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Corona - Zwangspause für die Emeralds Cheerleader

„Emeralds“ Cheerleader : Jungs übernehmen den „tragenden Part“

Turnsport, Akrobatik, Teamgeist: Cheerleading ist beim TV 09 Jägersburg als Leistungssport fest etabliert. Männliche Mitstreiter sind aber nur selten am Start.

Beim TV 09 Jägersburg sind die United Emeralds Cheerleader zu Hause. In Jägersburg gibt es Cheerleading bereits seit 1994. In den vergangenen Jahren hat es sich vollständig als unabhängige Sportart etabliert. Heutzutage feuern viele Cheerleader keine Mannschaft mehr an – und so sieht es auch bei den United Emeralds aus.

Und dabei war dies 1994, als die Silver Ladies gegründet wurden und die Footballer Homburg Silverhawks unterstützten, noch ganz anders. 1999 folgte der Wechsel zum TV 09 Jägersburg – und zwar unter dem Namen JB Blue Pearls als Cheerleader des Basketballteams JB Blues. 2008 gab es die Umbenennung in JB Precious als Cheerleader der Saar-Pfalz-Braves. Die Seniors „JB Emeralds“ und Juniors „JB Diamonds“ trainierten fortan zusammen unter der Leitung von Meike Carouge-Przybylski. Im damaligen März wurde die Gründung der Peewees (JB Rubies) bekannt gegeben. Als Trainerin zeichnete Sabine Bauser verantwortlich. Und 2012 erfolgte die Umbenennung des Teams in „United Emeralds Cheerleading“.

Jana Schieler trainiert die aktuell älteste Gruppe. Die 31-Jährige war 14 Jahre lang aktiv und hatte vor vier Jahren die Doppelbelastung Cheerleaderin und Trainerin abgelegt. Seit dieser Zeit steht sie nur noch als Trainerin zur Verfügung. „Momentan haben wir fünf Gruppen“, erklärt Schieler. Im jüngeren Alter – es geht bereits mit fünf Jahren los – begeistern die Tapsy Emeralds (Anfänger) ihre Eltern und Großeltern. Das Zwischenteam der Jüngeren nennt sich Mini-Emeralds. Weiter geht es im Wettkampfteam Tiny Emeralds, wo die Anforderungen Stück für Stück steigen. Bei den Jugendlichen (zehn bis 16 Jahre) der Shiny Emeralds können dann schon schwerere Choreo-Teile einstudiert werden. Und das Aushängeschild der Jägersburger Cheerleader sind die Erwachsenen der Emeralds 5.

Cheerleading bei den Emeralds 5 ist richtiger Leistungssport. Foto: Stefan Holzhauser

„Dort geht es in den Wettkämpfen schon ziemlich professionell zu. Mit dieser Formation sind wir im vergangenen Februar in Bonn auch Regionalmeister geworden“, berichtet Schieler und ergänzt: „Cheerleading hat sich zu einem richtigen Leistungssport entwickelt und ist super vielseitig geworden.“ Es gebe Elemente aus dem Turnsport sowie der Akrobatik. Außerdem sei es ein „extremer Teamsport“, man müsse gerade bei den hohen Flugeinlagen „gegenseitig riesiges Vertrauen“ aufbringen. Das Vorurteil, dass Jungs in dieser Sportart noch zu kurz kommen, trifft offenbar voll zu. So seien von den 88 Aktiven in Jägersburg nur vier männlich. „Sie übernehmen meist den tragenden Part. Ich freue mich aber stets, wenn sie turnerisch und akrobatisch ebenfalls einiges leisten können. Oft kommen sie über ihren Freudeskreis zu uns und sind dann erst einmal überrascht, was man bei unserem Leistungssport so alles draufhaben kann“, betont Schieler. Die Jungs sollten sich komplett von dem Vorurteil lösen, „dass wir diejenigen mit den Pompons sind, die nur andere anfeuern. Es gibt Turnen, Sprünge, Pyramiden und Tanzelemente. Letztlich sind sehr viel Kraft und Ausdauer gefragt, um die Übungen meistern zu können.“

Bis zum Gewinn der Regionalmeisterschaften im Februar 2020 habe auch für die Jägersburger noch alles nach einem ganz normalen Jahr ausgesehen. Doch dann schwappte die Corona-Pandemie unaufhaltsam nach Deutschland über und stoppte nicht nur den Amateursport. „Zu normalen Zeiten gibt es die Landes- und Regionalmeisterschaften, denen sich die deutschen Titelkämpfe anschließen. Außerdem finden auch offene Wettkämpfe statt. Wir sind immer richtig gut erfolgreich und viel unterwegs, wobei diese Wettkämpfe auch unheimlich die Gemeinschaft steigern“, sagt die 31-Jährige. All dies sei 2020 „viel zu kurz gekommen“. Momentan könne man sich lediglich übers Handy und durch Online-Training „über Wasser halten“. Man fiebere bereits dem Tag entgegen, wenn die Corona-Infektionszahlen rapide nach unten gegangen sind und endlich wieder ein normales Training in der Jägersburger Halle möglich ist. Wann das genau sein wird, sei aber derzeit völlig offen. Es gehe aktuell nur darum, gesund zu bleiben und sich auf den Re-Start zu freuen.

Der Nachwuchs wird Stück für Stück an immer größere Herausforderungen herangeführt. Foto: Stefan Holzhauser

Dazu müsse man jetzt „eben die nötige Geduld aufbringen, auch wenn dies nicht immer leicht fällt“. Und sobald es wieder losgehen kann, stehen auch wieder die tollen Uniformen der Jägersburger Cheerleader im Mittelpunkt. „Man kann schon sagen, dass eine Uniform so um die 300 Euro kostet. Allerdings hält sie auch drei bis vier Jahre. Und da wir keinen Sportler finanziell überbelasten wollen, teilen wir die Kosten auf“, erklärt die Trainerin. So würde jeweils ein Drittel der Kosten über Spenden finanziert. Für ein weiteres Drittel komme der Verein auf, so dass dem Mitglied lediglich noch ein Drittel aufgelastet werden müsse.

Auch in Sachen Trainerteam seien die United Emeralds Cheerleader gut aufgestellt. Für die drei jüngsten Gruppen stehen fünf Trainer zur Verfügung. Um die Jugendlichen kümmern sich zwei Trainer. Und bei der erwachsenen Wettkampftruppe gibt Schieler selbst den Takt vor. Die einzelnen Trainingszeiten nach Corona sind auf Instagram und Facebook nachzulesen.

www.instagram.com/united_emeralds_Cheerleading">www.facebook.com/UnitedEmeraldsCheerleading

Die Emeralds 5 wurden bei der Sportlerehrung 2020 als Homburger Mannschaft 2019 ausgezeichnet. Foto: Stefan Holzhauser