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Weihnachtskonzert des Musikvereins Frohsinn in Blieskastel

Weihnachtskonzert : Musikalische Naturgewalten in der Bliesgau-Festhalle

Der Musikverein Frohsinn Mimbach hat mit seinem traditionellen Weihnachtskonzert am Samstagabend in der Bliesgau-Festhalle sein Jubiläumsjahr zum 115-jährigen Bestehen beendet. Wie immer unter dem Motto Konzert und Theater, da man neben den Aufführungen aller Orchester und Ensembles im zweiten Teil des Abends mit einer Komödie die Lachmuskeln der Zuschauer strapazierte (ausführlicher Bericht folgt).

Bei der Moderation des Konzerts des Großen Orchesters unter dem Motto „Pure Harmonie“ ging man dieses Mal andere Wege.

Anja Jung und Stefan Hamernik spielten ihre Ansagen als Sketch, als stünde das Konzert erst noch bevor. Die beiden Conférenciers schlenderten dabei zu Beginn vom Saaleingang durch die Reihen und später auf der Bühne zu einem Tisch, wo sie bei einem Glas Rotwein über die Stücke fachsimpelten. Es sei ein Problem, die große Bandbreite des Abends (Leitung: Daniel Peters) zu erklären, meinte Hamernik, während Jung gerade in dieser Vielfalt den Vorteil sah. Dabei war das Thema des ersten Stückes aktueller denn je. Naturgewalten zerstören die Zivilisation, was Kees Vlak in „A New Village“ verarbeitete. Angesichts des Klanges hätte man auch auf einen Western tippen können, meinte ein Mann in Reihe 2. „Choreography“ habe den Dirigenten schier verrückt gemacht. Peters habe bei dieser Herausforderung der Umsetzung der schnellen Tänze gar schwarzgesehen, ulkte das Ansager-Duo. Doch das Orchester ließ seinen Chef nicht im Stich.

Da war Humperdincks „Abendsegen“, welcher teilweise auf Volksliedern und auf „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ beruht, wesentlich ruhiger. Genug Entspannung, um Jim Steinmanns „Tanz der Vampire“ zu hören, bei dem man neben „Sei bereit“ auch „Unstillbare Gier“ genießen durfte. Daniel Peters schien hier alles zu geben. Er und seine Musiker wurden mit Bravo!-Rufen belohnt. Auch von „Selections from Mary Poppins“ schienen die Leute sehr angetan. Das Stück ist wegen des Kinostarts vor Tagen brandaktuell. Nach „Let it snow“ – ein Wunsch, der leider nicht in Erfüllung ging – standen die Leute auf und forderten eine Zugabe. Die kam doppelt und unter anderem in Form von „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“ zum Vorschein. Wie immer gemeinsam mit dem Jugendorchester im Stehen gespielt, mit dem Publikum zusammen gesungen, ohne Saallicht und unter Einsatz von Weihnachtsmützen, Beleuchtung am Notenständer und weiterer Kopfdekoration.

Höhepunkt im ersten Teil war der Auftritt des Durchstarterorchesters. Dabei handelt es sich um ein noch recht junges Projekt. Zehn Kinder - alles blutige Anfänger - von Schulen aus Blieskastel, Blickweiler, Breitfurt und Gersheim, haben erst vor acht Wochen begonnen, im Verein ein Instrument zu erlernen. Unter der Leitung von Tommes Rute und der Moderation von Daniel Peters zeigten sie ihr Können. Gemeinsam mit dem Jugendorchester und der Bläserklasse der Geschwister-Scholl-Schule standen dann 45 Nachwuchsmusiker auf der Blieskasteler Bühne. Zuvor hatte das Jugendorchester (Leitung: Tommes Rute) genauso seinen Auftritt wie die beiden Blockflötenensembles. Letztere sangen zum Abschluss „Feliz navidad“, während die Leiterin Jasmin Schaeffer sie auf der Ukulele begleitete.