Reinheim: Bliesgau-Wein von der Sonne verwöhnt

Reinheim : Bliesgau-Wein von der Sonne verwöhnt

Der Bliesgau ist kein großes Weinbaugebiet. Dafür aber reift hier auf 2000 Quadratmetern ein gutes Tröpfchen heran. Jetzt war die Weinlese.

Die Reinheimer Weinernte fällt sehr gut aus. Bei der Lese im Wingert des Moselwinzers Ralf Steffen aus Trittenheim konnten die vielen freiwilligen Helfer Weißwein-Trauben der 915 Rebstöcke ernten. „Die Anlage ist später ausgetrieben und dadurch hat der Frost hier nichts angerichtet“, weiß der Trittenheimer Winzer bei der dritten Vollernte auf der Flur „Griesbrunnen“ zu berichten.

Es war die fünfte Ernte auf der rund 2000 Quadratmeter großen Fläche auf Muschelkalkboden zwischen Reinheim und Gersheim. Steffen spricht von einer traumhaften Qualität: „Bei den Trauben konnten wie im letzten Jahr 87 Öchsle-Grad gemessen werden, es ist kaum Fäulnisbefall festzustellen, so dass mit einem Ertrag von rund 2000 Litern der Rebsorte Sauvignon Blanc zu rechnen ist.“

Der Bliesgau zähle mehr Sonnenscheinstunden als an der Mosel, so dass eine für das Saarland fast nicht vorstellbare Qualität zu verzeichnen sei, so Steffen. Er rechnet damit, dass nach der weiteren Verarbeitung der Spätlese auf seinem Steffenhof der 2017er Jahrgang schon zum Weihnachtsgeschäft als „Biosphärenwein Reinheim“ in der Verkauf, unter anderem auch im Bliesgau-Regal, oder der Verkaufsstelle Restaurant Schuwer in Aßweiler komme.

Insgesamt zeigte sich der Winzermeister von der Entwicklung seiner „saarländischen Exklave“ beeindruckt. „Der Ertrag des Weinbergs ist besser als anfangs erwartet und deshalb werden wir im kommenden Jahr ein weiteres Gebiet anlegen, dabei die Rebsorte Weiß-Burgunder pflanzen“.

Auch sprach er von der Idee, noch eine weitere Rebsorte dazu zu nehmen. Das werde die Entwicklung zeigen. Er kooperiert auch mit den weiteren Anbauflächen der Weinbaufreunde Bliesgau, sodass Reinheim auf insgesamt sechs Wingerte kommt. Der Winzer bewirtschaftet zuhause mit seiner Familie 14 Hektar Rebfläche in verschiedenen Einzellagen. Damit hat er einen der größten Privatbetriebe an der Mosel. Im Bliesgau zeugen viele Rebmauern, aber auch das bekannte Rebenhäuschen, davon, dass schon in früheren Zeiten der Traubensaft dort zuhause war. Dass die Weinbaufreunde schon seit vielen Jahren reichlich ernten, das Gebiet mittlerweile auch als offizielles Weinanbaugebiet anerkannt wurde, hatte den renommierten Winzer vor Jahren dazu animiert, 2013 im Bliesgau ein weiteres Kapitel Weinanbau aufzuschlagen, neue Reben zu pflanzen.

Ortsvorsteher Jürgen Wack, der wie der Sportfreunde-Vorsitzende Peter Nagel, dem das Gelände gehört, zu den ständigen Helfern zählt, freute sich, dass das Thema Wein in seinem Dorf einen immer größeren Stellenwert zu verzeichnen hat. „In Reinheim wächst zu wenig Wein, um die Nachfrage zu befriedigen“, so Wack, so dass die Ankündigung die Fläche zu vergrößern ein Schritt in die richtige Richtung sei.

Nach dem überwältigenden Erfolg der Premiere wird auch 2018 wieder eine kulinarische Weinwanderung stattfinden. Der Termin wird Ende August, Anfang September liegen. Noch im Dezember findet die Abschlussveranstaltung zur 750-Jahrfeier statt, bei der der neue Wein eventuell vorgestellt werden kann.

Die Weinkönigin Johanna Nagel geht mit ihren beiden Prinzessinnen Angela Fontana und Anna Huppert in ihr zweites Jahr, bevor im Herbst nächsten Jahres Nachfolgerinnen gekürt werden können. Zuvor wird sie sicherlich Teilnehmerin an der zweitägigen Fahrt nach Trittenheim sein, wo am Freitag vor Pfingsten das dortige Weinfest mit dem Jungwinzerabend besucht werden wird. „In diesem Jahr war das ein toller Erfolg, und wir werden auch wieder einen Bus einsetzen“, blickt Ortsvorsteher Jürgen Wack abschließend zuversichtlich auf die kommenden Ereignisse.

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