Protest der IG Metall in Blieskastel : Erneuter Warnstreik bei Hager

Laut IG Metall beiteiligten sich rund 300 Beschäftigte an der Aktion.

Die IG Metall hat die Beschäftigten im Werk der Hager Group in Blieskastel am Donnerstagvormittag zu einem Warnstreik aufgerufen, um ihren Forderungen in der laufenden Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie Gehör zu verschaffen. Um elf Uhr legte die Frühschicht die Arbeit nieder. Die rund 300 Mitarbeiter versammelten sich vor dem Werk zu einer Protestkundgebung.

Zur aktuellen Situation bei den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie erklärte Ralf Reinstädtler, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz: „Das Verhalten der Arbeitgeberverbände und ihrer Mitgliedsunternehmen in der laufenden Tarifbewegung ist unverschämt und unverantwortlich. In vier Verhandlungsrunden gab es kein Entgegenkommen. Und kein Angebot der Arbeitgeber. Die Beschäftigten arbeiten seit einem Jahr unter großen Belastungen. Sie kombinieren Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice oder arbeiten unter Corona-Restriktionen in ihren Betrieben. Viele mussten wegen Kurzarbeit erhebliche Entgeltreduzierungen hinnehmen.“

Unterstützt wurden die Hager-Mitarbeiter durch Delegationen von Vertrauensleuten mehrerer metallverarbeitender Unternehmen, wie zum Beispiel Bosch in Homburg oder John Deere aus Zweibrücken. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten unter anderem vier Prozent mehr Lohn. Daneben erwartet sie von den Arbeitgeberverbänden einen Zukunftstarifvertrag zur Beschäftigungssicherung. Nach der Kundgebung hatten die Beschäftigten ihre Arbeit nicht mehr aufgenommen. Die Bänder blieben bis zur Mittagsschicht stehen.

Bereits vor zweieinhalb Wochen hatten rund 900 Mitarbeiter der Hager Group ihre Arbeit für zwei Stunden niedergelegt, um für mehr Lohn zu kämpfen. Bis zum Ende der nächsten Woche sind für den Bereich der IG Metall-Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz 22 Warnstreiks geplant, in denen 10 000 Beschäftigte zum vorübergehenden Ausstand aufgerufen werden.