Sicherheit : Weihnachtsmärkte ohne Angst genießen

Sicherheit : Weihnachtsmärkte ohne Angst genießen

Kurz vor der Eröffnung der Weihnachtsmärkte in der Region hat die FWG im Mandelbachtal eine Sicherheitsdebatte angeregt.

Wo sind die Grenzen bei der Sicherheit? Diese Frage haben die Freien Wähler (FWG) im Mandelbachtal gestellt und eine Diskussion darüber gefordert. Wie FWG-Chef Gerhard Hartmann mitteilt, ließen Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit erkennen, dass auch in Deutschland Veranstaltungen, besonders solche, die sich im öffentlichen Raum abspielen, vermehrt Ziele für Attentate oder Amokläufe sind. Größere Kommunen, wie zum Beispiel die Stadt Saarbrücken, hätten diesbezüglich bereits reagiert. Zusätzliche personelle und materielle Sicherheitsvorkehrungen würden ergriffen, den Sicherheitsstandard solcher Veranstaltungen dem wachsenden Gefahrenpotenzial anzupassen. Diese Maßnahmen vermittelten den Besuchern das Gefühl, dass für ihre Sicherheit bestmöglich gesorgt ist, wenngleich es stets nur eine relative und keine absolute Sicherheit gebe.

Wie die FWG weiter mitteilt, müsse, was in größeren Städten längst zu einer Routine geworden ist, auch für die ländlichen Gemeinden Gültigkeit besitzen, um für Besucher und Helfer von Veranstaltungen die Sicherheit zu erhöhen. „Mandelbachtal soll keineswegs zur Festung ausgebaut werden; auch Ängste zu schüren, wenn öffentlich gefeiert wird, liegt der FWG fern“, so Hartmann. Nicht nur die Sicherheit an sich sei zu betrachten sondern darüber hinaus auch die Haftung, die bei Ereignissen dann eine Rolle spiele, wenn Personen- und Sachschäden zu beklagen sind. Erst dann in die Sicherheitsdebatte einzusteigen, wäre fahrlässig, ja sogar grob fahrlässig, es wäre zu spät. Wie Blieskastels Stadtpressesprecher Jens Welsch auf Anfrage mitteilt, seien nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin im vergangenen Jahr deutschlandweit die Sicherheitskonzepte für die Märkte zur Weihnachtszeit angepasst und zum Teil verschärft worden. Wichtig sei es der Politik und den verantwortlichen Organisatoren dieser Märkte von Anfang an gewesen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheitsmaßnahmen einerseits, insbesondere wenn diese sichtbar in den Fokus einer Veranstaltung rücken, und dem besonderen Flair und Charakter der Weihnachtszeit andererseits herzustellen.

Was die drei Bliestalkommunen Blieskastel, Gersheim und Mandelbachtal gemein hätten, sei der Umstand, dass es sich um ländliche Flächenkommunen handelt, die über kein größeres urbanes Zentrum verfügen. Diese städtischen Zentren würden gemeinhin als gefährdeter als die oft heimeligen kleineren Veranstaltungen mit regionalem Bezug gelten. Letzteres treffe vor allem auf das Bliestal zu: Hier würden vielerorts durch Vereine kleinere Nikolaus-, Advents- und Weihnachtsmärkte angeboten. So zum Beispiel schon durch die Frauenbeauftragte der Stadt Blieskastel das letzte Wochenende mit dem Vorweihnachtlichen Markt, der sehr gut besucht war und von den Gästen gut angenommen wurde (wir berichteten).

„In Blieskastel steht nun noch der größere Christkindmarkt auf dem Paradeplatz an, der von Freitag, 8. Dezember, bis Sonntag, 10. Dezember, dauert. Hierfür verfügt die Stadtverwaltung bereits das dritte Jahr in Folge über ein eigenes Sicherheitskonzept, da Blieskastel als Mittelzentrum im Saarpfalz-Kreis mit seinem besonderen barocken Flair einen größeren regionalen Einzug hat“, so Welsch. Das Sicherheitskonzept sei für dieses Jahr in Absprache mit allen beteiligten Behördenvertreter nochmals verfeinert worden.

So sei die Aufstellung von fünf sogenannter „Big-Bags“ in der Straßen zwischen dem Paradeplatz und der Volksbank geplant. Bei diesen „Big-Bags“ handele es sich um große Säcke, die mit Kieselsteinen gefüllt sind. „Diese sollen aber von ihrer Aufmachung her in das weihnachtliche Gefüge optisch eingefasst werden. Neben Polizei in Zivil werden auch uniformierte Vollzugspolizeibeamte Präsenz auf dem Markt zeigen. Dies erhöht vor allem aber das subjektive Sicherheitsgefühl der Gäste“, so Blieskastels Stadtpressesprecher Jens Welsch auf Anfrage unserer Zeitung abschließend.

Mehr von Saarbrücker Zeitung