vor wenigen Tagen in Blieskastel noch aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger aus Altheim vor der Ratssitzung für den Erhalt "ihrer Schule" im Ort demonstriert hatten, gab es in Gersheim keinerlei Proteste. Die Sachlage war bereits im Ausschuss sehr eindeutig geklärt worden, dort hatten auch die beiden Regierungsschuldirektorinnen Monika Hommerding und Iris Becker, der Medelsheimer Schulleiter Christopher Zentz sowie eine Elternsprecherin Stellung bezogen. Bürgermeister Alexander Rubeck stellte unmissverständlich heraus: "Aus organisatorischer und auch aus pädagogischer Sicht sprechen alle Gründe für den Hauptstandort Medelsheim". Christine Streichert-Clivot, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat, bedauerte, dass die Diskussion um Erhalt oder Schließung sowohl die Ortsteile wie auch einzelne Familien in unterschiedliche Lager aufspalte. Es sei zudem sicherlich in Blieskastel nicht einfach gewesen, diese Diskussion zu führen, und man könne dafür auch Verständnis aufbringen. Aber aus "Gersheimer Brille" sei die Standortsicherung in Medelsheim wichtig: "Die Konzentration auf Medelsheim ist der richtige Weg", so die SPD-Politikerin. Im Jahre 2016 müsse ohnehin ein Schulentwicklungsplan aufgestellt werden, und dann seien auch jahrgangsübergreifende Klassen durchaus eine Option. Jürgen Wack, Chef der CDU-Fraktion im Rat, hätte das so "auch unterschreiben können". Er betonte, dass bei der Diskussion "das Wohl des Kindes im Vordergrund" stehen müsse. Er verwies auf ähnliche Diskussionen bei der Zusammenlegung der Schulen von Bliesdalheim und Reinheim: "Ein Standort kann nur die richtige Entscheidung heißen". Er stellte heraus, dass es ja nun für das kommende Schuljahr kein Einvernehmen mehr gebe (die Schule in Medelsheim/Altheim ist ein interkommunale Schule). Insofern sei es dringend geboten, im kommenden Schuljahr einen Konsens zwischen beiden Verwaltungen und den politischen Gremien herzustellen. Für die Gemeinde Gersheim sei es wichtig, den Schulstandort Medelsheim auch längerfristig zu sichern. Die SPD-Fraktionsvorsitzende unterstrich dabei, dass man "gleichberechtigter Partner" mit Blieskastel sei und man das Gespräch mit den Kollegen in Blieskastel suchen müsse. Mario Fontana (Die Linke ) stellte heraus, dass es innerhalb weniger Monate "widersprüchliche Briefe" aus dem Bildungsministerium bezüglich der Aufsichtspflicht in Altheim gegeben habe. Nun seien die Eltern "am Ende des Schuljahres kurzfristig überrascht worden" von den Schließungsabsichten des Ministeriums. Seine Fraktion enthielt sich der Stimme.

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