Auf der Suche nach dem Herzblatt

Herbitzheim. Die Herbitzheimer Theatergruppe "Sodom und Gomorrha" hat es wieder geschafft, für viele Zuschauer zwei unterhaltsame Abende zu gestalten. Mit dem Lustspiel "Ganz in Weiß" des Autors Toni Feller hatten sie in der Bürgerhaushalle die Lacher wieder auf ihre Seite

Herbitzheim. Die Herbitzheimer Theatergruppe "Sodom und Gomorrha" hat es wieder geschafft, für viele Zuschauer zwei unterhaltsame Abende zu gestalten. Mit dem Lustspiel "Ganz in Weiß" des Autors Toni Feller hatten sie in der Bürgerhaushalle die Lacher wieder auf ihre Seite. In drei Akten turbulente Handlung, Komik und Spaß, aber auch viel Leidenschaft in den Rollen zeichnete die Aufführungen aus. Immer auf der Suche nach dem "A" in den Worten, deshalb ausgestattet mit einem furchtbaren Sprachfehler, hatte Thomas Klein alias Graf Diethelm von Arnheim eine Paraderolle. Nach ihrer Premiere im vergangenen Jahr schlug sich Sarah Dingert, die eine verwitwete Türkin spielte, wieder bravourös und konnte zudem mit einer Bauchtanzeinlage glänzen. Jürgen Meidinger schlüpfte gar in zwei Rollen, in Oliver und Olivia Lohengrün, sorgte er für prächtige Situationskomik bei der Interpretation der Frauenrolle, mit der er Walter Sand als Polizisten inkognito den Kopf verdrehte. Meidinger ist schon seit 13 Jahren fester Bestandteil des Ensembles des Fördervereins der SG Herbitzheim-Bliesdalheim, das von der Regisseurin und Souffleuse Evi Sand "gecoacht" wird. Wie schon im letzten Jahr war die Probephase der Akteure relativ kurz gewesen. Auch dass 13 Schauspieler unter einen Hut zu bringen waren, machte die Arbeit nicht einfacher. Nach den Leseproben und ersten Stellproben im September im Sportheim wechselte die Truppe später ins Nebenzimmer des Bürgerhauses, um sich die Dramaturgie einzutrichtern. Dass in Herbitzheim auch der Nachwuchs eine Chance hat, zeigten die beiden 14-jährigen Debütanten Lukas Klein und Tim Schumacher als schlagkräftige und gewitzte Lausbuben, die sich mit wenig Lampenfieber mitten unter den gestandenen Erwachsenen zu behaupten wussten. Zum Stück: Mit einer "Ich-AG" hat die auf diesem Sektor völlig unerfahrene und vor allem auch wenig geschickte Agnes (Dagmar "Daggy" Nicolai) ein Heiratsinstitut eröffnet. Sie hat jedoch viel Konkurrenz. Dadurch wird sie gezwungen, jeden noch so aussichtslosen und nahezu unvermittelbaren Bewerber in ihrer Kartei aufzunehmen. Ihr Trumpf-Ass ist Susi (Caroline Sand) - Nachbarin und beste Freundin. Susi springt immer dann ein, wenn es gilt, bei einem finanzkräftigen Herrn ordentlich abzusahnen oder einem besonders deprimierten Kandidaten wieder etwas Hoffnung zu geben, um ihn bei der Stange zu halten. Der übereifrige Polizist Hugo Scharfmann (Walter Sand) wird auf das seltsame Heiratsinstitut aufmerksam. Er wittert das große Verbrechen, schlüpft aus der Uniform in zivile Kleidung, versucht als Kunde das Institut auszuspionieren. Eines Nachts werden Geldkassette und Kundenkartei von einem maskierten Unbekannten gestohlen. Wer ist der Dieb? Ist er etwa unter ihren Kunden zu suchen? Soll sie den Diebstahl der Polizei melden? Dann würde aber bekannt werden, dass sie ihre Einnahmen weder versteuert noch beim Arbeitsamt gemeldet hat. Für die Unternehmerin bahnt sich eine Katastrophe an. Ihr letzter Ausweg: Sie bestellt alle Kandidaten in ihr Institut, um bei einem Art Blindekuhspiel die Paare zusammen zu bringen, was ihr auch gelingt. Mit dabei sind Wolfgang Albrecht als Stefan Huber, Florian Sperling, der als Karl Speck auftritt sowie Marie-Luise und Rainer Eiswirth und Manuela Adam, die die weiteren Rollen ausfüllen. Hinter den Kulissen wirkten Sarah Dingert und Manuela Adam (Frisuren) und Dieter Kruse, der aus dem Hintergrund seine Stimme als Alfons Aschig einspielte. Eine weitere Aufführung wird während der Gersheimer Theaterwoche am 18. Januar folgen.