Kinderbetreuung Mandelbachtal: Wartelisten für Kita- und Krippenplätze

Kinderbetreuung Mandelbachtal : Wartelisten für Kita- und Krippenplätze

Theoretisch gibt es genug Betreuungsplätze für die Kinder in der Gemeinde Mandelbachtal. In der Praxis sieht das jedoch anders aus.

Probleme bei der Kinderbetreuung erhitzen für gewöhnlich schnell die Gemüter. Trotz gesetzlicher Zusicherung gibt es keineswegs überall ausreichend Plätze, was Eltern und deren Planung oft vor große Probleme stellt. Die Mandelbachtaler SPD-Gemeinderatsfraktion hat Druck auf den Bürgermeister ausgeübt und die Einberufung des Ausschusses beantragt (wir berichteten). Dessen nicht-öffentliche Sitzung fand bereits Mitte vergangener Woche statt.

Wir haben mit Mandelbachtals Bürgermeister Gerd Tussing (CDU) über die generelle Situation in der Gemeinde gesprochen: „Momentan sind alle Träger gemeinsam bemüht, kurzfristig eine Lösung für die Wartelisten zu finden – im Kita- genauso wie im Krippenbereich“, sagt Bürgermeister Gerd Tussing und fügt hinzu: „Nach einem gemeinsamen Termin mit allen Leitungen und dem Kreisjugendamt, wurde aus der Kita Ommersheim eine Warteliste mit derzeit 16 Kitakindern (ab drei Jahren) gemeldet.“

Auf nochmal etwa genauso viel schätzt der Verwaltungschef dort die Warteliste im Krippenbereich. „In den anderen Kitas der Gemeinde können alle derzeit angemeldeten Kinder (drei bis sechs Jahre) der jeweiligen Ortschaften aufgenommen werden. Im Bereich der Krippe sind jedoch auch hier Wartelisten vorhanden“, heißt es in seiner Stellungnahme.

Wie Gerd Tussing weiter erläutert, richtet sich der Anspruch auf einen Kindergarten- oder Krippenplatz an den Saarpfalz-Kreis als Träger der Jugendhilfe. „Wir werden als gemeindlicher Träger gemeinsam mit dem Kreisjugendamt und den kirchlichen Trägern in Abstimmung mit dem Landesjugendamt versuchen, eine Übergangslösung zu finden“, sagt Gerd Tussing. Dies habe der Ausschuss beschlossen. Die ersten Gespräche seien bereits terminiert.

Der weitere Bedarf im Krippenbereich dürfte allerdings höher sein. Die Vergabe der Kitaplätze erfolge durch die Kita-Leiterinnen anhand der Belegungskriterien der jeweiligen Einrichtung sowie in Absprache mit den Trägern, verdeutlicht Tussing. Durch die leicht steigende Geburtenrate steige auch der Betreuungsbedarf. Auch ändere sich der tatsächliche Betreuungsbedarf ständig durch Umzüge, sodass die konkrete Planung für die Einrichtungen eine große Herausforderung darstellt, erklärt der Verwaltungschef. Desweiteren käme hinzu, dass auch Mehrfachmeldungen eine sichere Planung in den Kitas erschwerten.

Tussing fordert deshalb im selben Atemzug eine noch bessere Vernetzung zwischen den Einrichtungen im Gemeindegebiet und auch kreisweit über das Kreisjugendamt. „Wünschenswert wäre eine ‚stille Reserve’. Eine mit dem Landesjugendamt abgestimmte temporäre Überbelegung kann keine Dauerlösung sein“, so der Bürgermeister. Doch selbst im Optimal-Fall bleibe ein weiteres großes Problem: Der Fachkräftemangel. „Wer bestellt, bezahlt“, das Konnexitätsprinzip, werde vom Gesetzgeber nicht ausreichend umgesetzt, bedauert der Bürgermeister.

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