Wenn Schule zur Familie wird

Kultstatus kann man ihm schon zugestehen: Der Adventsmarkt der Geschwister-Scholl-Schule arbeitete an der Professionalität seines Angebots, das Jahr für Jahr größer wird. Die Eltern sind schon im Vorfeld aktiv.

Der Adventsmarkt der Geschwister-Scholl-Schule in Blieskastel hat schon fast so etwas wie Kult-Charakter. Man hat das Gefühl, das Angebot wird in jedem Jahr vielfältiger, die präsentierten Arbeiten und Geschenke werden immer professioneller. "Seit dem Samstag vor einer Woche wird hier gewerkelt, gebastelt und gesägt", fasste Schulleiterin Sylvia Behet das Geschehen zusammen. Und sowohl in der Vorbereitungszeit als auch am Tage des Adventsmarkts, traditionell der Samstag vor dem ersten Advent, zeigt sich die Schule als große Familie. Schon im Vorfeld werden von Eltern Adventskränze und -gestecke hergestellt.

An den Projekttagen helfen ebenfalls Eltern und sind mit ihrem Wissen und ihren praktischen Erfahrungen eine große Unterstützung für Lehrer wie Schüler . Und am Tage des Adventsmarktes kommen alle, jetzige und ehemalige Schüler . "Eine ganze Klasse von Ehemaligen ist heute hier", freute sich die Schulleiterin. Das Angebot ist vielfältig und attraktiv, bereits kurz hinter dem Eingang sind die vielen Kränze und Gestecke zu finden, meist hängt schon früh ein Zettel "verkauft" am Produkt. Es sind Arbeiten der "Mama & Co KG", wie auf den Preisschildern zu lesen ist, Einzelstücke, die Auflage insgesamt ist limitiert.

An einem anderen Stand präsentiert die Klasse 6b Schokoladen-Nikoläuse oder -Nussknacker. Das sieht alles so professionell aus, haben das die Schüler selbst angefertigt? "Ja, eine Mama hat uns dabei geholfen, die macht das wohl auch beruflich", erläuterte der elfjährige Fabian Menzner aus Biesingen. "Wir haben die Schokolade heiß gemacht und sie dann in Formen gegossen", beschrieb Jana Sommerlade aus Böckweiler den Herstellungsvorgang. Und die fertigen Exemplare können sich absolut sehen lassen, die hätte man durchaus auch im Supermarkt verkaufen können. Natalie Reiser von der Freiwilligen Ganztagsschule präsentiert mit den Kindern geschmückte Gläser oder Pflanzen in Töpfchen: "Das haben die Kinder alles selbst gemacht", ist auch die Erzieherin sichtlich stolz.

"Wichteln 3.0" heißt eine Aktion der Schülervertretung auf der anderen Seite des Flurs. Hier kann man ein Wichtelpaket bezahlen und dann vermerken, wem man damit kurz vor Weihnachten an der Schule eine Freude bereiten will. "Es macht sehr viel Spaß", ist Schülersprecherin Chiara Murluwski (14, Klasse 9) begeistert bei der Sache. "Diese Projekttage sind einfach eine tolle Abwechslung vom normalen Schulalltag", findet auch Christoph Florsch (15, Klasse 10M) aus Reinheim. An einem anderen Tisch kann man für das Tierheim in Zweibrücken spenden: "Wir haben schon lange eine Partnerschaft, und die Schülerinnen und Schüler profitieren auch davon", versicherte Lehrerin Andrea Mayer, die als Biologierlehrerin mit den Schülern auch noch Marmelade "aus natürlichen Rohstoffen" hergestellt hat. Spontan geht es im Musiksaal zu: Die Musiklehrerin Christiane Wolter hat zusammen mit jetzigen und ehemaligen Schülern und auch Eltern einen Chor initiiert, der dann tolle Lieder zu Gehör bringt. Also, insgesamt ein sehr abwechslungsreiches Programm, das die "Familie" auf die Beine gestellt hat.

Mehr von Saarbrücker Zeitung