Das Ehrenamt hat ihn jung gehalten

Der ehemalige Ortsvorsteher Alfons Kohl aus Bliesdalheim feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Als 29-Jähriger wurde Alfons Kohl Mitglied im Rat des Amtes Breitfurt, zu dem sein Heimatort Bliesdalheim 1956 gehörte. Darüber hinaus wirkte er von 1964 bis 1974 als Amtsbeigeordneter. Fast zeitgleich, von 1963 bis 1974, war er zudem ehrenamtlicher Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Bliesdalheim, wo er nach der Gebiets- und Verwaltungsreform bis 1984 und danach zwischen 1989 und 1994 noch als Ortsvorsteher die Dorfgeschicke an verantwortlicher Position weiterführte. Heute (12. Juni) feiert er im Kreise seiner Familie seinen 90. Geburtstag.

Einer der Höhepunkte seiner langen Amtszeit war der Bau der Friedhofshalle. Dank der großherzigen Eigenleistungen vieler Bliesdalheimer war es gelungen, nach der Fertigstellung 15000 Mark (7669 Euro) an die Gemeindekasse zurück zu überweisen, was sicherlich auch der Verdienst der zahlreichen Geldspender gewesen sei, erinnert sich der Jubilar. Der Kommunalpolitiker, der für seine Verdienste mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille ausgezeichnet wurde, galt als geradlinig, kantig und fleißig. Der diplomierte Bauingenieur stand fast 30 Jahre in den Diensten der unteren Bauaufsicht bei der Kreisverwaltung. Er war während seiner kommunalpolitischen Tätigkeit auch CDU-Fraktionsvorsitzender im Gersheimer Gemeinderat und führte lange Jahre den örtlichen CDU-Ortsverband.

Auch als Vereinsvorsitzender war er in herausragender Position tätig. Einstimmig wurde der Jubilar, der 36 Jahre lang die Geschicke des Vereins geleitet hatte, 1993 zum Ehrenmitglied des Turnvereins Bliesdalheim gewählt. In diese Amtszeit fiel der Neubau der Turnhalle, durch die auch viele Jahre der Schulstandort gesichert werden konnte und die Schule zudem einen modernen Erweiterungstrakt erhielt. Kohl hat dafür die silberne und goldene Ehrennadel des Vereins sowie die "Goldene" des Saarländischen Turnerbundes erhalten. 1996 schied er aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat der Volksbank Blies- und Mandelbachtal, der früheren Raiffeisenbank Webenheim, aus.

Ihm hatte er seit 1977 angehört und dessen stellvertretender Vorsitzender er war. Von 1963 bis 2012 war er Bliesdalheims Jagdvorsteher. Sechs Jahrzehnte sang er im Tenor des katholischen Kirchenchors St. Wendelinus.

Nachdem er als passionierter Bergsteiger in früheren Jahren mehrere Viertausender in den schweizer und italienischen Alpen bestiegen hatte, zählte anschließend das Bergwandern ebenso zu seinen großen Leidenschaften wie zeitlebens das Fotografieren. 57 Jahre war er mit seiner vor acht Jahren verstorbenen Frau Maria verheiratet. Kohl hat vier Kinder, acht Enkel und vier Urenkel.

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