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Alfons Buchheit feiert 100. Geburtstag in Gersheim

Herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag : Auf ein bewegtes und aktives Leben blickt der Senior zurück

Immer gut gelaunt, den anderen Menschen zugewandt, optimistisch und von nichts aus der Ruhe zu bringen – das ist Alfons Buchheit. Kürzlich feierten die Mitarbeiter der DRK-Seniorenresidenz Gersheim mit seiner Familie seinen 100. Geburtstag.

Wegen der Einschränkungen, bedingt durch die Pandemie, fand der Geburtstag im Freien statt. Der Altersjubilar und seine Betreuer waren auf dem Balkon und die Mitglieder der Familie standen im Freien, um ihm zu gratulieren, ihm aber auch seinen großen Wunsch, den Auftritt einer Bauchtänzerin, zu erfüllen.

Daumen hoch hieß es anschließend bei dem Senior, der sich auch bereits den beiden Corona-Impfungen unterzogen hat.

1920 in Neualtheim, dem heutigen Pinningen, als ältestes von vier Geschwistern geboren, erlernte er den Maurerberuf und arbeitete in der Bauunternehmung seines Onkels. Als Soldat kämpfte er im Zweiten Weltkrieg und geriet in russische Gefangenschaft. Vor knapp 70 Jahren verschlug es ihn „der Liebe wegen“ von der Bickenalb an die Blies. Er heiratete Johanna Schiel, geborene Wack, die im Krieg ihren Mann Rudolf verloren hatte, und wechselte auch seine Arbeitsstelle. Wie viele Reinheimer zog es ihn „auf die Halberger Hütte“, wo er auch in Pension ging. Die Nachbarschaft profitierte von der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit Buchheits. Bis er es nicht mehr konnte pflügte er mit seinem „Zweiachser“ viele Äcker und Gärten. Als 90-jähriger kaufte er sich noch einen „Chevrolet“, den er noch drei Jahre fuhr, bevor er ihn verkaufte. Bis zu seinem 92. Geburtstag wurde auch wöchentlich der heimische Rasen gemäht.

Vor drei Jahren erfüllte er sich den Herzenswunsch, einmal im Leben zu fliegen. Gemeinsam mit seiner Großnichte Gaby Schieber-Vogelgesang und ihrem Mann flog er nach Tunesien und war begeistert. Vom ersten Tag des vor 21 Jahren eröffneten Bliestal-Freizeitweges fuhr er tagtäglich mit seinem Rad bis Bliesdalheim und wieder zurück. Dabei knüpfte er auch viele Kontakte. Obwohl er selbst nie gegen den Ball getreten hatte, ist er ein begeisterter Fußballfan, versäumte kein Spiel seiner Sportfreunde Reinheim, schaute sich auch jedes Länderspiel im Fernsehen an. Verbunden ist er auch mit dem Pensionärverein, ließ sich keine Versammlung, keine Aktivität entgehen.

Nachdem seine Ehefrau, mit der er kinderlos geblieben war, vor 21 Jahren verstarb kümmerte sich seine Nichte Brigitte Schieber liebevoll um ihn. Sie brachte ihm morgens die Brötchen, holte ihn mittags zu sich, um gemeinsam zu mit ihm essen, abends versorgte er sich selbst. Vor drei Jahren, nachdem er einen Beckenbruch überstanden hatte, verlegte er seinen Lebensmittelpunkt auf eigenen Wunsch in die Gersheimer Alteneinrichtung. Dort fühlt er sich sehr wohl und gut aufgehoben, liest noch täglich die Saarbrücker Zeitung, informiert sich über das Tagesgeschehen via Fernsehen. Auch die angebotenen Gymnastikstunden versäumt er nur selten. Ein Jahr, bis zu dessen Tod, traf der dort seinen Bruder Herbert, der lange Jahre in Pinningen eine Schreinerei betrieb. Seine Schwester Gertrud wird demnächst 91 Jahre alt.