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Baumlandung blieb ohne gesundheitliche Folgen

Baumlandung blieb ohne gesundheitliche Folgen

Er ist Anfänger in seinem Sport, macht aber nach einer unangenehmen Erfahrung weiter: In 30 Meter Höhe landete ein 56-jähriger Paraglider in Gersheim in einem Baum. Die Feuerwehr setzte die Drehleiter ein.

Das war mal ein erfreulicher Einsatz für die Gersheimer Wehr. Ein Paraglider konnte am Dienstagabend gegen 20 Uhr aus einem Baumwipfel befreit werden und bedankte sich überschwänglich bei den Feuerwehrleuten. Mit breitem Lachen gab er dem Wehrführer Stefan Lugenbiel die Hand, die Erleichterung in seinem Gesicht war nicht zu übersehen. Der 56-Jährige hatte eine gute Stunde in 30 Metern Höhe verbracht, hilflos hing er in der abgeknickten Spitze einer Tanne. Später beschreibt der Unglückspilot das so: "Ich habe den Baum gleich freudig in Empfang genommen, als er sich mir näherte. Ich wollte auf der Wiese am Waldrand landen, der Anflug gefiel mir nicht so gut. Da wollte ich über dem Wäldchen noch einen Kreis fliegen. Anfangs hat mich der Wind auch gut getragen. Doch dann sackte ich ab und es fehlte ein knapper Meter über den Bäumen. Als ich das bemerkte, hab ich die Tanne gezielt angesteuert. Ich bin Anfänger im Gleitschirmfliegen. Aber wir lernen auch, dass man im Notfall in die Bäume steuert. Baumlandung nennt man das", sagte der Blieskasteler gegenüber unserer Zeitung. Beim Flug in den Baum hatte er sich nur am Handgelenk die Haut abgeschürft, der Mann blieb unverletzt. Rettungsdienstmitarbeiter der DRK-Wache Gersheim untersuchten ihn kurz. Dann fuhren sie zur Wache zurück. Seinen Rettern dankt er herzlich, zumal sie ihm auch noch den Gleitschirm aus den Bäumen holen. Feuerwehrmann Marco Nehlig aus Blieskastel stand im Korb der Drehleiter, die auf der Wiese in Stellung gebracht wurde.

Beim Ausfahren der Leiter schnitt Nehlig mit einer Kettensäge den Weg zum 56-Jährigen frei. "Das war kein leichter Einsatz, die Leiter musste erst sorgsam mit Planken unterbaut werden, damit sie auf der Wiese sicher steht", so Nehlig. Zur Sicherheit waren Höhenretter der Berufsfeuerwehr aus Saarbrücken unterwegs. Bevor sie eintrafen, war der Paraglider aber gerettet. Die Feuerwehr Blieskastel war mit zwei Fahrzeugen und sechs Mann vor Ort, die Wehr aus Gersheim mit 22 Mann. Zudem Polizei und DRK. Der Blieskasteler Paraglider will sein Hobby weitermachen: "Das nimmt mir nicht den Mut", sagte er.