Schulprojekt in Homburg Schüleraustausch lief diesmal virtuell

Homburg · Das Christian-von-Mannlich-Gymnasium in Homburg startete jetzt ein virtuelles Projekt mit seiner Partnerschule in Henrico County im US-Bundesstaat Virginia, dem amerikanischen Partnerlandkreis des Saarpfalz-Kreises.

 Die Projektgruppe traf sich in diesem Jahr via Internet.

Die Projektgruppe traf sich in diesem Jahr via Internet.

Foto: Cathrin Stöck

Viele außerschulische Veranstaltungen mussten im vergangenen Jahr wegen Corona abgesagt werden. So auch der traditionelle Herbstbesuch des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums in Henrico County/Virginia, dem amerikanischen Partnerlandkreis des Saarpfalz-Kreises. Das war zunächst sehr enttäuschend für viele Schülerinnen und Schüler; denn auf der Interessentenliste standen weit über 50 Personen. Kristen Macklin, Deutschlehrerin an der Godwin High School, und Catrin Stöck, Englischlehrerin am Mannlich-Gymnasium, blieben trotz Corona in engem Kontakt, und so war allen Beteiligten schnell klar: Wir versuchen es mit einem virtuellen Austausch, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung.

Der virtuelle Austausch sollte erst einmal im kleinen Rahmen stattfinden, um mit Hilfe von Videokonferenzen und anderen digitalen Tools eine Beziehung zwischen den Schülerinnen und Schülern aufzubauen. Dieser ungewöhnlichen Aufgabe stellen sich 15 Schülerinnen und Schüler auf beiden Seiten des Atlantiks. Sie trafen sich über sechs Wochen mittwochs für 45 bis 60 Minuten gemeinsam im Zoom Meeting und bearbeiteten jeweils im Vorfeld eines Meetings mit Hilfe der Plattform „Immersu2“ verschiedene Aufgaben. Zusätzlich sollten sie einmal pro Woche ihre US-Partnerinnen und -Partner kontaktieren. In Homburg war es 18 Uhr, in Virginia war es 12 Uhr und dort gerade Mittagspause. An der Godwin High-School fand seit März 2020 ausschließlich Online-Unterricht statt. Erst seit April 2021 dürfen Schülerinnen und Schüler freiwillig wieder zur Schule kommen. Die ersten beiden Meetings dienten der Organisation und dem Kennenlernen, bei den vier weiteren Treffen danach wurde die Gruppe aufgeteilt und traf sich in sogenannten „Breakout Rooms“, wo gezielt Fragen entweder auf Deutsch oder auf Englisch gestellt und beantwortet wurden. „In den Breakout Rooms waren die Schülerinnen und Schüler unter sich, das mochten sie besonders gern. Ob die Aufgaben allerdings immer so bearbeitet wurden, wie wir es vorgesehen hatten, wissen wir nicht, sicher ist aber, dass alle viel Spaß hatten“, berichtete Kristen Macklin augenzwinkernd.

Wie solche Aufgaben konkret aussahen, erklärt Catrin Stöck: „Wir haben versucht, Abwechslung zu bieten. Schülerinnen und Schüler haben zum Beispiel Fotos über ihre Lieblingsplätze oder -orte ausgetauscht. Sie haben zusammen eine Online-Stadtrallye entworfen und durchgeführt. Sie mussten in der jeweiligen Stadt mit Hilfe einer Karte Orte finden, oder auch kleine Audios erstellen, die für die Sprachförderung gut waren. Eine gute Mischung, wie wir hoffen.“

 Die fertigen Brezeln wurden von den Schülern in Homburg und den USA digital „geteilt“.

Die fertigen Brezeln wurden von den Schülern in Homburg und den USA digital „geteilt“.

Foto: Cathrin Stöck

Im letzten Meeting wurden die Küchen der Teilnehmenden zum Programmpunkt „How to bake soft pretzels“ benötigt. Mit einem deutschen und englischen Rezept machten sich die Teams an die Arbeit. Fotos der selbstgebackenen Brezeln wurden in der Whatsapp-Gruppe gepostet. Nach den sechs Wochen war es nicht verwunderlich, dass Eddie, ein Godwin-Schüler, meinte: „If I could I would love to hug you all! Wenn ich könnte, würde ich euch alle am liebsten umarmen!“

Zu guter Letzt hatten beide Gruppen ein großes Paket mit typischen Süßigkeiten über den großen Teich geschickt. Das amerikanische Paket kam innerhalb einer Woche in Homburg an, das deutsche ließ sieben Wochen auf sich warten. Ungeachtet dessen bleibt dieser Austausch bei allen in sehr guter Erinnerung.

„Ich habe die Schüleraustausche in Henrico County und hier in der Saarpfalz oft begleiten dürfen. Es ist unbeschreiblich wertvoll für die transatlantischen Beziehungen, dass das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen auch in schwierigen Zeiten weiter möglich bleibt. Wir haben diese Initiative deshalb gerne unterstützt“, resultierte Landrat Theophil Gallo.

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