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Corona . Frauen aus Homburg und Bexbach nähen Mundschutzmasken für Kinderklinik

Hilfe in Corona-Zeiten : Nähmaschinen laufen auf Hochtouren

685 Mund-und-Nasen-Masken hat die Gruppe „Nadelspielkinder“ schon genäht – Helfer und Materialspenden gesucht.

„Ran an die Nähmaschine“, das ist das Motto für die Nadelspielkinder. Die Gruppe um Initiatorin Gaby Kullmann näht zurzeit Mund-Nasen-Masken, kurz „Mu-Na-Ma“, für die Kinderklinik am Universitätsklinikum in Homburg und die kooperierenden Kinderarztpraxen. „Professor Zemlin hat uns gefragt, ob wir da helfen können“, berichtet Gabriele Engel, die Mitglied der Gruppe ist. „685 Masken wurden in der vergangenen Woche bereits genäht, aber der Bedarf ist sehr groß, und die Masken – natürlich entsprechend gereinigt und desinfiziert – kein Einweg-, sondern ein mehrfach verwendbarer Mund-Nasen-Schutz sind“, so Gabriele Engel. Helfer sind gerne willkommen, Materialspenden werden dringend gebraucht, vor allem Schrägband, Baumwollstoffe (bei 60 Grad waschbar) und Pfeifenputzer.

Die Nadelspielkinder, mit rund 320 Mitgliedern bei Facebook, haben ihren Schwerpunkt in Bexbach, Homburg und Umgebung; inzwischen sind aber auch viele Mitglieder aus dem ganzen Saarland und von jenseits der Landesgrenzen dazu gestoßen. Erfahrung mit ähnlichen Benefizprojekten gibt es reichlich: Die Nadelspielkinder nähen schon seit Jahren für soziale Einrichtungen, zum Beispiel auch Sorgenfresserchen für die kranken Kinder in der Kinderklinik und Herzkissen für Brustkrebspatientinnen. „Ursprünglich wurde die Gruppe vor gut vier Jahren gegründet, um Kindern den Spaß am Nähen und allgemein am Handarbeiten zu vermitteln“, sagt Gabriele Engel.

Die Gründungsmitglieder um Gaby Kullmann, alle begeisterte Näherinnen und gleichermaßen versiert im Umgang mit Häkel- und Stricknadeln, wollten ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. So entstand ein kreativer Freizeittreff bei der evangelischen Kirchengemeinde Bexbach, bei dem  junge und alte Nähfeen gemeinsam ihrem Hobby frönen.

Schon bald war klar, dass man nicht nur aus Spaß an der Freud‘ und im stillen Kämmerlein nähen wollte, sondern damit Sinnvolles und Gutes tun wollte. Nicht umsonst ist das Motto der Gruppe: „Miteinander tun macht Mut! Zusammen etwas tun macht groß! Gemeinsamkeit macht stark! Gutes tun macht zufrieden! Helfen macht glücklich!“

Eines der ersten Projekte waren „Liebhaberchen“ für die Elterninitiative krebskranker Kinder und die Kinderkrebsstation am Uniklinikum in Homburg. Genäht wurden kleine kuschelige Helferlein für kranke Kinder, „Sorgenfresserchen, kleine Kissen zum Festhalten, wenn es vielleicht mal kein so guter Tag ist und die Patienten Trost und Unterstützung brauchen“, sagt Gabriele Engel.

Der guten Idee und guten Tat folgten viele weitere: In der Frauenklinik des Universitätsklinikums haben die „Nadelspielkinder“ zum Beispiel bunte Taschen zum Kaschieren von Drainageflaschen genäht, was bei den Patientinnen und auch beim Personal gut ankam. Ebenso wie Herzkissen für Brustkrebspatientinnen oder Pucksäckchen für die Frühchen in der Kinderstation.

Derzeit liegen wegen der Corona-Krise die gemeinsamen Treffen natürlich auf Eis, aber die Mitglieder nähen fleißig von zuhause. Ganz so einfach zu nähen sind die Mund-Nasen-Masken übrigens nicht, etwas Näherfahrung sollte man also schon mitbringen, aber es gibt auf jeden Fall Anleitung und Unterstützung in der Gruppe.

Wer mitmachen möchte oder Stoffe, Schrägband, Gummilitze oder Pfeifenputzer spenden möchte, kann sich gerne wenden an Gaby Kullmann, Telefon (0 68 26) 9 33 89 94. Weitere Infos auch auf der Facebook-Seite:

So sehen die Modelle aus, Anleitung und Tipps zum Nähen gibt’s in der Gruppe. Foto: Gaby Kullmann/Nadelspielkinder

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