Vollbrand eines Bauernhofs in Blieskastel-Altheim

Hier hat’s lichterloh gebrannt : Sieben Tiere kommen im Feuer ums Leben

Brand eines Bauernhofs mit Stallungen und Scheune in Altheim: Wehrleute waren 29 Stunden im Einsatz.

Großbrand in Altheim am vergangenen Sonntag. Um exakt 5.42 Uhr rasten mit ihren Fahrzeugen Wehrleute aus den Löschbezirken Blieskastel-Mitte, Böckweiler, Breitfurt, Mimbach, Pinningen, Webenheim, die Führungsunterstützungsgruppe (FUG) des Saarpfalz-Kreises und die benachbarte Feuerwehr Hornbach (Rheinland-Pfalz) zu einem lichterloh brennenden Bauernhof. Die ersten Löschmannschaften sahen schon von Weitem eine riesige Rauchwolke über dem Ortsteil Altheim stehen.

Vor Ort fanden der Löschbezirk Böckweiler und die Feuerwehr Hornbach das Anwesen mit Stallungen und Scheune vor, das gerade Opfer lodernder Flammen wurde. Das Wohngebäude aus dem 18. Jahrhundert war unbewohnt, allerdings wurden nach Angaben der Wehr die Scheune und die Stallungen landwirtschaftlich genutzt. Das Großaufgebot der Einsatzkräfte – rund 80 Mann – war über viele Stunden teils in mörderischer Sommerhitze mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Die Freiwillige Feuerwehr Hornbach unterstützte mit der Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug. „Die Zusammenarbeit zwischen den Blieskasteler Löschbezirken, aber auch mit den rheinland-pfälzischen Kameraden aus Hornbach hat hervorragend funktioniert“, teilte am Ende Einsatzleiter und Stadtwehrführer Michael Nehlig mit.

Problematisch war zu Beginn der enorme Wasserbedarf. Sehr schnell wurden durch den Löschbezirk Breitfurt aus der Bickenalb in Altheim drei 460 Meter lange Wasserförderstrecken aufgebaut. Dank des in Breitfurt stationierten Schlauchkraftwagens konnten fast 1400 Meter Schlauchmaterial verlegt werden, die drei Leitungen führten aus der Bickenalb zur Einsatzstelle das dringend benötigte Nass. Pro Minute wurde zu Spitzenzeiten 2400 Liter Wasser mit zwei Tragkraftspritzen gepumpt. An der Einsatzstelle waren acht Strahlrohre, mehrere Wasserwerfer und auch ein zusätzlicher Werfer über die Drehleiter eingesetzt. Der hinzu alarmierte Atemschutzzug des Saarpfalz-Kreises unterstütze die schweißtreibenden Arbeiten. „Ohne Atemschutz geht heute nichts mehr. Wir müssen die Einsatzkräfte vor dem Brandrauch schützen und das ist bei der heißen Sommerhitze eine enorme Belastung für meine Feuerwehrleute. Die Kameraden aus den Löschbezirken haben Enormes geleistet“, so Einsatzleiter Nehlig.

Das DRK Gersheim stellte den Rettungsdienst für die Einsatzkräfte, später war der Kreisverband Homburg des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort. Die Verpflegung der 80 Einsatzkräfte übernahm der Malteser-Hilfsdienst Homburg mit Getränken und Essen im Sportheim Altheim. Auch Mitglieder des Sportheims boten kühle Getränke und schattige Sitzmöglichkeiten zum zeitweiligen Ausruhen an.

Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden, jedoch verendeten insgesamt sieben Tiere in dem brennenden Stall. Vom betroffenen Landwirt konnten noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr über 50 Kühe und Kälber aus ihrer Unterkunft vor den Flammen gerettet werden. Teilweise wurden die Tiere leicht bis schwer verletzt.

Die Ortsdurchfahrtsstraße und die Dorfbachstraße waren für den Verkehr gesperrt. Der Bauernhof brannte fast vollständig aus. Der Dachstuhl des Hauses ist einsturzgefährdet.

Den ganzen Tag hatten die Löschmannschaften mit den heißen Sommertemperaturen über 35 Grad Celsius zu kämpfen. Abwechselnd durch die Löschbezirke Böckweiler, Pinningen und Brenschelbach wurden immer wieder Glutnester unschädlich gemacht. Am späten Sonntagabend wurde zusätzlich das Technische Hilfswerk (THW) von Blieskastel-Aßweiler und Spiesen-Elversberg mit schwerem Räumgerät alarmiert. Die Feuerwehr leuchtete die ganze Nacht die Einsatzstelle aus, um das THW und die noch im Einsatz befindlichen Einheiten bei den Löscharbeiten unterstützen zu können. Über die Höhe des Sachschadens und die Brandursache konnte die Polizei bislang noch keine Angaben machen. Die Brandermittler der Polizei haben ihre Arbeit aufgenommen.

Ein Raub der Flammen wurde der Altheimer Bauernhof samt Stallungen und Scheune. Foto: Nehlig/FW

Erst am Montag, 10.30 Uhr, nach über 29 Stunden, war die Gefahr gebannt. „Die Einsatzkräfte haben eine hoch professionelle Arbeit abgeliefert und sind nun auch sehr erschöpft. Gerade die Kameraden aus Böckweiler, Brenschelbach und Pinningen wurden extrem belastet“, erklärte Einsatzleiter Nehlig abschließend. Parallel zu dem Großbrand musste am Sonntag zu allem Überfluss der Löschbezirk Blieskastel-Mitte zu einem Flächenbrand ausrücken und der Löschbezirk Bierbach an der Blies wurde zu einem umgestürzten Baum alarmiert.