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Zwei Mammutbäume in Mimbach gelten als Naturdenkmäler

Gewaltige Gewächse auf dem Gebiet der Stadt Blieskastel : Diese Mammutbäume haben ihren Namen verdient

Serie „Naturdenkmäler in unserer Region“. Heute: zwei sehr imposante Mammutbäume in Mimbach.

In Mimbach stehen zwei mächtige Mammutbäume. Aber wer sie sehen will, muss auf die Suche gehen, denn sie sind zwar leicht zu finden, da sie hinter dem Herrenhaus des Freishauser Hofes stehen, werden aber durch das Gebäude und umliegende andere Bäume fast verdeckt. Den besten Blick hat man daher aus der Ferne.

Von der Landstraße zwischen Mimbach und Böckweiler sieht man die Spitzen der beiden Mammutbäume über den Hofgebäuden gewaltig aufragen, vom freien Feld aus hat man eine ähnliche Perspektive, denn die beiden Mammutbäume sind vor allem eines: mächtig hoch.

Einheimische Gewächse sind sie natürlich nicht. Mammutbäume wurden in Europa im 19. Jahrhundert als Parkbäume angepflanzt und gerieten so durch Menschenhand in den Garten des Freishauser Hofes. Mammutbäume waren Bestandteil englischer Landschaftsgärten und sind im Saarland relativ selten. Im Arboretum (Ansammlung verschiedenartiger Gehölze) am Saarbrücker Schanzenberg kann man welche sehen, aber auch in Mimbach, wo sie sich prächtig entwickelten und die in der Nähe stehenden Laubbäume deutlich überragen. Ihrer Seltenheit verdanken sie auch die Einordnung in die Liste der Naturdenkmäler des Bliesgaus, was bedeutet, dass diese beiden Zypressen-Gewäche vom Landesamt für Umweltschutz gepflegt und beaufsichtigt werden.

Dass diese Parkbäume in Mimbach stehen, ist auf die Historie des Hofes zurückzuführen. Das Herrenhaus des Freishauser Hofes zwischen Mimbach und Böckweiler hat eine bewegte Geschichte. Der Hof war Eigentum des Klosters Hornbach und wird in einer Verleihungsurkunde aus dem Jahr 1291 als „Vrowingshusen“ erwähnt. Er gehörte mit Mimbach und Webenheim zum Webenheimer Dorfgericht. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, hatte das Gut in späterer Zeit verschiedene Besitzer. Eine neue Blüte erlebte der Hof in der Moderne. 1876 kaufte Oskar Krämer, der Besitzer der St. Ingberter Eisenschmelze, die Liegenschaft und errichtete neue Hofgebäude und das jetzt noch erhaltene Herrenhaus in neoklassizistischem Stil im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Und genau zu dieser Zeit waren Mammutbäume bei den Eliten besonders beliebt. Wer etwas auf sich hielt, pflanzte sie in den parkähnlichen Garten. Das hatte etwas Exotisches und war zugleich kein Problem für das Herrenhaus, da die Bäume trotz ihrer Größe in die Tiefe wurzeln. Die Bäume können mehrere Hundert Jahre alt werden, die Mimbacher Bäume sind insofern noch jung.