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Wenn die Festhalle zur Zeitmaschine wird

Wenn die Festhalle zur Zeitmaschine wird

2940 Seiten hat das Einwohnerbuch von Blieskastel, zusammengestellt von Jörg Künzer. Im Rahmen der Tagung der ASF wurde es vorgestellt. Zwölf Jahre hat Künzer an der Zusammenstellung Blieskasteler Familien gearbeitet.

"Die Bliesgaufesthalle wird am 11. September zur Zeitmaschine", so hatte Stadtarchivar Kurt Legrum zusammen mit der Pressestelle der Stadt Blieskastel die genealogische Ausstellung mit Bücherbörse in der Bliesgaufesthalle am vergangenen Sonntag angekündigt. Genealogie ist der Fachausdruck für Familien- oder Ahnenforschung . Und der eigentliche Veranstalter und Organisator dieses "Zeitreise-Tages" war die Arbeitsgemeinschaft für saarländische Familienkunde (ASF), die damit auch ihr 50-jähriges Bestehen feierte.

"Wir haben solche Veranstaltungen öfters in Saarlouis durchgeführt, deshalb wollten wir jetzt einmal in den saarpfälzischen Raum gehen", erklärte der ASF-Vorsitzende Markus Detemple. In der ASF sind nach eigenen Angaben "die genealogisch am Saarland und den angrenzenden Gebieten Interessierten zusammengeschlossen". Und man konnte auch ein konkretes Ergebnis präsentieren, nämlich "Ein Buch für die Bürger - mit den Bürgern": das "Einwohnerbuch Blieskastel mit den Ortsteilen Alschbach und Lautzkirchen 1650-1905" von Jörg Künzer.

Der hauptberuflich als Polizeibeamter arbeitende Künzer hat in zwölf Jahren akribischer Arbeit ein Buch mit allen Familien und deren Namen aus dem beschriebenen Zeitraum zusammengetragen. Er sei eben "ein Jäger und Sammler", sagte er scherzhaft. Und was treibt einen an, eine solch mühevolle Kleinarbeit auf sich zu nehmen? "Es ist ein Hobby, es macht Spaß und man ist ständig am Forschen und Suchen", begründet Künzer.

Jörg Künzer ist stellvertretender Vorsitzender der ASF, die das aufwändige Werk auch herausgegeben hat.

Doch neben der Präsentation des Heimatbuches gab es weitere Höhepunkte: So präsentierte die Arbeitsgruppe Vermisstenforschung etliche Fundstücke, die im Rahmen ihrer Arbeit freigelegt wurden. Und neben dieser Arbeitsgruppe stellten auch etliche historische Vereine, etwa aus Schiffweiler, dem Köllertal, Wappenspezialisten oder auch Stadtarchivar Legrum ihre Arbeit vor und konnten etliche Familien- oder Ahnenbücher an den Mann und die Frau bringen. Das Interesse war groß, trotz des schönen Sommerwetters hatten sehr viele Besucher den Weg in die Ausstellung in der Bliesgaufesthalle gefunden.

Und neben der Präsentation in der Bliesgaufesthalle konnte man an diesem "Tag des offenen Denkmals" auch noch den Bunker der ehemaligen "Landesbefestigung West" besichtigen, ein in seiner Art einzigartiges Denkmal.

Abgerundet wurde der "Zeitmaschinen-Tag" noch mit freiem Eintritt in das historische Uhrenmuseum sowie die Eisenbahnausstellung im Haus des Bürgers. Zudem gab es auch einen stadtgeschichtlichen Vortrag von Kurt Legrum.