Altenheim in Gersheim strebt die optimale Versorgung der Bewohner an

Ärzte und DRK manchen hier gemeinsame Sache : Es geht um die optimale Versorgung

Das DRK Saarland hat in Gersheim das Projekt „Saarländische Pflegeheimversorgung Integriert Regelhaft“ gestartet.

Die DRK-Seniorenresidenz in Gersheim war bereits mehrmals Vorreiter, wenn es um innovative Projekte ging. Als erste Einrichtung im Saarpfalz-Kreis stellten Heimleiter Theo Schwarz und Martin Erbelding vom DRK Saarland nun vor, wie die optimale medizinische und pflegerische Versorgung der Bewohner in einer Pflegeeinrichtung sichergestellt werden kann. „In einer Kooperationsvereinbarung mit niedergelassenen Ärzten starten wir in Gersheim das Projekt „Saarländische Pflegeheimversorgung Integriert Regelhaft“, kurz SaarPHIR“, betonte dazu im Gespräch mit unserer Zeitung Theo Schwarz. Das Projekt sei Dank einer Förderung aus dem Innovationsfonds des Bundes in Höhe von 5,5 Millionen Euro möglich.

„Bei SaarPHIR arbeiten Ärzte und Pflegefachkräfte auf Augenhöhe miteinander, um etwa die Zahl von Klinikaufenthalten zu reduzieren, wobei die Betreuung der Bewohner noch intensiver ist als vorher. Von Beginn an ist es gelungen, die im Saarland einzigartige fachärztliche Betreuung zu ermöglichen“, freute sich Schwarz und nennt neben einem Urologen, einer Gynäkologin auch einen Zahnarzt. „Die Krankenkassen sparen dabei viel Geld. Die Gemeinde Gersheim mit ihren elf Ortsteilen und den 6800 Einwohnern war bis 2002 – da ohne Pflegeeinrichtung – ein sogenannter weißer Fleck gewesen. Die Ärzte waren bei uns von Beginn an eingebunden“, so Schwarz. Das neue SaarPHIR-Projekt helfe nun, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, notwendige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und ein kooperatives Tätigwerden der Ärzte in der vollstationären Pflege zu fördern.

„Dies bedeutet einen erheblichen Aufwand für die Pflegeeinrichtung durch wissenschaftliche Begleitung, denn alles, etwa die Befunde und Untersuchungsergebnisse, muss dokumentiert werden“, stellte Dr. Germann Becker heraus. „Als Landarzt ist mir das neue Projekt eine Herzensangelegenheit“, betonte der seit Jahrzehnten in Gersheim tätige Mediziner, der seit 2004 als Hausarzt die Seniorenresidenz betreut. Von Vorteil sei in Gersheim zweifellos das Miteinander der kurzen Wege, sind Praxen und Einrichtung doch in Sichtweite entfernt. Durch gemeinsame, alle 14 Tage stattfindende Therapiebesprechungen der Ärzte und des Fach-Pflegepersonals würden etwa Doppeluntersuchungen vermieden und die einzelnen Behandlungsschritte und Therapiemaßnahmen lückenlos nacheinander vorgenommen, der primäre Ansprechpartner sei der in der Versorgungsgemeinschaft frei gewählte Hausarzt.

„Wir möchten nämlich, dass die Bewohner unserer Seniorenresidenz in guten Händen sind. Dazu zählt auch die eingeführte Ärzte- Rufbereitschaft zwischen 18 und 21 Uhr. Dies ist ein neues Element und keine Selbstverständlichkeit. Ebenso gibt es freitags eine Wochenend-visite, eine Hotline und eine Arzneimedikation“, sagte Theo Schwarz. Er hob auch hervor, dass in Pflegeeinrichtungen im Saarland immer mehr ältere Menschen mit mehrfachen chronischen Erkrankungen und Demenz leben und in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind. Die gesundheitliche Versorgung dieser Patienten stelle daher hohe Anforderungen an die Zusammenarbeit der Ärzte und Pflegekräfte sowie an deren Fachkenntnisse im Bereich Arzneimitteltherapie, Geriatrie und Palliativmedizin – als Lösungsansatz diene das in Gersheim installierte Projekt „SaarPHIR“.