Zahl der Traktoren steigt ständig

Biesingen · Das Traktorentreffen der Biesinger Traktorenfreunde hat sich zur Zusammenkunft der besonderen Art entwickelt. Bei der vierten Auflage tuckerten am Wochenende mehr als 40 Old- und Youngtimer über die Wiese am Ende der Münchwiesenstraße. Ein Fordson F, 1925 in den USA gebaut, war zu bestaunen.

 Beim Traktorentreffen gab es Fachgespräche rund um die älteren Modelle. Foto: Hans Hurth

Beim Traktorentreffen gab es Fachgespräche rund um die älteren Modelle. Foto: Hans Hurth

Foto: Hans Hurth

Die Idee zu dem Trucker-Treffen hatten vor drei Jahren Max Gerber und Oliver Joas. "Beim Hölschbergfest stellten Otmar Germann und wir fest, dass es allein bei uns im Ort 31 Besitzer von kleinen und großen Traktoren gibt", erinnert sich Max Gerber im Gespräch mit unserer Zeitung. "Mittlerweile hat sich das Treffen herumgesprochen. Diesmal kamen wieder Freunde der Interessengemeinschaft landwirtschaftlicher Maschinen und Fahrzeuge aus Ensheim, Hassel, St. Ingbert, Kirkel und erstmals Bliesransbach nach Biesingen ", freute sich Ortsvorsteherin Annette Weinmann, selbst Mitglied der Traktorenfreunde. Viel bestaunt unter den liebevoll hergerichteten Oldtimern der 20 PS starke Lanz, Baujahr 1938, von Helmut Gölzer und der Einzylinder Lanz, Baujahr 1940 von Klaus Ludwig , beide aus Webenheim.

"Bei den Modellen, gebaut zwischen 1921 und 1957 in Mannheim, ist der Glühkopf das A und O, ohne den läuft nichts", erklärte Rainer Sebastian, der das 38er Gefährt den Biesinger Berg hinauf fuhr. "Früher kam der Landwirt aus dem Stall, glühte während des Frühstücks den Motor 15 bis 30 Minuten auf, danach ging es los mit der Fahrt zum Acker." Simpel, aber äußert originell der Traktor-Diebstahlschutz beim Lanz: Herausziehen und Mitnehmen des Lenkrades genügt. Ein Fordson F, angetrieben von einem 4,2 Liter Benzin-Motor und 20 PS, war mit dem Baujahr 1925 nicht nur ältestes und kleinstes Gefährt, sondern auch weit herumgekommen: Gebaut in Detroit (USA) und lange Jahre in Südfrankreich im Einsatz, wurde der Fordson F von Edgar Pohl ins Saarland gebracht und von Familie Breyer aus Bliesransbach übernommen. Bestens gepflegt der 64er Fendt von Werner Lauer, und Besitzer eines 57er Deutz ist Otmar Germann. "Ich entsorge mit meinem Traktor Heckenschnitt und liefere Äpfel beim OGV ab." Wie der pensionierte Polizeibeamte haben viele die Leidenschaft, ihre Oldie-Traktoren zu erhalten, zu nutzen beim Kaminholzholen oder Mähen und einmal im Jahr herausgeputzt zu präsentieren.

Das freut die Besucher, deren Zahl ständig steigt. Zwar erst elf Jahre alt ist Traktor-Fan Johannes Stopp aus Ballweiler, doch einen Lanz-Bulldog-Motor erkennt er schon von weitem am Klang. "Die Kenntnisse habe ich von Opa Alfons, auf seinem 15 PS Güldner darf ich oft mitfahren." Erstmals dabei waren Rupert Breyer mit seiner Neuerwerbung, einem 65er Ferguson, 45 PS stark, und Carlos Kretschmer, der auf der Wiese einen riesigen John- Deere Mähdrescher in Blickrichtung setzte. "Der Mähdrescher hat 400 PS und kostet einen siebenstelligen Betrag", ergänzte Karlheinz Kretschmer die Daten über den Erntehelfer aus dem Besitz des Scherer- Hofes. Bei Rundfahrten und beim Probesitzen hatten die Kinder ihren Spaß, bei Fachgesprächen gab es Tipps und Informationen, und bei einer Trecker- Skatpartie reizten Klaus Maria Müller, Norbert Scheller, Siegfried Heß, Rupert Breyer und Bernhard Wendel ums beste Blatt.

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