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Calisthenics-Park in Bexbach geschlossen

Regeln missachtet : Keine Vernunft - kein Gerätesport im Freien

Auch der Calisthenics-Park in Bexbach, der im vergangenen Jahr in Betrieb genommen wurde, ist derzeit für alle Sportbegeisterten geschlossen. Der Grund: Die wegen der Corona-Pandemie geltenden Sicherheitsabstände wurden missachtet. Wann auf der Anlage in der „Grünen Lunge“ Bexbachs wieder Sport getrieben werden darf, ist ungewiss.

Der Calisthenics-Park der TV Oberbexbach war Balsam auf die Seelen der Fitness-Fans in der Region. Sport treiben unter freiem Himmel. Die Menschen hatten in Zeiten, in denen Hallen, Bäder und Fitnessstudios geschlossen sind und der Sportbetrieb fast vollständig zum Erliegen gekommen ist, eine tolle Möglichkeit, um sich an der frischen Luft an den Geräten auszupowern – etwas Gutes für Körper und Seele zu tun.

Doch die Betonung liegt auf dem Wort „Hatten“. Wer derzeit in der Grünen Lunge in Bexbach spazieren oder joggen geht, stößt auf eine abgesperrte Trainingsfläche und ein notdürftig angebrachtes Schild. Auf dem ist zu lesen, dass der Calisthenics-Park auf Anordnung der Bauaufsichtsbehörde vorübergehend geschlossen wurde. Zuwiderhandlungen würden der Polizei gemeldet. Was war passiert?

„Es ist uns leider nicht mehr möglich, den Calisthenics-Park offen zu halten. Viele Nutzer haben die vorgeschriebenen Mindestabstände auf der Anlage nicht mehr eingehalten“, bedauert der Turnratsvorsitzende der TV Oberbexbach, Herbert Bruder. Bürger hätten sich daraufhin beschwert. Und die Bauaufsichtsbehörde schob der Nutzung des Sportparks einen Riegel vor.

Die TV Oberbexbach selbst kann dagegen nichts tun. „Uns sind die Hände gebunden: Wir können ja nicht rund um die Uhr jemanden hinstellen, der alles kontrolliert“, hadert Bruder. „Das Problem mit dem Abstand gab es ja auch schon beim ‚Vergnügen im Schnee’ am Höcherberg. Wir hatten auf die Vernunft der Menschen gehofft. Dass sie warten, wenn sie sehen, dass die Anlage ausgelastet ist. Und sie erst betreten, wenn jemand anders sie verlässt, so dass die Abstände eingehalten werden können. Leider war das anders. Die Leute sind einfach auf den Platz gegangen. Und so kam es eben zu diesen Problemen.“

Ende September 2020 war der Fitnesspark, der auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht setzt, eingeweiht worden. Am Eröffnungstag waren trotz schlechter Witterung viele Prominente aus dem Sport- und Politikbereich vor Ort und bestaunten die neue Anlage (wir berichteten). Etwas mehr als vier Monate später muss sie ihre Pforten nun schließen.

Zumindest vorläufig. Bruder hofft darauf, dass der Betrieb im Calisthenics-Park „vielleicht ab März“ wieder starten darf. Zunächst einmal müsse aber der aktuelle Lockdown aufgehoben werden. Grundsätzlich zieht der Turnratsvorsitzende bislang aber ein zufriedenes Zwischenfazit im Hinblick auf die Anlage. Diese zu bauen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, sei „genau der richtige Schritt“ gewesen. Abgeschlossen sind die Arbeiten an der Anlage aber noch nicht. „Corona hat einige Dinge gestoppt, die wir geplant hatten. Die sollen möglichst bald nachgeholt werden. Ich denke da an den Bau eines Zauns. Auf der Trainingsfläche sollen auch noch zwei oder drei weitere Geräte installiert werden. Außerdem wollen wir auf Inklusion setzen. Der hintere Bereich soll so gestaltet werden, dass auch Menschen mit Handicap ihn nutzen können“, betont Bruder.

Ein Schild weist auf den Grund der Schließung hin: Vorgeschriebene Abstände wurden nicht eingehalten. Foto: Stefan Holzhauser

Er hofft nicht nur, dass der Calisthenics-Park bald wieder öffnen darf – sondern auch, dass sich dann alle an die Regeln halten. Auf dass sportbegeisterte Menschen ihrem Körper und ihrer Seele auch in Zeiten der Pandemie wieder etwas Gutes tun können.