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Lautzkirchen
Toben und spielen in freier Natur

 Der städtische Biosphären-Waldkindergarten in Lautzkirchen wurde nun offiziell übergeben. Durch das tägliche Erleben der Umwelt sollen automatisch alle Bildungsbereiche angesprochen werden.
Der städtische Biosphären-Waldkindergarten in Lautzkirchen wurde nun offiziell übergeben. Durch das tägliche Erleben der Umwelt sollen automatisch alle Bildungsbereiche angesprochen werden. FOTO: Hans Hurth
Lautzkirchen. In Blieskastel gibt es jetzt auch einen Waldkindergarten. Die Kinder sind mit den Erzieherinnen draußen, Treff ist am Schutzwagen. Von Hans Hurth

Offiziell übergeben wurde jetzt der Biosphären-Waldkindergarten in Lautzkirchen, der das Angebot der Kinderbetreuung in Blieskastel mit einem alternativen Angebot erweitert. „Das ist ein besonderer Tag für mich, denn der Waldkindergarten ist ein Projekt, das die Stadt nach einer Idee des Beigeordneten Georg Wilhelm unter Mithilfe vieler, darunter Förster Helmut Wolf, dem Bauhof und dem zuständigen Mitarbeiter Marc Tussing, umsetzten konnte“, freute sich Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU), die zur Eröffnung auch die Staatssekretärin im Bildungsministerium Christine Streichert-Clivot (SPD), die CDU-Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang, die Beigeordneten Brigitte Adamek-Rinderle (Grüne) und Georg Wilhelm (CDU) sowie Bürgermeisterkandidat Bernd Hertzler (SPD) begrüßte.


Der Waldkindergarten öffnete zwar zum 1. April, doch das Kita-Gruppenteam unter Leitung von Christine Herzog habe bereits einiges bis zur Übergabe bewegt. „Die Kinder mit den Erzieherinnen befinden sich täglich in der freien Natur, die Gruppe unternimmt Exkursionen in den Wald zu den verschiedenen Spielbereichen, die vom Forst instand gehalten und kontrolliert werden“, betonte die Verwaltungschefin. „Es ergeben sich beim Naturerlebnis immer neue Eindrücke, das Sozialverhalten der Kinder zielt darauf ab, sich gegenseitig zu helfen und Rücksicht zu nehmen.“ Den besonderen Umgang der Kinder mit der Natur – mit Einfluss auch auf die Eltern – stellte Christine Streichert-Clivot heraus. „Ich wünsche dem Projekt, dass das pädagogische Konzept Auswirkungen auf andere Kitas in der Stadt hat.“

Ein Schutzwagen, der sich am Sammelplatz befindet, steht zur Lagerung des Materials und als Aufenthaltsraum zur Verfügung. Er ist mit einer Toilette, Gasheizung und Wasser ausgestattet, eine Solaranlage sorgt für Strom. Bei Sturm- und Gewitterlage sowie bei Kälte steht mit dem ehemaligen Kindergarten in Bierbach ein Schutzraum bereit. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickte Kita-Leiterin Christine Herzog auf das pädagogische Konzept und Georg Wilhelm erläuterte seine Idee von der Entstehung bis zur Verwirklichung. „In Deutschland gibt es über 1500 Einrichtungen dieser pädagogischen Form, mit Blieskastel haben wir im Saarland nun zwei Waldkindergärten. Nur wenige der 1500 sind in kommunaler Trägerschaft. Rund zehn Jahre habe ich dicke Bretter gebohrt, bis es jetzt soweit ist“, stellte der engagierte Waldfachmann heraus. „Der Waldkindergarten, auf einem ehemaligen Bolzplatz errichtet, zeigt mir, dass sich Engagement in der Kommunalpolitik lohnt und man durch geduldige Überzeugungsarbeit wirklich Dinge erreicht, die man für wichtig hält“, so der Beigeordnete, ehe er den Schutzwagen und dessen Ausrüstung erklärte. „Der beheizte Schutzwagen ist neun Meter lang, hat zwei Eingänge, drei Fenster und verfügt über Sitzgelegenheiten, Tische und Aufbewahrungsschränke, für die Toilette mit Handwaschbecken gibt es einen separaten Eingang.“ Christine Herzog erklärte uns den Tagesablauf. „Dieser ist gleichbleibend und soll vor allem in der Anfangsphase Orientierung geben. Morgens zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr finden sich die Kinder am Schutzwagen ein, danach folgt ein Morgenkreis, in dem jeder durch ein gemeinsames Lied begrüßt wird. Danach wird beschlossen, was am Tag stattfinden soll. Dies können gemeinsame Aktivitäten, Exkursionen, Freispiele oder der Besuch von weiteren Spielplätzen des Waldkindergartens sein. Das Frühstück wird gemeinsam am Sammelplatz eingenommen und zur Mittagszeit findet sich die Gruppe wieder am Schutzwagen ein“, sagte Christine Herzog im Gespräch mit unserer Zeitung.