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Ein Glücksbringer sagt Adieu

Ein Glücksbringer sagt Adieu

Homburg. 27 Jahre lang war Bernd Lang der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister für den Kehrbezirk Birkensiedlung, Sonnenfeld bis zum Bereich Stadion und Kirrberg. Anfang Dezember ist Lang in den Ruhestand gegangen, Grund genug, ein starkes Viertel-Jahrhundert Arbeit Revue passieren zu lassen. "Seit dem ersten Januar 1983 war ich hier in Homburg aktiv

Homburg. 27 Jahre lang war Bernd Lang der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister für den Kehrbezirk Birkensiedlung, Sonnenfeld bis zum Bereich Stadion und Kirrberg. Anfang Dezember ist Lang in den Ruhestand gegangen, Grund genug, ein starkes Viertel-Jahrhundert Arbeit Revue passieren zu lassen. "Seit dem ersten Januar 1983 war ich hier in Homburg aktiv." Seine eigentliche Karriere als Schornsteinfeger begann mit der Ausbildung allerdings schon 1963. "Mein Vater kannte den Bezirksschornsteinfeger. Ich dachte mir ,guter Beruf' und so wurde ich Schornsteinfeger." 1966 legte Lang seine Gesellenprüfung ab, 1972 wurde er Meister. Dann hieß es für Lang, auf den eigenen Zuständigkeitsbereich, sprich Kehrbezirk, warten. 1983 war es dann soweit: In Homburg fand er als Bezirksschornsteinfegermeister seine berufliche Heimat. Nach einem damals noch vorgeschriebenen Probejahr zog er mit seiner Frau von Völklingen nach Homburg. Er wurde Vater zweier Söhne, "echte Homburger" wie er sagt, und kümmerte sich seit dem um die Schornsteine, Heizungsanlagen, Messungen, Abnahmen und vieles mehr rund um seinen Zuständigkeitsbereich. Langweilig wurde es ihm dabei nie, sagt er. "Jeder Tag war etwas anders. Es ist ja nicht nur das stupide Kehren von Schornsteinen. Die Leute wollen Öfen aufstellen, umbauen, wollen wissen, was ist möglich, was ist zulässig. Dazu kommen Betriebsstörungen, der Ofen qualmt, die Heizung funktioniert nicht. In solchen Fällen bin ich oft angerufen worden." Und für die Kunden gab's immer auch noch als Geschenk eine kleine Schornsteinfegerfigur für den Geldbeutel. "Als Glücksbringer. Aber nicht um reich zu werden. Ich habe immer zu den Leuten gesagt: Seid froh, wenn ihr gesund seid. Das ist echtes Glück, kein Sechser im Lotto." In den 27 Jahren erlebte Lang auch so manch Kurioses. So, als er auf Wunsch einer Kundin im Giebeldach eines Hauses ein kleines Loch verstopfen sollte, durch das regelmäßig Tauben einflogen. "Ich bin hoch auf den Dachstuhl und habe das Loch mit einem Stein verschlossen. Und beim Weg zurück bin ich durch den Dachboden getreten und hing mit meinem Bein genau neben der Lampe im Wohnzimmer der Kundin. Die bekam einen ordentlichen Schreck." Lang geht in einer für die Schornsteinfegerzunft unruhigen Zeit in den Ruhestand, dem Handwerk stehen weit reichende Änderungen bevor. Schon jetzt wird das bisherige Monopol durch einen Wettbewerb in Sachen Reinigung durch Schornsteinfeger aus dem europäischen Ausland verändert, im Jahr 2013 soll die Marktfreiheit greifen. Dem steht Lang kritisch gegenüber. Er ist sich sicher: Das System wird wesentlich komplizierter, dass es für den Kunden finanzielle Vorteile bringt, glaubt er nicht. So würden hoheitliche Aufgaben, so das kostenpflichtige Ausstellen des Feuerstellenbescheides oder auch die Abnahme von Anlagen, bei den dann zuständigen Bezirksbevollmächtigten, den ehemaligen Bezirksschornsteinfegermeistern, verbleiben. Was früher also in einer Hand war, so Lang, würde jetzt unnötig umständlich. Auch sei das Ausweiten des Arbeitsfeldes von Schornsteinfegern ab 2013 auf den Bereich Wartung und andere Tätigkeitsfelder eine Gefährdung der Neutralität der Schornsteinfeger, erklärt Bernd Lang. "Jeder Tag brachte etwas anderes. Es ist ja nicht nur das Kehren." Bernd Lang

Auf einen BlickSeit Anfang Dezember ist Bezirksschornsteinfeger Andreas Ley für den Zuständigkeitsbereich von Bernd Lang verantwortlich. Ley ist in Schwalbach-Hülzweiler unter der Rufnummer (06831) 4 88 19 35 oder mobil unter (0170) 2 72 79 89 erreichbar. thw